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Lukas Podolski erzielte in bislang 95 Länderspielen 43 Treffer für das DFB-Team © getty

Lukas Podolski spricht bei SPORT1 über die herausragende DFB-Offensive, den Rücktritt des Kölner Vorstands und seine Zukunft.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Hamburg - Die gefeierten Helden beim 3:0 gegen die Niederlande (Nachbericht) waren die Torschützen Thomas Müller, Miroslav Klose und Mesut Özil 483095(DIASHOW: Die Einzelkritik).

Lukas Podolski blieb etwas im Schatten seiner Mannschaftskollegen, in der Offensive kam der Kölner in seinem 95. Länderspiel kaum zur Geltung.

Seine Defensivaufgaben erfüllte der 26-Jährige gut, setzte die Niederländer im Verbund mit den anderen Mittelfeldspielern schon an deren Strafraum unter Druck. 483094(DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Nach etwas mehr als einer Stunde wurde Podolski durch den Dortmunder Mario Götze ersetzt.

In der Liga ist seine Zukunft beim 1. FC Köln immer noch ungeklärt. Laut italienischen Medienberichten soll "Prinz Poldi" auf dem Wunschzettel von Lazio Rom stehen, wo auch sein DFB-Teamkollege Klose spielt. (BERICHT: Sieben EM-Elf-Plätze schon vergeben)

Im SPORT1-Interview spricht Podolski über die herausragende Offensivleistung gegen den Vize-Weltmeister, den Rücktritt des Kölner Vorstands um Präsident Wolfgang Overath und seine sportliche Zukunft.

SPORT1: Herr Podolski, war das 3:0 mehr als nur ein normaler Sieg?

Lukas Podolski: Unser Ziel war, das Spiel zu gewinnen und zu beweisen, dass wir die bessere Mannschaft sind. Ich denke, wir haben das von Anfang an gezeigt. Wenn man eine Mannschaft schlägt, die Nummer zwei in der Weltrangliste und Vize-Weltmeister ist, dann ist das, denke ich, auch ein Zeichen für die anderen Nationen.

SPORT1: Sie haben die Holländer von Anfang an hinten rein gedrängt. Hat der Bundestrainer das auch ganz speziell vor dem Spiel gefordert? Welche Vorgabe hat Joachim Löw gegeben?

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Podolski: Gegen die Holländer haben wir uns besonders vorbereitet. Wir wissen, wie sie spielen. Wir sind viel gelaufen, haben gut zugemacht und über die 90 Minuten bis auf ein paar Distanzschüsse fast gar keine Torchancen zugelassen. Wir haben auch, wenn wir die Bälle gewonnen haben, schnell nach vorne gespielt.

SPORT1: Waren die Niederländer in der Defensive, speziell hinten links, so schwach, oder war der deutsche Angriff so stark?

Podolski: Ich denke, wir haben eine Offensive, die sich in den letzten Jahren enorm entwickelt hat und überragend ist. Wenn sich da nichts Großartiges ändert, wie zum Beispiel durch Verletzungen oder ein Formtief, haben wir eine der besten Offensiven der Welt.

SPORT1: War es etwas überraschend, dass Klose als einzige Spitze gespielt hat? Joachim Löw hatte ja eine Doppelspitze angekündigt.

Podolski: Da müssen Sie den Trainer fragen. Miro ist ein super Stürmer, auch wenn er mal nicht spielt. Heute hat er wieder eindrucksvoll bewiesen, dass er ein Topstürmer und gut in Form ist. Es passt.

[kaltura id="0_pf9b3lju" class="full_size" title=" Holland in Grund und Boden gespielt "]

SPORT1: War es wichtig, im Spiel nicht nachzulassen und immer weiter Druck zu machen? Oder hätten Sie lieber einen Gang zurück geschaltet?

Podolski: Nein, die Holländer haben es ja auch zugelassen. Man hat gesehen, dass wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr den Druck hatten wie in der ersten. Aber wir haben das Spiel dominiert und auch in der Höhe verdient gewonnen.

SPORT1: War die Leistung schon das Optimum, oder glauben Sie, dass in der Entwicklung der Mannschaft noch mehr möglich ist?

Podolski: Man muss abwarten. Man hat ja gesehen, wie nach dem 3:3 in der Ukraine die Stimmung gleich ein bisschen gekippt ist. Aber nochmal: Wenn man die Nummer zwei der Welt schlägt, ist das etwas Besonderes und das gibt einem Selbstvertrauen.

SPORT1: Wie haben Sie die Ereignisse in Köln, also den Rücktritt von Wolfgang Overath und des gesamten Vorstands, aufgenommen?

Podolski: Es war natürlich überraschend, damit hat keiner gerechnet. Aber es ist schwer zu sagen, wo die Gründe liegen. Ich denke, der Vorstand wird seine Gründe gehabt haben. Man muss die Entscheidung respektieren.

SPORT1: Wie geht es jetzt in Köln weiter?

Podolski: Es ist wichtig, jetzt den Weg weiter nach vorne zu suchen. Es muss weitergehen. Das Ganze darf die Mannschaft nicht beunruhigen. Wir müssen die gute Saison, die wir bisher gespielt haben, fortsetzen.

SPORT1: In wieweit könnte der Rücktritt des Vorstands Ihre persönliche Entscheidung, den Vertrag in Köln zu verlängern, beeinflussen?

Podolski: Ich habe immer wieder betont, dass ich meine Situation nicht abhängig von einzelnen Personen mache. Und das wird sich jetzt auch nicht ändern.

SPORT1: Am Wochenende spielt der FC gegen Mainz. Welche Reaktion erwarten Sie von der Mannschaft?

Podolski: Weil ich nicht vor Ort war, weiß ich nicht, wie die Mannschaft die Sache aufgenommen hat. Es ist wichtig, dass wir nach vorne schauen und auf dem Platz die Leistung bringen.

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