vergrößernverkleinern
Toni Kroos (M.) markierte gegen die Ukraine sein zweites Länderspieltor © imago

Der Münchner ragt aus dem DFB-Team heraus, Özil und Khedira enttäuschen. SPORT1 nennt Gewinner und Verlierer des Ukraine-Spiels.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Kiew/Hamburg - Das verrückte 3:3 der deutschen Nationalmannschaft in der Ukraine war im wahrsten Sinne des Wortes ein Testspiel (Nachbericht).

In der Abwehr eine Dreier- statt der üblichen Viererkette, ein Mittelfeld ohne Thomas Müller und Lukas Podolski, dafür aber mit Christian Träsch und Dennis Aogo auf den Außenpositionen.

Dazu ein neuer Torwart - Bundestrainer Joachim Löw griff in Kiew kräftig in den Experimentierkasten 481415(DIASHOW: Die Einzelkritik).

Wichtige Erkenntnisse

Heraus kam ein mühevolles und glückliches 3:3, das für sich genommen wenig Aussagekraft hatte.

Dennoch dürfte es dem Bundestrainer wichtige Erkenntnisse in Bezug auf die Europameisterschaft im kommenden Jahr beschert haben 481409(DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

SPORT1 blickt noch einmal zurück auf das Spiel und nennt die Verlierer und Gewinner des Unentschiedens.

GEWINNER:

"Bei Toni liefen die Fäden zusammen, er war stets im Spiel, immer anspielbar", sagte Löw, der den zentralen Mittelfeldspieler "überragend" fand.

Toni Kroos knüpfte an seine starken Leistungen der vergangenen Spiele im Verein und in der Nationalelf an. Er nahm Tempo heraus, forcierte das Spiel und hatte immer ein Auge für seine Mitspieler, wie bei seinem genialen Pass auf Gomez (15.), den der Stürmer aber nicht verwertete.

[image id="43fb3fa2-6466-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Kroos selbst machte es besser, erzielte das Tor zum 1:2, das er auch noch selbst einleitete.

Müller rettet Unentschieden

Auch Simon Rolfes, der zur zweiten Hälfte kam und das 2:3 erzielte, sowie Thomas Müller gehören zu den Gewinnern.

Müller war nach seiner Einwechslung, wie zuletzt beim 2:2 in Polen, sofort im Spiel und rettete mit seinem Tor das Unentschieden. Auf den Bayern kann sich Löw nicht nur verlassen, er kann und sollte nicht auf ihn verzichten.

Gomez als würdiger Kapitän

Mario Gomez hat zwar dieses Mal kein Tor erzielt, durfte die DFB-Elf aber als Kapitän aufs Feld führen. Ein klarer Beweis der Wertschätzung des Bundestrainers.

Der Bundestrainer selbst ist ebenfalls ein Gewinner. Joachim Löw riskierte mit seinen Experimenten zwar einen Misserfolg, doch erfuhr er, was mit der Mannschaft (noch) nicht geht, und wer der Mannschaft vielleicht doch nicht helfen kann.

Als kleine Gewinner dürfen sich auch noch diejenigen fühlen, die in Kiew nicht dabei waren oder nicht zum Einsatz kamen.

[kaltura id="0_o2nlfvh7" class="full_size" title="Die Stimmen der DFB Elf"]

VERLIERER:

An der Dreierkette mit Jerome Boateng, Holger Badstuber und Mats Hummels lag es zwar nicht, dass die Ukrainer dreimal trafen.

"Fehler sind passiert, aber nicht in der Dreierkette", sagte Löw. Doch das war nur die halbe Wahrheit. Denn das Abwehr-Trio leistete sich viele Schnitzer und strahlte zu keiner Zeit Sicherheit aus.

Hummels selbstkritisch

"Dass man bei Ballverlusten hinten offen steht, ist klar. Aber das ist heute ein wenig zu oft passiert", gab sich Hummels selbstkritisch.

Der Dortmunder spielt in der Nationalmannschaft längst nicht so souverän wie im Verein und muss aufpassen, dass Per Mertesacker nicht wieder an ihm vorbeizieht.

"Götzil" enttäuscht Erwartungen

Mario Götze und Mesut Ösil, im Vorfeld mit dem Kampfnamen "Götzil" ausgezeichnet, wurden den hohen Erwartungen nicht gerecht.

Löw sah das anders. "Beide haben absolut zufriedenstellend gespielt", fand der Coach, der das Experiment mit den beiden Kreativköpfen in der Schaltzentrale nach etwas mehr als einer Stunde beendete.

Um beide zu schonen, wie er erklärte. Doch besonders Özil enttäuschte. Der Spanien-Legionär hat einen Durchhänger und muss um seine Startelf-Garantie bangen.

Khedira wirkt hektisch

Özils Madrider Vereinskollege Sami Khedira wirkte übereifrig und hektisch.

Dem Ex-Stuttgarter droht der Verlust seines Startplatzes, denn Bastian Schweinsteiger und Kroos sind gesetzt, und von hinten drängen Lars und Sven Bender nach.

Lukas Podolski hätte am 11.11., einem der höchsten Kölner Feiertage, sicher gern die Kapitänsrolle übernommen. Doch zunächst saß er auf der Bank, nach seiner Einwechslung war auch kaum etwas von ihm zu sehen.

Träsch und Aogo wie Fremdkörper

Die größten Verlierer des Abends waren aber wohl Christian Träsch und Dennis Aogo.

Beide wirkten wie Fremdkörper im Team und konnten sich nicht für weitere Einsätze empfehlen. In dieser Form dürften sie nicht die EM-Norm erfüllen.

"Ich spiele nicht, um irgendwelchen Leuten zu gefallen", meinte Aogo zu SPORT1: "Ich glaube, dass ich es ganz gut gemacht habe."

Zieler unglücklich

Unglücklich, aber ordentlich verlief das Debüt von Ron-Robert Zieler. Der 22-Jährige war machtlos bei den Gegentoren, bekam keinen Ball zu halten und war der "unschuldige" Verlierer der ersten Hälfte.

Nach der Pause hielt er die Mannschaft aber mit guten Paraden im Spiel und rettete kurz vor Schluss das Remis.

Auf die Frage, ob er denn ein Gewinner oder ein Verlierer sei, antwortete Zieler: "Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Ich habe versucht, mein Bestes zu geben."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel