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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Für Löw ist der Frankreich-Test das letzte Spiel vor der Berufung des EM-Kaders © getty

Das erste Länderspiel im EM-Jahr steht unter keinem guten Stern. Gegen Frankreich muss Löw auf ein halbes Dutzend Profis verzichten.

Bremen - Kapitän Philipp Lahm und Vize Bastian Schweinsteiger nicht an Bord, Absagen von Routiniers wie Lukas Podolski und Per Mertesacker und dazu noch die Ausfälle von Mario Götze und Sven Bender:

Der Länderspiel-Klassiker zwischen Deutschland und Frankreich zum Auftakt des EM-Jahres 2012 am Mittwoch in Bremen (Mi, ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) ist zumindest aus Sicht der Gastgeber ein Muster ohne großen Wert.

Was Joachim Löw im Gegensatz zu früher aber nicht aus der Ruhe bringt.

Löw bleibt gelassen

"Die Entwicklung der Mannschaft über die letzten Jahre, vor allem seit 2010, macht mich gelassen. Wenn man zehn Siege in der EM-Quali hat und zudem einige sehr gute Testspielergebnisse vorweisen kann, hängt unsere Zukunft nicht von einem Testspielergebnis ab", sagte Löw.

"Daran müssen wir uns jetzt nicht messen lassen", erklärte der Bundestrainer kurz nach dem Treffen seiner Mannschaft am Montagmittag an der Weser unmissverständlich.

"Das Ergebnis wird uns je nachdem nicht beflügeln oder das Selbstvertrauen rauben. Wir werden nicht alles infrage stellen."

Keine Nachnominierungen

Trotz der aktuellen Ausfälle Lahm (Schleimbeutelentzündung) und Sven Bender (Nasenbein- und Augapfelprellung) verzichtete Löw auf Nachnominierungen (521749DIASHOW: Der Kader für das Frankreich-Spiel).

Zwar möchte der 52-Jährige vor 42.000 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion da anknüpfen, wo seine Mannschaft im November bei der 3:0-Gala gegen EM-Vorrundengegner Niederlande aufgehört hat.

Das Resultat ist hinsichtlich der Planung für die EURO in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) aber sekundär, wenngleich sich Löw hinsichlich der Nominierung des EM-Kaders Anfang Mai gegen die Franzosen noch den ein oder anderen Fingerzeig erhofft:

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Klose ersetzt Lahm als Kapitän

"Dieses Spiel gegen Frankreich ist das Ende einer ganzen Reihe von Testspielen, die wir seit 2010 hatten. Wir haben weit über 20 Spieler eingesetzt, ohne große Formschwankungen zu haben. Das zeigt, dass wir viele adäquate Spieler auf allen Positionen haben. Wir werden aber wie immer bei solchen Spielen gute Erkenntnisse mitnehmen und verwerten."

Gegen die Franzosen, die nach ihrer desaströsen WM 2010 in Südafrika nach Ansicht von Löw wieder ihr wahre Leistungsstärke erreicht hätten und über viele Spieler mit Weltklasseformat verfügen, soll anstelle von Lahm Italien-Legionär Miroslav Klose die Kapitänsbinde tragen, sofern dieser überhaupt mitwirken kann.

"Wenn wir mit Miro beginnen, dann ist klar, dass er Kapitän ist. Ihn plagen aber noch leichte Rückenprobleme", berichtete der Bundestrainer über den Ex-Bayern, der am Sonntag mit seinem Siegtreffer zum 1:0 gegen den AC Florenz seinen Klub Lazio Rom vorerst aus der Krise geschossen hatte.

Lob für Ribery

Die Krise der Bayern hatte in Franck Ribery ausgerechnet ein Franzose beendet, den Löw einen Tag später in den höchsten Tönen lobte.

"Er hat in Deutschland schon eine Unmenge an guten Spielen gemacht. Er beherrscht das Eins gegen Eins schon fast in Perfektion. Er war nicht nur gegen Schalke auffallend stark, agil und torgefährlich. Ribery ist schon in den letzten Jahren der Schlüsselspieler bei den Bayern", so Löw über den französischen Mittelfeldspieler.

Aber auch für die deutschen Nationalspieler in Reihen der Bayern, die zuletzt nur selten überzeugen konnten, hatte der Bundestrainer aufmunternde Worte parat.

"Was die Formschwankungen einzelner Spieler betrifft, bin ich gelassen. Das ist ein völlig normaler Werdegang im Jahr. Bei den Bayern wird das Thema immer besonders hervorgehoben. Ich habe das Gefühl, dass erlebe ich jedes Jahr. Da ist schnell eine Krise, die auch schnell wieder beendet wird. Was ein Spieler über ein Jahr in der Liga und international erlebt hat, das ist wichtig", sagte Löw.

Torwartfrage noch ungeklärt

Der Bundestrainer stellte noch einmal klar, dass er auf einen Einzug der Bayern ins Finale der Champions League hoffe, auch wenn dies die EM-Vorbereitung der Nationalelf beeinträchtigen würde.

Vor der ersten von nur zwei Trainingseinheiten vor dem Härtetest gegen den Ex-Weltmeister wollte und konnte Löw noch keine personellen Details verraten. Ob Lokalmatador Tim Wiese oder die Nummer eins Manuel Neuer zwischen den Pfosten steht, sei noch unklar und werde noch mit Torwarttrainer Andreas Köpke diskutiert.

Möglich sei auch, dass beide Keeper je eine Hälfte zum Einsatz kommen. Unabhängig von der Aufstellung solle seine Mannschaft mit der "selben Leichtigkeit" in die Partie gehen, die sie bei und vor allem auch nach der WM 2010 ausgezeichnet habe, betonte der Bundestrainer.

Das Aufgebot für das Länderspiel gegen Frankreich:

Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Tim Wiese (Werder Bremen)

Abwehr: Dennis Aogo (Hamburger SV), Jerome Boateng (Bayern München), Holger Badstuber (Bayern München), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Mats Hummels (Borussia Dortmund), Christian Träsch (VfL Wolfsburg), Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund)

Mittelfeld: Lars Bender (Bayer Leverkusen), Sami Khedira (Real Madrid), Toni Kroos (Bayern München), Thomas Müller (Bayern München), Mesut Özil (Real Madrid), Marco Reus (Borussia Mönchengladbach), Simon Rolfes (Bayer Leverkusen), Andre Schürrle (Bayer Leverkusen)

Angriff: Mario Gomez (Bayern München), Miroslav Klose (Lazio Rom), Cacau (VfB Stuttgart)

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