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Toni Kroos (2. v.r.) und Dami Khedira (r.) duellieren sich im defensiven Mittelfeld © imago

Das Grundgerüst des DFB-Teams steht. Auf einigen Positionen kommt es zu heißen Duellen. Besonders im Sturm geht es eng zu.

Vom DFB-Team berichtenMartin Volkmar und Thorsten Mesch

Hamburg - Nach dem erfolgreichen Abschluss des glänzenden Länderspieljahres beim 3:0 gegen die Niederlande (Nachbericht) hat Jogi Löw vorerst nur ein Problem: Die Qual der Wahl 483094(DIASHOW: Die Bilder des Spiels) .

So viel Auswahl an Klasse-Spielern für einen Bundestrainer gab es selten zuvor in der langen Geschichte des DFB (BERICHT: Überragend, aber nicht überraschend).

Ohne Verletzungen oder Formkrisen sind etwa 18 der 23 EM-Fahrer fest vergeben, wie Löw im Gespräch mit SPORT1 bestätigte.

"Ja, der Eindruck stimmt. Es sind nach dem aktuellen Stand nicht mehr so viele Plätze frei im Kader", sagte er.

Nur noch wenig offene Plätze

Offen sind wohl nur noch die Position des dritten Torhüters (Favorit Ron-Robert Zieler), ein zweiter Linksverteidiger (Dennis Aogo, Marcel Schmelzer), ein oder zwei defensive Mittelfeldspieler (Sven oder Lars Bender, Simon Rolfes, Christian Träsch) sowie ein oder zwei Offensivspieler (Marco Reus, Cacau).

Fast noch interessanter ist allerdings die Frage nach der möglichen EM-Startelf.

Siebeneinhalb Monate vor der Endrunde in Polen und der Ukraine spricht alles dafür, dass sieben der elf Plätze im Moment feststehen.

SPORT1 nennt die Kandidaten.

Tor:

Manuel Neuer ist konkurrenzlos.

Abwehr:

Kapitän Philipp Lahm ist links gesetzt, rechts hat Jerome Boateng eindeutig die Nase vorn. Zentral links spricht alles für Holger Badstuber, auch weil er Linksfuß ist.

Um den zweiten Platz in der Innenverteidigung werden Per Mertesacker und Mats Hummels streiten. Zuletzt schien der Dortmunder gegenüber dem Neu-Londoner die Nase leicht vorn zu haben.

Doch muss Hummels die Leistung, die er im Verein bringt, auch konstant im DFB-Team zeigen.

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"Der Kader ist noch stärker geworden", meinte Hummels in Hamburg. "Man muss noch bessere Leistungen zeigen, um dabei zu sein und herausragende, um zu spielen. Das heizt den Konkurrenzkampf an."

Mertesacker, der bei Arsenal zuletzt auf der Bank saß, muss sich im Verein einen Stammplatz sichern, um Eigenwerbung beim Bundestrainer machen zu können.

Auch der Ex-Bremer betont die Qualität sowie die Konkurrenzsituation. "Man hat das Gefühl, dass die Mannschaft mit jedem Spiel wächst und dass jeder sieht, dass hinter ihm einer steht und auf die Position drängt", meinte er nach dem Holland-Spiel zu SPORT1.

Mittelfeld:

Bastian Schweinsteiger wird nach vollständiger Genesung von seinem Schlüsselbeinbruch wieder der unumstrittene Chef im (defensiven) Mittelfeld sein.

Offen ist das Rennen um den Platz neben ihm: Sami Khedira ist die sichere Variante gegen stärkere Gegner, muss dazu aber bei Real Madrid Stammkraft bleiben.

Momentan spricht allerdings vieles für Toni Kroos, der als "Zwischenspieler" (Löw) wertvoller als Khedira sein kann und zudem seit Wochen in hervorragender Verfassung ist.

[kaltura id="0_pf9b3lju" class="full_size" title=" Holland in Grund und Boden gespielt "]

Alternativ könnte Kroos auch im linken offensiven Mittelfeld spielen, was aber nicht seine Lieblingsposition ist. "Ich kann zentral alles spielen", sagte Kroos im Oktober im SPORT1-Interview und erklärte: "Generell ist es wichtig, während eines Spiels flexibel zu sein. Und ich bin flexibel."

Doch die zentrale Rolle hinter den Spitzen und die rechte Flanke sind definitiv an die gegen die Niederlande überragenden Mesut Özil und Thomas Müller vergeben.

Links dagegen fiel Favorit Lukas Podolski zuletzt ab, so dass neben Kroos dort die Nachrücker Andre Schürrle und Mario Götze die besten Aussichten auf die Anfangsformation besitzen.

Sturm:

Offenes Rennen zwischen Miroslav Klose und Mario Gomez, da Löw sicher nicht sein bewährtes 4-2-3-1-System auf zwei Spitzen umstellen wird. Beide befinden sich in dieser Saison bislang in bestechender Verfassung und treffen in Serie.

"Konkurrenzkampf besteht nicht nur zwischen Mario und mir, der besteht im ganzen Kader. Das macht unsere Stärke aus", sagte Klose.

"Es ist ein Kampf zwischen Miro und mir. Beide wollen den einen Platz. Aber es ist noch eine ganze Weile bis zur EM", gab sich Gomez nach dem Ukraine-Spiel gelassen.

Die Chancen der EM-Kandidaten im Überblick:

Sicher dabei:

Manuel Neuer, Tim Wiese, Philipp Lahm, Holger Badstuber, Jerome Boateng, Per Mertesacker, Sami Khedira, Toni Kroos, Bastian Schweinsteiger, Mario Götze, Mesut Özil, Thomas Müller, Lukas Podolski, Andre Schürrle, Mario Gomez, Miroslav Klose, Mats Hummels, Benedikt Höwedes

Wackelkandidaten:

Ron-Robert Zieler, Dennis Aogo, Marcel Schmelzer, Christian Träsch, Sven Bender, Lars Bender, Simon Rolfes, Marco Reus, Cacau

Außenseiterchancen:

Rene Adler, Marc-Andre ter Stegen, Lewis Holtby, Ilkay Gündogan, Moritz Leitner, Kevin Großkreutz, Julian Draxler, Andreas Beck, Marcell Jansen

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