Die taktischen Varianten des Bundestrainer blieben in der Ukraine ohne Erfolg. Doch sie waren wichtig, um für die EM zu lernen.

Drei Dinge hat die deutsche Nationalmannschaft beim 3:3 in Kiew (Bericht) wieder einmal unter Beweis gestellt:

Sie ist immer für mindestens ein Gegentor gut, sie verfügt über eine ausgezeichnete Offensive - und sie gibt ein Spiel nie auf.

Dass sie in Kiew nicht die zweite Niederlage im Jahr 2011 nach dem 1:2 gegen Australien hinnehmen musste, verdankt die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw ihrer vorbildlichen Moral und der Treffsicherheit ihrer Leistungsträger wie Toni Kroos oder Thomas Müller.

Debütant Ron-Robert Zieler konnte einem in der ersten Halbzeit wirklich leidtun. Der 22-Jährige war bei allen drei ukrainischen Toren chancenlos und wurde bei den ersten beiden Treffern von seinen Vorderleuten im Stich gelassen.

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Nach dem 2:2 in Polen zeigte die DFB-Auswahl auch beim zweiten EM-Gastgeber große Schwächen.

Dass die ersten beiden Gegentore nicht auf Löws taktische Umstellungen zurückzuführen waren, machten der Trainer und die Spieler glaubhaft deutlich.

Ein neues Abwehrsystem kann nicht von jetzt auf gleich funktionieren, es muss eingeübt werden.

Den Treffern waren vielmehr naive Fehler in der Rückwärtsbewegung vorausgegangen, die vom Gegner gnadenlos bestraft wurden.

Die Ukraine hätte sogar zwei bis drei Tore mehr schießen können, ja müssen. Eine stärkere Mannschaft hätte dies wohl auch getan. Und wird es bei der EM tun.

Dennoch: Man muss einem Trainer zugestehen, in einem Testspiel wie in der Ukraine tatsächlich auch zu testen. Besser, man kassiert drei Tore in einem Freundschaftsspiel als im Kampf um Titel.

Löw wird gesehen haben, welche Spieler er mit zur EM nehmen kann, und welche vielleicht nicht das Zeug dazu haben. 481415(DIASHOW: Die Einzelkritik)

Gegen die Niederlande wird Löw am Dienstag wohl zur gewohnten Viererkette in der Abwehr zurückkehren.

Dass er im Mittelfeld noch einmal die Variante mit Mesut Özil und Mario Götze probiert, ist fraglich. Beide harmonierten in Kiew nicht so recht, doch das sollte nicht überbewertet werden, denn Spieler ihrer Klasse lernen schnell.

Gern würde der Bundestrainer Mario Gomez und Miroslav Klose zusammen im Sturm testen, doch das hängt davon ab, ob Klose tatsächlich fit wird.

Sollte es klappen und die DFB-Auswahl gegen den Vizeweltmeister mit einem 4-4-2 aufläuft, muss aber hinten dicht gemacht werden. Das gilt natürlich auch für die EM.

Wie heißt es doch: Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Titel. Und bei den Niederlagen gegen Spanien hat bei der EM 2008 und WM 2010 immer nur ein Tor entschieden.

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