vergrößernverkleinern
Mesut Özil wechselte 2010 von Werder Bremen zu Real Madrid © getty

Özils Pässe begeistern bei Real und im DFB-Team. Vor dem Test gegen Frankreich demonstriert der Mittelfeldspieler Selbstvertrauen.

Von Christian Stüwe und Thorsten Mesch

München/Bremen - Mesut Özil betrat den Raum, blickte zunächst unter sich und stellte sich dann ein wenig verlegen den Kameras der zahlreichen Fotografen.

Doch als auf der Pressekonferenz vor dem Testspiel des DFB-Teams gegen Frankreich (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) die Sprache auf die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine kam, legte der Mittelfeldspieler von Real Madrid jegliche Schüchternheit ab. (521749DIASHOW: Der Kader für das Frankreich-Spiel)

"Unser Ziel ist der Titel, den wollen wir holen", erklärte Özil bestimmt: "Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen können."

Außerhalb des Platzes ist der 23-Jährige nach wie vor ein Leisetreter, doch das Selbstbewusstsein Özils ist groß.

Und dafür gibt es genug Gründe.

Nach seinem Wechsel in die spanische Hauptstadt im Sommer 2010 schaffte er den Durchbruch in den Kreis der besten Mittelfeldspieler der Welt.

Auch im DFB-Trikot zeigte Özil in der EM-Qualifikation konstant gute Leistungen.

Nationalspieler des Jahres 2011

Die Mitglieder des Fanklubs der Nationalmannschaft honorierten dies mit der Wahl zum Nationalspieler des Jahres 2011.

Özil erfuhr am Dienstagmorgen von der Auszeichnung. "Ich bin natürlich sehr glücklich darüber", erklärte er:

"Das ist eine schöne Auszeichnung für mich. Ich danke den Fans, dass sie mir das Vertrauen gegeben haben."

[kaltura id="0_9cwed5oc" class="full_size" title=" zil berzeugt vom Titel"]

Flick: "Er spielt sensationelle Pässe"

Auch bei den Real-Fans genießt Özil höchste Wertschätzung.

"Ich habe ihn einige Male schon in Madrid spielen sehen", berichtete DFB-Co-Trainer Hansi Flick: "Wenn er am Ball ist, geht ein Raunen durch das Publikum. Er spielt sensationelle Pässe, hat sich toll entwickelt."

In Jose Mourinhos Star-Ensemble hat Özil seinen festen Platz.

In der ersten Saison gewannen er und Sami Khedira mit der Mannschaft den Pokal, aktuell führt Real die Primera Division mit zehn Punkten Vorsprung vor dem Erzrivalen aus Barcelona an, auch das Champions-League-Finale in München haben Özil und seine Kollegen im Blick.

Glücklich bei Real

"Ich bin natürlich froh, dass ich beim größten Verein der Welt spielen darf. Ich bin in Madrid viel, viel reifer geworden", erklärte der in Gelsenkirchen geborene Deutsch-Türke: "Ich musste mich natürlich integrieren, Sprache und Kultur kennenlernen. Aber die Menschen dort haben es mir einfach gemacht und mir sehr geholfen."

Die spanische Meisterschaft mit Real ist fest eingeplant, im Sommer soll dann der große Coup mit der Nationalmannschaft folgen.

"Unser Ziel muss sein, auf uns zu schauen", erklärte Özil: "Wenn wir unser Potenzial abrufen, können wir gegen jeden bestehen."

Späße im Real-Training

In diese Einschätzung schließt Özil auch den großen Konkurrenten Spanien mit ein. Der Welt- und Europameister beendete sowohl 2008 wie auch 2010 die deutschen Träume vom ersten Titel seit 1996.

Das soll diesmal anders werden. Özil kennt die Spieler der "Furia Roja" mittlerweile sehr genau, beim Real-Training ist die anstehende EM längst ein Thema.

"Ab und zu machen wir im Training Späße", erklärte Özil: "Die Mitspieler haben viel Respekt, genauso wie wir auch. Wir wissen, wie stark wir sind. Aber wir wissen auch, wie stark die anderen sind."

Wiedersehen mit Bremer Fans und Freunden

Neben Spanien nannte Özil auch die Niederlande als Mitfavoriten. Und den Testspielgegner Frankreich.

"Ich freue mich auf das Spiel", sagte er: "Es wird sehr schwer für uns werden, weil Frankreich eine starke Mannschaft hat."

Besonders freut sich Özil, dass das Spiel in Bremen stattfindet, wo er von 2008 bis 2010 für Werder auflief. Viele alte Freunde habe er bereits getroffen, berichtete der Mittelfeldspieler, er freue sich sehr, wieder in der Hansestadt zu sein.

Und auch die Fans in Bremen dürften sich freuen, ihren ehemaligen Spielmacher wiederzusehen, der mittlerweile zum Weltstar gereift ist.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel