SPORT1-Chefreporter Thomas Herrmann dankt dem Bundestrainer für ein unterhaltsames 3:3 und lobt Löws taktisches Geschick.

Hallo Fußball-Freunde und danke, Jogi Löw!,

Was waren das meistens für öde, langweilige Freundschaftsspiele. Man fieberte dem nächsten Bundesligaspieltag entgegen und der internationale Fußballkalender hat uns wieder mal so einen unverdaulichen Freundschaftskick vorgesetzt.

Jetzt entschied der Bundestrainer: Stopp! Dem Freundschaftsspiel-Einheitsbrei stelle ich das 3-5-2-System entgegen - und hoppla, es hat perfekt funktioniert.

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Zwei Gegentore nach Eckbällen für das deutsche Team, Özil und Götze als Doppelspielmacher - und schon haben wir richtig toll zu diskutieren. Das war eine eindrucksvolle Regie in dieser bundesligalosen Zeit - alle Achtung, Jogi Löw.

Nach dem 3:3 und vor dem Prestigeduell gegen Holland ist vom Versuchslabor, der Notfall-Taktik, vom Testlauf und von Feuerwehrübung die Rede.

Geschickt hat Löw das Spiel dazu benutzt, ernsthaft zu testen und trotzdem durch seine für ihn skurrile Taktik wieder viel Ernsthaftigkeit rausgenommen.

Er hat die Akteure dadurch im Prinzip vom Druck befreit.

Und er hat den Profis ein paar Denksportaufgaben mit auf den Platz gegeben - so zusagen, neue Teststrecken auf dem Feld bestimmt. Also Jungs, so habt ihr bislang noch nie gespielt - findet mal raus aus dem Labyrinth.

Ergebnis: ein sehr unterhaltsamer Fußballabend.

Der gewiefte Taktiker Löw hat der Öffentlichkeit das Pärchen Özil und Götze präsentiert - und damit insgeheim Forderungen erfüllt. Ob er sie zusammenspielen ließ, um dem Fußballpublikum zu beweisen "so geht's nicht", oder ob er es für sich selbst mal begutachten wollte, bleibt wohl für immer sein Geheimnis.

Für mich ist klar, dass sie zum Beispiel in einer 4-2-3-1-Taktik durchaus zusammenspielen könnten - Götze auf seiner Lieblingsposition links (ist wirklich so) und in der Mitte Özil - abgesichert durch die zwei Sechser (Pardon, Herr Podolski).

Gegen Holland und dann Frankreich im Februar wird Löw bestimmt wieder zur bewährten Taktik zurückkehren. Das heißt nicht, dass der Bundestrainer berechenbar sein will für die EM - ganz im Gegenteil.

Allein durch sein irres Potenzial beim Personal hat er Möglichkeiten ohne Ende - da kann es einem ja schon als Fußballfreund ganz schwindlig werden - und hoffentlich auch dann den Spaniern bei der EM.

Viel Spaß gegen Holland!

Ihr Thomas Herrmann

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