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Joachim Löw (l.) setzte Per Mertesacker bei der EM 2008 und WM 2010 ein © getty

Abwehr, Sturm und Mittelfeld. Die Verletzungssorgen des Joachim Löw sind mannigfaltig, doch der Bundestrainer bleibt entspannt.

Frankfurt - Abwehrchef Per Mertesacker droht das EM-Aus, Bastian Schweinsteiger, Mario Götze und Lukas Podolski sind seit Wochen verletzt.

Bundestrainer Joachim Löw bleibt aber mit Blick auf seinen Kader für die EURO 2012 in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) völlig entspannt.

"Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet. Wir arbeiten ständig mit einer "Wenn, dann"-Strategie: Wenn dieser Spieler sich verletzt, dann ersetzt ihn jener", erklärte der Bundestrainer im Interview mit "11FREUNDE".

Hoffnung auf die "Kaltstarter"

"Es gibt ja auch Spieler, die während eines Turniers, ohne dass man es vorher so erwartet hätte, einen unglaublichen Willen aufbauen und stark aufspielen, wie etwa Arne Friedrich während der WM in Südafrika", so Löw weiter.

Während Schweinsteiger, Götze und Podolski in den kommenden Wochen wohl wieder ins Geschehen eingreifen und damit bis zur EM auch wieder "Match-fit" sein werden, herrscht um den Zustand des Knöchels von Mertesacker weiter großes Rätselraten.

Teammanager Arsene Wenger vom Mertesacker-Klub FC Arsenal erklärte zuletzt, dass der Innenverteidiger "lange Zeit" ausfallen werde.

Keine Prognosen bei Mertesacker

Der frühere Bremer selbst schweigt zu der Schwere seiner Verletzung. Aus dem Umfeld des Bundestrainers ist zu vernehmen, dass eine Prognose so kurz nach der Operation am vergangenen Freitag unseriös wäre.

Ungeachtet der aktuellen Personalsorgen strebt Löw mit der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bei der Europameisterschaft den ersten Titel seit 1996 an.

Gleichzeitig nahm der Bundestrainer aber den Druck von seinen Spielern - falls die Mission doch scheitern sollte: "Selbst wenn wir nicht Europameister werden, wird die Mannschaft sehr gut gewesen sein und wir werden alle stolz auf sie sein können. Die Entwicklung der Mannschaft wird mit diesem Turnier nicht zu Ende sein, egal wie sie spielt."

Den vierten Titel im Visier

Der dreimalige Welt- und Europameister trifft bei der EM in einer schweren Endrundengruppe auf die Niederlande, Portugal und Dänemark.

Nach der souveränen EM-Qualifikation geht die DFB-Auswahl definitiv als einer der Favoriten ins Turnier und will zum vierten Mal nach 1972, 1980 und 1996 Europameister werden. Um das Turnier zu gewinnen, muss aber insbesondere auch Welt- und Europameister Spanien geschlagen werden.

"Aggressivität und Härte nicht genug"

"Man muss fußballerisch besser sein als sie, nur mit Aggressivität und Härte wird man Spanien nicht in die Knie zwingen können. Fußballerisch zu überzeugen, ist die einzige Lösung, wenn man sich nicht auf das Glück verlassen will", sagte Löw.

Am Mittwoch wird der 52-Jährige den Kader für das Duell mit Frankreich am 29. Februar in Bremen bekanntgeben. Nach dem Ausfall des zuletzt starken Gladbachers Patrick Herrmann sind bei der Nominierung keine Überraschungen zu erwarten.

Scheitern ist kein Thema

Für Löw ist es die einzige Testmöglichkeit vor der Berufung des endgültigen 23-köpfigen EM-Aufgebots am 7. oder 8. Mai.

Dennoch will Löw die Bedeutung des Spiels "nicht überbewerten. Wichtig ist die Vorbereitung im Mai. Wir haben unabhängig von diesem Spiel eine gute Basis."

Kein Thema sind für Löw auch die Diskussionen um ein mögliches Scheitern der Nationalmannschaft bei der EM bereits in der Gruppenphase. Sollte seine Zeit als Bundestrainer dennoch früher zu Ende gehen als geplant, kann sich Löw auch wieder eine Arbeit als Klub-Trainer vorstellen.

"Ich möchte nicht ausschließen, dass mir die Arbeit als Vereinstrainer auch mal wieder Spaß machen könnte. Wenn sie mich heute fragen, würde ich sagen, dass es mich eher ins Ausland zieht", sagte Löw.

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