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Huub Stevens feierte mit Schalke 04 große Erfolge als Trainer
Für Huub Stevens ist Schalke 04 bereits die neunte Station als Trainer © getty

Vor dem Klassiker Deutschland gegen die Niederlande spricht Huub Stevens mit SPORT1 über die heutige gesunde Rivalität.

Von Thorsten Mesch und Martin Volkmar

München - Huub Stevens ist zwar Niederländer. Doch schon lange kennt er sich im deutschen Fußball ebenso gut aus wie im holländischen.

Seit 1996 ist er in Deutschland als Trainer tätig, für Schalke, Hertha, den 1. FC Köln, den HSV - und jetzt wieder Schalke.

Und auch die Brisanz von deutsch-niederländischen Länderspiel-Duellen kennt der 58-Jährige aus eigener Erfahrung.

Beim Duell während der Europameisterschaft 1980 stand Stevens 90 Minuten auf dem Platz. Damals besiegelte ein Dreierpack von Klaus Allofs die Niederlage der "Elftal".

Im Interview mit SPORT1spricht Huub Stevens vor dem Prestigeduell (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) über die Dauer-Rivalität der beiden Nachbarn.

SPORT1: Am Dienstag spielen mit Deutschland und den Niederlanden zwei EM-Favoriten gegeneinander. Sehen Sie die beiden Mannschaften auf Augenhöhe?

Stevens: Ich denke schon. Beide Mannschaften haben sich seit der letzten Weltmeisterschaft noch weiterentwickelt, und auch da war es schon ganz eng. Aber vermutlich werden beide nicht in Bestbesetzung antreten können, weil einige Spieler noch verletzt sind.

SPORT1: Wie aussagekräftig ist ein solcher Test zum jetzigen Zeitpunkt?

Stevens: Das ist schwer zu sagen, weil sie nächstes Jahr vermutlich doch wieder in etwas anderer Besetzung auflaufen. Zwischen Deutschland und den Niederlanden herrscht ja immer eine gewisse Rivalität, aber trotzdem werden sie wohl anders in ein Freundschaftsspiel gegeneinander gehen als in ein EM-Spiel.

SPORT1: Auch wenn es nur ein Testspiel ist, was macht das Spiel so brisant?

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Stevens: Es handelt sich um zwei Nachbarländer, da herrscht immer eine gesunde Rivalität. Aber man muss den Niederlanden auch ein ganz großes Lob aussprechen, dass so ein kleines Land gegen einen so viel größeren Gegner wie Deutschland ? ein Land, das ja viel mehr Möglichkeiten besitzt - so gut mithält.

SPORT1: Ist das der neue Stil der Niederländer ergebnisorientierten Fußball zu spielen, so wie es Deutschland viele Jahre getan hat?

Stevens: Natürlich haben die Niederländer etwas von den Deutschen gelernt, aber das ist auch umgekehrt der Fall. Jedes Land hat gewisse Tugenden, auch wenn die Niederländer zuletzt sehr erfolgsorientiert gespielt haben, verfügen sie immer noch über eine große Kreativität.

SPORT1: Früher herrschte eine große Rivalität zwischen den beiden Fußball-Ländern. Denken Sie, dass hat in den letzten Jahren nachgelassen, gerade weil auch so viele Niederländer in Deutschland spielen?

Stevens: Ja und nein, denn die Rivalität ist immer noch vorhanden, aber es herrscht auch sehr viel Respekt füreinander und so muss es auch sein. Von der Rivalität lebt der Fußball, das ist auch schön für die Zuschauer, aber genauso wichtig ist der Respekt vor der Leistung des anderen, beide haben Erfolg und bringen große Spieler hervor.

SPORT1: Beide Mannschaften haben herausragende Einzelspieler. Wer steht für Sie besonders im Blickpunkt? Welches Duell?

Stevens: Das finde ich schwierig, da möchte ich keinen Einzelnen hervorheben. Sie werden versuchen, ihr Bestes zu geben und wer dann dabei besonders hervorsticht, das kann man im Vorfeld schlecht sagen.

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