Schweinsteiger bleibt der Kopf der Mannschaft
Hallo Fußball-Freunde,
Die deutsche Mannschaft hat gegen Griechenlands Beton-Abwehr insbesondere im Offensivspiel deutlich zugelegt und hätte normalerweise wesentlich höher gewinnen müssen.
Dabei waren Jogi Löws personelle Umstellungen erfolgreich. Für mich war aber die taktische Umstellung viel wichtiger: Weg vom klassischen 4-2-3-1 auf ein 4-1-4-1-System.
Damit hatten wir eine Offensivposition im zentralen Mittelfeld mehr, wodurch Mesut Özil extrem profitiert hat. Das war für mich der Schlüssel zum Sieg.
Ich sehe auch Bastian Schweinsteiger nicht so kritisch wie viele andere. Er hat gegen Griechenland eine wichtige Rolle eingenommen und trotz seiner Fehlpässe für Stabilität im Defensivbereich gesorgt.
Für mich ist er der uneingeschränkte Kopf der Mannschaft. Ein ganz fantastischer Spieler, der auch als Persönlichkeit für das Team extrem wichtig ist.
Im Halbfinale rechne ich mit einer Rückkehr von Lukas Podolski anstelle von Andre Schürrle. Und ich bin ein Verfechter von Mario Gomez. Er ist für mich der kompletteste und beste Stürmer, den wir haben.
Gespannt bin ich, wie die Mannschaft mit der großen Erwartungshaltung umgehen wird, die selbst durch ihre guten Leistungen erzeugt hat.
Wenn wir im Halbfinale ausscheiden, kann man nicht von einem guten Turnier sprechen.
Wir müssen uns jetzt daran messen lassen, dass Deutschland wieder einen großen Titel gewinnen muss, um damit die positive Entwicklung der letzten Jahre zu vollenden.
Deshalb sollten wir den Sieg gegen die Griechen auch nicht zu hoch hängen. Das ist bei allem Respekt keine europäische Top-Mannschaft.
Wenn wir die Fehler in der Defensive gegen England oder Italien im Halbfinale nicht abstellen, werden wir Probleme bekommen.
Ich glaube aber, dass es auf ein Finale zwischen Deutschland und Spanien zuläuft. Und dann wird man sehen, welches System das Bessere ist.
Ob Jogi Löw und die Spieler aus den beiden Erfahrungen der letzten Turniere gelernt haben. Und ob sie diesmal mit der Überzeugung ins Spiel gehen werden, Spanien schlagen zu können.
Bis demnächst,
Euer Thomas Strunz
Thomas Strunz, Europameister von 1996, wechselt sich als Experte im Hasseröder EM-Doppelpass und bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Thomas Helmer ab.