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Thomas Müller (M.) erzielte nach Klose-Vorarbeit die Führung gegen die Niederlande © getty

Mit herrlichen Toren schlägt die Löw-Elf die Niederlande und sorgt für einen herrlichen Abschluss 2011. Die Offensive zaubert.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar und Thorsten Mesch

Hamburg - Mit einer Fußball-Gala hat die deutsche Nationalmannschaft das erfolgreiche Länderspieljahr 2011 zu einem krönenden Abschluss geführt.

Nach einer eindrucksvollen Offensiv-Demonstration feierte die DFB-Auswahl einen hoch verdienten 3:0 (2:0)-Erfolg im Prestigeduell mit dem chancenlosen Vize-Weltmeister Niederlande. 483094(DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Im 75. Spiel von Bundestrainer Joachim Löw war es der erste Sieg über die "Elftaal" seit 15 Jahren und der erste Erfolg im letzten Auftritt des Jahres seit dem 5:1 in Thailand Ende 2004.

Die Tore für die von den 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger Arena frenetisch bejubelten Gastgeber erzielten die glänzend aufgelegten Thomas Müller (15.), Miroslav Klose (26.) und Mesut Özil (66.).

EM-Favoritenrolle untermauert

Mit der in allen Belangen überzeugenden Vorstellung untermauerte der WM-Dritte eindrucksvoll seine Rolle als EM-Topfavorit neben Weltmeister Spanien.

Löw verzichtete nach dem missglückten Versuch mit der Dreierkette beim 3:3 in der Ukraine auf weitere Experimente und setzte auf das bewährte 4-2-3-1-System.

Dabei ersetzte der wiedergenesene Klose Mario Gomez als einzige Spitze und auch als Kapitän.

Drei Bundesliga-Legionäre bei den Niederlanden

Bei den Niederländern standen im Schalker Klaas-Jan Huntelaar und den beiden Hoffenheimern Edson Braafheid sowie Ryan Babel drei Bundesliga-Legionäre in der Startelf, zudem Ex-Bayern-Spielführer Mark van Bommel und als einziger früherer Hamburger Joris Mathijsen.

Von Beginn merkte man beiden Teams die Bedeutung des "Klassikers" an, in dem es sofort engagiert und offensiv zur Sache ging.

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Schon in der zweiten Minute strich ein Schuss von Klose nach einem Solo von der Mittellinie knapp vorbei. Im Gegenzug setzte Huntelaar den Ball nach Fehler von Per Mertesacker aus spitzem Winkel neben das Tor.

Die nächste Chance besaß Wesley Sneijder, dessen Schuss aus 22 Metern knapp drüber ging (11.). Vier Minuten später dann die nicht unverdiente Führung für die etwas dominantere DFB-Elf.

Klose bereitet Müllers Führung vor

Ein herrlicher Flankenwechsel von Toni Kroos erreichte den im Strafraum lauernden Klose, dessen Hereingabe Müller aus kurzer Distanz zu seinem 10. Länderspieltor verarbeitete.

Auch danach ließen die Deutschen meist Ball und Gegner laufen, so dass sich der Weltranglisten-Zweiten häufig nur durch Fouls zu helfen wusste.

Die Schwächen in der niederländischen Defensive wurden dann beim allerdings auch wunderschön herausgespielten 2:0 deutlich: Müller spielte glänzend Özil frei, dessen punktgenaue Flanke Klose vom Elfmeterpunkt aus unhaltbar einköpfte (26.).

Nur noch fünf Treffer hinter Gerd Müller

Im 113. Länderspiel war es der 63. Treffer im DFB-Trikot für den Lazio-Stürmer, der in der ewigen Bestenliste nun nur noch fünf Tore hinter Gerd Müller liegt.

Und in der 36. Minute hätte Klose den Abstand noch weiter verkürzen können, erwischte den Ball aber freistehend nach Flanke des starken Müller nur mit der Schulter.

Und fünf Minuten später verpasste der 33-Jährige nach einem Konter eine scharfe Hereingabe von Özil ganz knapp.

Gäste ideenlos

Den Niederländern dagegen fiel trotz des Rückstands im Spiel nach vorne wenig ein, so dass die stabiler als zuletzt stehende deutsche Defensive immer wieder Gegenzüge einleiten konnte.

So ging es mit viel Applaus vom in der Vergangenheit oft sehr kritischen Hamburger Publikum in die Halbzeit.

Zur zweiten Hälfte brachte Löw verabredungsgemäß und mit Blick auf das Spitzenspiel am Samstag zwischen Bayern und Dortmund Mats Hummels für Badstuber.

Gefahr nur durch Distanzschüsse

Die Gäste blieben zunächst unverändert, taten aber angesichts des Rückstands mehr fürs Spiel als vor der Pause. Allerdings beschränkten sich die Offensivaktionen meist auf Distanzschüsse, Sneijder zielte bei der bis dahin besten Chance aus 20 Metern knapp vorbei (54.).

Die deutsche Mannschaft stand weiter defensiv gut gestaffelt und sorgte mit schnellen Gegenstößen immer wieder für Gefahr.

So schloss Klose - von Kroos und danach von Özil freigespielt - zweimal aus guter Position schwach ab (57., 62.), Müllers Volleyabnahme nach Flanke von Lukas Podolski ging übers Tor (60.).

Endgültige Entscheidung durch Özil

Sechs Minuten später machten es die DFB-Offensive besser und spielte die Holländer nach allen Regeln der Kunst aus: Wieder leitete Müller den Angriff ein, den Özil dann nach Doppelpass mit Klose zum 3:0 vollendete.

Mit "Auf Wiedersehen"-Sprechchören und La Ola feierten die begeisterten Fans das achte Länderspieltor des überzeugenden Real-Stars und vor allem die Gala des WM-Dritten.

Danach blieb das Bild das gleiche: Die Gäste agierten ideenlos, auch wenn Gregory van der Wiel immerhin mal für Beschäftigung bei Manuel Neuer sorgte (74.).

Die Deutschen hingegen waren immer Herr der Lage und hätten bei konsequenter Ausnutzung der sich bietenden Freiräume an diesem denkwürdigen Herbstabend sogar für ein holländisches Debakel sorgen können.

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