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Tim Wiese (r.) wechselte 2005 von Kaiserslautern nach Bremen © imago

Lange Zeit hat Bremens Torhüter Tim Wiese auf eine Nominierung in die Nationalmannschaft warten müssen. Nun ist es soweit.

München - Auf der Berg- und Talfahrt seiner Karriere geht es für Tim Wiese derzeit steil nach oben.

Mit seiner ersten Einladung zur Nationalmannschaft ist für den Torwart von Werder Bremen ein lang ersehnter Traum in Erfüllung gegangen.

Nach einer starken Bundesliga-Saison ohne die für ihn sonst üblichen Ausreißer hat der 26-Jährige nun auch die erhoffte Anerkennung von Bundestrainer Joachim Löw erhalten und darf sich beim Länderspiel der DFB-Auswahl gegen Belgien am Mittwoch (ab 20.45 Uhr LIVE ) in Nürnberg auf ein Highlight seiner Profi-Laufbahn freuen.

Wiese profitiert von Verletzung

"Jeder Fußballer träumt von der Nationalmannschaft. Jetzt habe ich den Fuß in die Tür bekommen", sagte der Keeper zu seiner überraschenden Nachnominierung als Ersatz für den verletzten Leverkusener Rene Adler (Schulterprellung).

Dass er dabei wohl zunächst auf der Reservebank Platz nehmen muss, schmälert Wieses Freude nicht: "Wichtig ist, dabei zu sein. Ich sehe das als Lohn für meine Leistungen und bin total happy."

"Er hat sich seine Chance verdient"

Die positive Entwicklung des Bremer Schlussmanns - auf und neben dem Platz - ist auch Löw nicht verborgen geblieben.

"Tim hat in der vergangenen Saison regelmäßig in der Champions League gespielt. Er hat sich seine Chance verdient", meint der DFB-Coach.

Frühere Irritationen, die Wiese mit allzu selbstbewussten Sprüchen und Forderungen in Richtung Nationalmannschaft hervorgerufen hatte, spielen offenbar keine Rolle mehr. "Ich denke, diese Sachen sind abgehakt", erklärt der gereifte Torhüter.

Extrovertierter Paradies-Vogel

In der Vergangenheit galt Wiese als extrovertiert - bisweilen exzentrisch. Als stets wohlgebräunter Beau mit sehr ausgeprägter Muskulatur unter den zumeist quietschbunten Trikots sorgte er ebenso für Gesprächsstoff wie mit seinen regelmäßigen Fauxpas im Kasten der Hanseaten.

Unvergessen ist sein Aussetzer vor zweieinhalb Jahren im Champions-League-Achtelfinale gegen Juventus Turin, der Werder damals in letzter Minute das bittere Aus bescherte.

Patzer und Verletzungspech

Auch Anfang dieses Jahres stand Wiese wieder einmal in der Schusslinie, als er mit zwei Patzern im UEFA-Cup gegen die Glasgow Rangers Bremens Scheitern im Achtelfinale mitverschuldete.

Allerdings ließ er sich von solchen Rückschlägen ebenso wenig aus der Bahn werfen wie von schweren Verletzungen, die den gebürtigen Rheinländer in Form zweier Kreuzbandrisse 2005 nach seinem Wechsel vom 1. FC Kaiserslautern zu den Bremern heimsuchten.

Neben dem Sprung ins Nationalteam hat sich Wiese in dieser Saison auch mit Werder wieder hohe Ziele gesteckt.

Und beim Formulieren eigener Ambitionen nimmt er weiterhin kein Blatt vor den Mund: "Ich bin jetzt drei Jahre hier. Einmal Dritter, zweimal die Vize-Meisterschaft - es wird jetzt endlich mal Zeit, dass wir den Titel holen."

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