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Klose (l.) und Özil haben zusammen 143 Länderspiele auf dem Konto © getty

Seit 1987 hat Deutschland nicht mehr gegen Frankreich gewonnen. Das soll sich in Bremen ändern. SPORT1 hat die Fakten zum Spiel.

Aus Bremen berichtet Thorsten Mesch

Bremen - Für Mesut Özil und Miroslav Klose ist es eine Rückkehr an ihre ehemalige Wirkungsstätte, und auch für Tim Wiese ist der Test gegen Frankreich (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) kein gewöhnliches Spiel.

"Es ist für mich etwas ganz Besonderes, in meinem Wohnzimmer zu spielen", sagt der Bremer Torhüter, der vor heimischem Publikum über 90 Minuten spielen soll (Bericht).

Klose führt die deutsche Mannschaft als Kapitän auf den Rasen des Weserstadions und Özil will zeigen, wie enorm er sich seit seinem Wechsel von Bremen zu Real Madrid vor eineinhalb entwickelt hat.

"Ich bin in Madrid viel, viel reifer geworden", sagte Özil am Dienstag.

Spieler im Fokus: Mesut Özil und Franck Ribery

Mit Real steht der Mittelfeldregisseur nach dem Gewinn des spanischen Pokals im vergangenen Jahr bei zehn Punkten Vorsprung auf den FC Barcelona vor der Meisterschaft, mit dem DFB-Team will er Europameister werden.

"Wenn wir unser Potenzial abrufen, können wir gegen jeden bestehen", glaubt Özil (Bericht).

Sein großes Potenzial, das er zuletzt beim FC Bayern zeigte, will Franck Ribery endlich auch im Nationalteam unter Beweis stellen.

"Er ist auf seiner Position sicher einer der besten Spieler der Welt. Solche Spiele machen Spaß und bringen einen weiter", sagte Jerome Boateng, der im direkten Duell auf seinen Vereinskollegen treffen dürfte (EXKLUSIV: Jerome Boateng im SPORT1-Interview).

Deutschland wird in Bremen zum ersten Mal im neuen grünen Auswärtstrikot auflaufen.

Auch die Franzosen werden ein neues Trikot im Matrosenlook präsentieren. Das Dress ist in Weiß gehalten mit Ausnahme von sieben dünnen blauen Streifen an beiden Ärmeln.

Frankreich im direkten Vergleich vorn

Gegen Frankreich haben sich deutsche Mannschaften in der Vergangenheit schwer getan.

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Die Länderspielbilanz ist negativ. In 23 Begegnungen gab es acht Siege und zehn Niederlagen. Im letzten Vergleich am 12. November 2005 im Pariser Prinzenpark trennten sich die beiden Teams 0:0.

Der letzte Sieg gegen Frankreich liegt schon fast ein Vierteljahrhundert zurück: Am 12. August 1987, viele der aktuellen DFB-Kicker waren damals noch gar nicht geboren, gewann Deutschland 2:1.

Beide Tore in Berlin erzielte der damalige Bremer Rudi Völler, für Frankreich traf Eric Cantona. Werders heutiger Sportdirektor Klaus Allofs spielte im Angriff neben Völler.

Seit 1987 gab es vier Niederlagen und ein Remis.

[kaltura id="0_e5iav0gl" class="full_size" title="Ribery soll es richten"]

Prominenz auf der Tribüne

Der scheidende DFB-Präsident Theo Zwanziger würde sich sicher freuen, wenn diese Negativserie zu Ende gehen würde - zumal er das letzte Mal in offizieller Funktion bei einem Länderspiel auf der Tribüne sitzen wird.

Im Stadion werden auch Johan Micoud (Double-Gewinner 2004 mit Bremen) und andere ehemalige Werder-Größen sein.

Arsene Wenger (Teammanager FC Arsenal) wird ebenfalls vor Ort sein. Vielleicht hat er ja Neuigkeiten in Sachen Lukas Podolski (BERICHT: Gunners statt Geißböcke: Podolski vor Absprung)?

Beide Teams beklagen prominente Ausfälle

Podolski spielte zwar am Samstag im Derby zwischen Köln und Leverkusen, wird aber beim DFB geschont und steht nicht im Aufgebot.

Bundestrainer Joachim Löw muss verletzungsbedingt auf Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Sven Bender verzichten (521749DIASHOW: Der Kader für das Frankreich-Spiel).

Frankreichs Trainer Laurent Blanc steht Real Madrids Torjäger Karim Benzema nicht zur Verfügung. Da auch Marseilles Angreifer Loic Remy fehlt, wird Olivier Giroud den Platz im Sturmzentrum einnehmen.

"Er ist immer für ein Tor gut. Wir hoffen, dass er international ähnlich auftrumpfen kann wie in Montpellier", meinte Blanc.

Arsenals Mittelfeldstratege Abou Diaby befindet sich noch im Aufbautraining.

Das sagen die Trainer:

Joachim Löw: "Dieses Spiel gegen Frankreich ist das Ende einer ganzen Reihe von Testspielen, die wir seit 2010 hatten. Wir werden wie immer bei solchen Spielen gute Erkenntnisse mitnehmen und verwerten. Wenn man zehn Siege in der EM-Quali hat und zudem einige sehr gute Testspielergebnisse vorweisen kann, hängt unsere Zukunft nicht von einem Testspielergebnis ab. Das Ergebnis wird uns je nachdem nicht beflügeln oder das Selbstvertrauen rauben."

Laurent Blanc: "Wir sind uns der Qualität des Gegners bewusst. Deutschland attackiert sehr schnell, aber ich erwarte von meiner Mannschaft, dass sie dagegen halten und zulegen kann. Wir werden versuchen, unseren Matchplan umzusetzen und Deutschland vor Probleme zu stellen."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Deutschland: 12 Wiese/Werder Bremen (30 Jahre/5 Länderspiele) - 20 Boateng/Bayern München (23/19), 5 Hummels/Borussia Dortmund (23/12), 14 Badstuber/Bayern München (22/17), 2 Schmelzer/Borussia Dortmund (24/5) - 6 Khedira/Real Madrid (24/24), 18 Kroos/Bayern München (22/24) - 13 Müller/Bayern München (22/25), 8 Özil/Real Madrid (23/30), 9 Schürrle/Bayer Leverkusen (21/11) - 11 Klose/Lazio Rom (33/113).

Frankreich: Lloris/Olympique Lyon (25/30) - Debuchy/OSC Lille (26/2), Rami/FC Valencia (26/16), Mexes/AC Mailand (29/22), Abidal/FC Barcelona (32/60) - M'Vila/Stade Rennes (21/17), Cabaye/Newcastle United (26/9) - Amalfitano/Olympique Marseille (26/0), Martin/FC Sochaux (24/9), Ribery/Bayern München (28/56) - Giroud/HSC Montpellier (25/2).

Schiedsrichter: Paolo Tagliavento (Italien)

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