Thorsten Mesch begegnet in Kiew freundlichen Menschen. Da macht es auch nichts, wenn Merkel mit Thatcher verwechselt wird.

Mal ehrlich: Was wissen wir in Deutschland über die Ukraine?

Nicht viel, zugegeben.

Fußballer kennen Andriy Shevchenko, Anatoliy Tymoshchuk oder Oleg Blochin, den Kinofans mögen Milla Jovovich und Mila Kunis geläufig sein.

Bei der Politik wird es schon schwieriger. Wie war das mit dem Fall des Eisernen Vorhangs?

Okay, die Ukraine ist nach der Auflösung der Sowjetunion seit 1991 unabhängig. Die "Orange Revolution" ist auch schon wieder Schnee von gestern - sei's drum.

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Andererseits scheint in der Ukraine noch nicht zu jedem durchgedrungen zu sein, dass Deutschland seit mehr als 20 Jahren wiedervereint ist, und wer politisch das Zepter schwingt.

"Margaret Thatcher" antwortet ein Kellner in einem Restaurant in Kiews Haupteinkaufsstraße Khreschatyk auf meine Frage, wie denn die deutsche Kanzlerin heißt.

Seine Frage, ob Berlin noch geteilt sei, werte ich einfach mal als Scherz.

Nett sind sie, die Einwohner Kiews. Die Stadt wirkt zwar auf den ersten Blick etwas trist und düster, aber wenn man sich erst einmal zurechtgefunden hat, findet man viele schöne Straßen, Plätze und Gebäude.

Zeit, eine Bootsfahrt auf dem riesigen Dnepr zu machen, hatte ich leider nicht. Dafür konnte ich direkt neben meinem Hotel am Shevchenko Boulevard ein paar Jugendlich beim Boxtraining zusehen.

Die kleinen Nachwuchs-Klitschkos waren mit Begeisterung bei der Sache, auf der Turnbank saßen ihre Mütter.

Die Halle, in der das Ganze stattfand, schien allerdings wie aus einer anderen Zeit. Rot-Brauner Linoleum-Boden, ausgefranste Taue, die von der Decke hängen, hinter dem blauen Boxring ein paar alte Stühle wie vom Sperrmüll.

Die Halle hat ihre besten Jahre lange hinter sich. Genau wie Margaret Thatcher, die "Eiserne Lady".

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