Gomez: "Chancen nutzen - sonst wird es sehr eng"
Aus der Ukraine berichtet Thorsten Mesch
Lwiw - In den ersten beiden Spielen gehörte das Rampenlicht Mario Gomez.
Dem Bayern-Stürmer gelangen in den ersten beiden Spielen gegen Portugal (1:0) und die Niederlande (2:1) alle drei DFB-Treffer. (DATENCENTER: Der EM-Spielplan)
Beim 2:1-Arbeitssieg gegen Dänemark ( Spielbericht) fungierte Gomez dann als Vorbereiter, legte die Führung für Jubilar Lukas Podolski elegant mit der Hacke vor. (DIASHOW: Das DFB-Team in der Einzelkritik)
Auch ohne Gomez-Treffer gelang Deutschland dann dank Lars Bender der dritte Sieg im dritten Spiel und damit der Einzug ins Viertelfinale gegen Griechenland (Fr., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) .
Im SPORT1-Interview spricht der 26-Jährige über das Zittern gegen "Danish Dynamite" und welche Lehren daraus für das Griechenland-Spiel zu ziehen sind.
SPORT1: Herr Gomez, gegen Dänemark hatte die deutsche Mannschaft in der Anfangsphase mehrere gute Möglichkeiten, aber sie hat sie nicht genutzt. Haben Sie am Weiterkommen gezweifelt?
Mario Gomez: Ich hatte überhaupt keine Zweifel. Dafür, dass Dänemark so defensiv gespielt hat, haben wir es in der ersten Halbzeit nach vorne gut gemacht. Wir haben uns drei, vier hundertprozentige Chancen herausgespielt. Die hätten wir auch machen müssen, das ist klar, dann hätten wir es in der zweiten Halbzeit viel ruhiger gehabt, so wurde es noch einmal eng. ( VOTING: 11 aus 23)
SPORT1: Im anderen Spiel führte Portugal plötzlich gegen die Niederlande. Das Spiel gegen Dänemark stand "auf des Messers Schneide", wie Bundestrainer Joachim Löw sagte. Wie sind Sie mit der Situation umgegangen?
Gomez: Klar war es ein komisches Gefühl, aber ich finde nicht, dass die Dänen auf das Siegtor gedrängt hätten, Sie hatten jetzt nicht die großen Chancen gehabt. Wir haben die Dinger liegen lassen. Wenn wir die genutzt hätten, wären wir mit einem 2:1 oder 3:1 in die Halbzeit gegangen. Dann wäre das Spiel ganz anders gelaufen.
SPORT1: Ihre Kollegen haben gesagt, Nicklas Bendtner sei sehr schwer zu verteidigen gewesen. Er hat den Kopfball vor dem 1:1 durch Michael Krohn-Dehli gewonnen. Sie kamen auch nicht mehr ran. Was lief bei den Ecken der Dänen falsch? ( GAMES: Das EM-Quartett)
Gomez: Das Doofe ist, dass wir ja wussten, was kommt. Wir haben danach umgestellt und als Mats gegen ihn gespielt hat, lief es besser. Sie haben uns natürlich beobachtet und gesehen, dass unsere Schwäche bei Standards der zweite Pfosten ist. Wir haben den Fehler nicht abgestellt, und sie haben ihre Chance genutzt.
SPORT1: Lars Benders Tor hat das Zittern beendet. Was sagen Sie zu seiner Leistung und seinem Treffer?
Gomez: Es ist schön, dass er das Tor gemacht hat. Der Trainer fordert immer wieder von den Außenspielern, dass sie durchlaufen. Ich weiß gar nicht, wie viele Meter er nach vorne gesprintet ist. Er hat sich belohnt und uns belohnt und ich freue mich für ihn.
SPORT1: Was erwarten Sie vom Viertelfinale gegen Griechenland? Wird es ähnlich schwierig?
Gomez: Gegen die Griechen wird das Spiel ähnlich sein. Sie werden gut verteidigen, wir müssen geduldig sein und unsere Chancen nutzen. Ich glaube, dass wir die bessere Mannschaft sind und weiterkommen. Aber wenn wir unsere Chancen nicht nutzen, dann wird es sehr eng werden.
SPORT1: Gaben denn die Siege in der Todesgruppe Selbstvertrauen?
Gomez: Natürlich. Wir haben in dieser bärenstarken Gruppe drei Siege geholt. Holland fährt mit null Punkten nach Hause. Wir können uns nach wie vor verbessern, aber das ist auch gut. Drei Siege zu haben und sich trotzdem noch verbessern zu können zeigt, dass wir unheimlich viel Qualität haben.