Selbstkritik dringend erforderlich
Das Spiel gegen Argentinien sollte der deutschen Nationalmannschaft und auch Bundestrainer Joachim Löw die Gelegenheit bieten, sich nach der EM-Enttäuschung zu rehabilitieren.
Das DFB-Team begann gut, kombinierte schnell in die Spitze - die Zuschauer in Frankfurt nahmen es wohlwollend auf.
Doch Löws junge und umformierte Mannschaft nutzte zunächst ihre Chancen nicht, geriet dann durch einen individuellen Fehler in Unterzahl und schließlich durch ein Eigentor in Rückstand.
Probleme in der Abwehr bestraften die Argentinier und zeigten den Deutschen, was Effektivität ist.
Zwar fing sich die DFB-Auswahl wieder, doch unter dem Strich blieb eine Niederlage, die in einigen Punkten an das Halbfinale gegen Italien erinnerte und zeigte: Löw und sein Team müssen noch vieles verbessern.
In der WM-Qualifikation sind die Gegner zum Glück deutlich schwächer als Argentinien, gegen die Färöer ist zum Auftakt am 7. September ein Sieg Pflicht.
Doch schon Österreich könnte zum Stolperstein werden. In der EM-Qualifikation gelang in Wien zuletzt nur ein sehr glücklicher Sieg.
Bei einer Niederlage würde der Gegenwind für den Bundestrainer stärker werden. Dass das Klima für Löw rauer wird, hat die heftige - teils unfaire und unsachliche - Kritik nach der Italien-Pleite gezeigt.
Löws Brandrede vor dem Argentinien-Spiel war auch mehr eine Abrechnung mit seinen Kritikern und hatte nur wenig selbstkritische Analyse zum Inhalt. Doch genau dies ist dringend erforderlich.
In Panik verfallen muss zwar niemand, aber die Fehler, die sich ständig wiederholen, müssen offen angesprochen und aufgearbeitet werden. Das soll nach den Worten des Bundestrainers im September passieren.
Löw gab nach dem 1:3 gegen die Südamerikaner teilweise der Kritik von Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn Recht, stellte sich aber wieder vor seine Mannschaft.
Klar ist: Eine deutliche und ehrliche Fehleranalyse ist dringend nötig - sonst wird es in naher Zukunft nichts mit einem Titel.