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Michel Platini erzielte in 72 Länderspielen für Frankreich 41 Tore © getty

Testspielgegner Frankreich begegnet der deutschen Nationalmannschaft mit großem Respekt. Bundestrainer Löw bremst die Euphorie.

Frankfurt/Main - UEFA-Chef Michel Platini hat schon seit Jahren "Albträume" wegen der deutschen Nationalmannschaft.

Für Frankreichs Nationaltrainer Laurent Blanc ist die DFB-Auswahl schon vor dem direkten Duell am Mittwoch in Bremen (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) der absolute EM-Titelfavorit:

Doch Bundestrainer Joachim Löw bremst 103 Tage vor Beginn der EURO 2012 in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) weiter die bisweilen überbordende Euphorie. (521749DIASHOW: Der Kader für das Frankreich-Spiel)

"Natürlich ist uns bewusst, dass die Erwartungen der deutschen Fans sehr, sehr hoch sind. Nach unserer starken Qualifikation ist die Fallhöhe für unsere Mannschaft natürlich etwas höher. Aber ich gehe auch davon aus, dass unsere jungen Spieler schwindelfrei sind", sagte der 52-Jährige.

Heiße Phase beginnt

Mit dem Prestigeduell gegen Frankreich beginnt für die Auswahl des DFB die heiße Phase der Vorbereitung auf die EM.

Am Montag trifft sich das 22-köpfige Aufgebot in Bremen, um am Feinschliff für das Spiel gegen die "Equipe Tricolore" zu arbeiten.

Die beiden abschließenden Tests für die EURO 2012 finden am 26. Mai in Basel gegen die Schweiz und am 1. Juni in Leipzig gegen Israel statt.

Trotz der starken EM-Endrundengruppe mit den Gegnern Niederlande, Portugal und Dänemark geht der dreimalige Welt- und Europameister neben Titelverteidiger und WM-Champion Spanien als einer der Topfavoriten in das Turnier.

Ziel ist der erste Titel einer deutschen Mannschaft seit 1996.

"Der Rest ist so lala"

Und wenn man dem kommenden Gegner Frankreich so zuhört, führt der Triumph bei der EURO im Sommer ohnehin nur über Deutschland.

"Deutschland hat derzeit das beste Team Europas, sehr jung, sehr kreativ. Kein Punktverlust in der EM-Qualifikation - Ihr seid die großen Favoriten für die Europameisterschaft, zusammen mit Spanien", sagte Platini der "Welt am Sonntag".

Die Mannschaft der Franzosen, die Platini 1984 zum EM-Titel geführt hatte, lebe dagegen nur von einigen wenigen Einzelkünstlern: "Wir haben zwei, drei wirklich gute Spieler wie Karim Benzema und Franck Ribery. Der Rest ist so lala."

Großer Respekt bei Blanc

Doch nicht nur Platini, auch Frankreichs Nationaltrainer Blanc schwärmt in höchsten Tönen von der deutschen Elf.

"Die EM wird eine große Bewährungsprobe für uns. Umso besser ist es, dass wir vorher noch einmal gegen das beste Team der Welt spielen. Wir haben zwar längst nicht das Niveau der deutschen Mannschaft, aber der Test am Mittwoch wird uns ihnen wieder ein Stück näher bringen", sagte Blanc, der im offensiven Mittelfeld insbesondere auf Bayern-Star Ribery setzt.

Auf wen Bundestrainer Löw am Mittwoch in Bremen setzt, ist derzeit noch unklar.

Wiese darf wohl ran

Wegen der verletzungsbedingten Ausfälle von Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski, Per Mertesacker und Mario Götze muss Löw die Mannschaft im Vergleich zu den vorherigen Auftritten beim EM-Mitausrichter Ukraine (3:3) und gegen Vizeweltmeister Niederlande (3:0) auf einigen Positionen ändern.

Auch die Torwart-Frage ist weiterhin offen. Es gilt jedoch als gesichert, dass Lokalmatador Tim Wiese in "seinem" Stadion zumindest eine Halbzeit zum Einsatz kommen wird.

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