Schweinsteiger: Kein Problem mit der Ersatzbank
Von Hardy Heuer
München - Es läuft bei Bastian Schweinsteiger einfach nicht wie gewünscht, seiner Form läuft er weit hinterher.
Jetzt spricht der DFB-Star erstmals Klartext und würde sogar eine Verbannung auf die Ersatzbank hinnehmen.
"Wenn der Bundestrainer so entscheidet, hätte ich kein Problem damit", erklärte Bayerns Mittelfeldspieler der "Welt am Sonntag".
Dabei gab er auch zu, dass er alles andere als in Topform ist.
Vielmehr ist seine Sprunggelenksverletzung, die ihn stark beeinträchtigt, der Grund für sein Formtief.
"Knöchel macht mir Sorgen"
"Um ehrlich zu sein, macht mir mein Knöchel Sorgen", erklärte der deutsche Nationalspieler.
"Das ist nicht optimal verheilt", sagte Schweinsteiger über seinen im Februar zugezogenen Außenbandriss.
Lahm: "Brauchen fitte Spieler"
Stellt sich die Frage, ob ihm Joachim Löw spätestens jetzt im Halbfinale eine Pause gönnt, zumal mit Toni Kroos eine starke Alternative zur Verfügung steht (Voting: Wer soll im Halbfinale ran?).
Und auch Kapitän Philipp Lahm betonte in der Pressekonferenz am Sonntag: "Wir brauchen fitte Spieler. Zwei, drei Prozent weniger reichen nicht."
Schweinsteiger will sich aber durchbeißen. "Die Zeit ist noch nicht gekommen, wo ich mich schonen kann", sagte er. "Ich bin ja fit. Es ist keine Frage der Ausdauer."
Laufstark, aber gehandicapt
Die Statistik gibt ihm recht. Bei dieser EM läuft kein Spieler mehr als der Deutsche, eine Strecke von 11,88 km hat er beim 4:2 gegen Griechenland abgespult.
Gleichwohl bestätigt er an anderer Stelle indirekt, dass er verletzt ist.
"Momentan ist das nicht so einfach. Wenn ich verletzt bin, bin ich schlecht gelaunt", gab Schweinsteiger Einsicht in sein Innenleben.
"Ich würde gerne so spielen, wie mein Kopf es mir sagt. Aber mein Körper lässt es nicht zu. Es geht um kleine Bewegungen im Spiel, um Explosivkraft."
Schwache Partie gegen Griechenland
Dies wurde gegen Griechenland ( Bericht) deutlich, wo er ungewöhnliche Fehler produzierte (DIASHOW: Die Bilder des Spiels).
"Mir sind einige Fehlpässe unterlaufen, die mir sonst nie passieren", übte Schweinsteiger Selbstkritik:
"Ich habe vor dem Griechenlandspiel nur das Abschlusstraining absolvieren können. Da fehlt einem was. Aber solche Fehlpässe dürfen einem Spieler wie mir nicht passieren."
Die Kritik an seiner Person lasse ihn aber kalt: "Mir ist das egal. Ich versuche mich voll in den Dienst der Mannschaft zu stellen."
Khedira trumpft auf
Dass trotz seines großen Einsatzes Sami Khedira die Lorbeeren erntet, stört Schweinsteiger ebenfalls nicht.
"Er spielt sehr gut, er hat das verdient. Ich muss nicht den Zampano geben, nur um gute Noten zu bekommen", stellte er klar.
Wichtig sei nur der Erfolg des Teams. (DATENCENTER: Der EM-Spielplan)
"Wir haben hoffentlich noch zwei Spiele, da beiße ich mich durch" sagte Schweinsteiger mit Blick auf das Halbfinale und ein mögliches Endspiel:
"Danach muss ich allerdings sehen, dass ich endlich mal wieder ganz gesund werde."
Droht ein Robben-Szenario?
Die Bayern-Verantwortlichen dürften das nicht gerne hören, schließlich könnte Schweinsteiger nach der EM eine längere Pause drohen, wenn er sein Sprunggelenk zu stark überlastet.
Es droht ein Szenario wie 2010, als Arjen Robben verletzt von der WM zurückkehrte und anschließend die komplette Hinrunde ausfiel.
Steigerungspotential vorhanden
Damit will sich Schweinsteiger momentan aber nicht beschäftigen, denn das große Ziel ist noch nicht erreicht.
"Wir sind schon dominant. Aber wir müssen an den Punkt kommen, an dem der Gegner überhaupt keine Chance hat", sieht er noch Steigerungspotenzial beim DFB-Team:
"Wir sind hier mit der Nationalmannschaft auf einem guten Weg."
Ob es aber am Ende für den Titel reicht, kann er nicht versprechen: "Wenn ein anderes Team besser ist als wir, dann hat es auch verdient zu gewinnen."