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Per Mertesacker hat seit der WM 2006 jedes große Turnier für Deutschland bestritten © getty

Dem Arsenal-Verteidiger könnte das EM-Aus drohen, doch auch mehrere andere Nationalspieler sind verletzt oder angeschlagen.

Von Martin Volkmar

München - Joachim Löw schweigt, Per Mertesacker schweigt, sein Berater auch. Kein gutes Zeichen.

Denn klar ist bei der Knöchelverletzung des Nationalverteidigers momentan nur, dass nichts klar ist.

Zumal auch die Aussagen von Arsenal-Teammanager Arsene Wenger nicht besonders positiv klingen.

"Mindestens sechs Wochen" werde der Abwehrspieler ausfallen, erklärte der Franzose: "Es können aber auch mehrere Monate werden."

Europameisterschaft in Gefahr

So oder so: Mertesackers Teilnahme an der EM im Sommer in Polen und der Ukraine ist in Gefahr (DATENCENTER: EM-Spielplan).

Nach einer Untersuchung in München bei DFB-Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt stehen die genaue Diagnose, die Behandlungsmethode und die Länge der Zwangspause weiter aus (NEWS: Operation bei Mertesacker).

Selbst mit Glück im Unglück würde der 27-Jährige wohl frühestens am Saisonende wieder einsatzbereit sein und dementsprechend bis zur EM-Nominierung am 8. Mai kaum mehr Spielpraxis bekommen.

Viele Ausfälle gegen Frankreich

Mertesacker ist der aktuell schwerste Fall in Löws Lazarett. Denn im einzigen Testspiel bis zur EM-Vorbereitung am 29. Februar in Bremen gegen Frankreich fehlen gleich mehrere Stammkräfte.

Auch Marco Reus weilte zuletzt bei Müller-Wohlfahrt, weil ihn nach seinem Zehenbruch nun hartnäckige Adduktorenprobleme quälen.

Bastian Schweinsteiger muss nach seinem Außenbandriss mindestens bis Mitte März zuschauen, nachdem der Bayern-Star schon das Ende der Hinrunde wegen eines Schlüsselbeinbruchs verpasst hatte.

Götze-Comeback in den Sternen

Dortmunds Shootingstar Mario Götze laboriert seit Wochen an einer hartnäckigen Schambeinentzündung, die eine Prognose über sein Comeback derzeit fast unmöglich machen.

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Teamkollege Sven Bender hat einen Bänderanriss im Sprunggelenk gerade überwunden, nachdem er am Jahresende wegen eines schmerzhaften doppelten Kieferbruchs ausgefallen war.

Podolski will nächste Woche ins Teamtraining einsteigen

Lukas Podolski steigt nach seinem Bänderriss im Fuß erst nächste Woche wieder ins Kölner Mannschaftstraining ein, seine Berufung fürs Frankreich-Spiel ist offen.

Real-Profi Sami Khedira hat seine hartnäckige Bänderdehnung gerade erst überstanden, und Schalkes Benedikt Höwedes spielt nach einem Jochbeinbruch mit Gesichtsmaske.

Und auch "Oldie" Miroslav Klose musste seinen 33 Jahren zuletzt häufiger Tribut zollen. Mehrfach pausierte der Stürmer in der Rückrunde wegen kleinerer Wehwehchen bei Lazio Rom, im November hatten ihm dauernde Knieschmerzen stark zugesetzt.

"Für uns ist das noch zu verkraften"

Doch noch will sich Löw nicht verrückt machen lassen. "Ich habe keine Panik, wenn sich jetzt einer verletzt. Für uns ist das jetzt noch zu verkraften", sagte der Bundestrainer.

Allerdings dürfte die Nervosität bei der sportlichen Leitung der Nationalmannschaft mit jedem Tag steigen, in dem die Endrunde näher rückt.

Schließlich müssen neben Mertesacker auch Schweinsteiger oder Khedira, der seinen Stammplatz in Madrid erstmal verloren hat, trotz der Verletzungen bis zum Saisonhöhepunkt ihre Topform zurückgewinnen.

Einige Nationalspieler außer Form

Was auch für einige andere Nationalspieler gilt, die in der Rückrunde noch nicht richtig auf Touren gekommen sind. Etwa Jerome Boateng, Andre Schürrle, Christian Träsch oder Cacau.

Doch bis zur Vorbereitung sind Löw die Hände gebunden. Er kann nur abwarten, Espresso trinken und allen seinen EM-Kandidaten Gesundheit wünschen.

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