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Per Mertesacker (l.) und Lukas Podolski sind beide seit 2004 Nationalspieler © getty

Die beiden Arsenal-Spieler sind nach der enttäuschenden EM wieder bester Laune. Nun soll ein Neustart her.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Barsinghausen - Mit großer Unsicherheit sind Per Mertesacker und Lukas Podolski im Sommer von der Nationalmannschaft zum FC Arsenal gereist.

Nun kehren beide erstmals seit der EM zur DFB-Auswahl zurück - und haben beste Laune.

Das war nach der verkorksten Endrunde in Polen und der Ukraine, bei der Mertesacker erstmals bei einem Turnier überhaupt nicht zum Einsatz kam und Podolski nicht überzeugen konnte, noch völlig anders.

Ohne enorme Formsteigerung, da waren sich die Experten sicher, würde das deutsche Duo auch bei den "Gunners" nur zweite Wahl sein. Ein Grund, warum Bundestrainer Joachim Löw auf beide im ersten Länderspiel der neuen Saison gegen Argentinien (1:3) verzichtete.

Sorge, bei Arsenal durchgereicht zu werden

Nachdem er in der Rückrunde seiner ersten Saison in der Premier League monatelang wegen einer Sprunggelenksverletzung ausgefallen war und daher bei der EM nur zweite Wahl war, habe auch er die Sorge gehabt, "im Klub durchgereicht zu werden", gestand Mertesacker.

"Ich bin echt froh, es gab viele Fragezeichen", berichtete der 81-malige Nationalspieler im Rückblick (DATENCENTER: WM-Qualifikation). "Aber ich habe auch viel Motivation aus der Zeit gezogen und mich dann besonders doll angestrengt in der Vorbereitung."

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Entsprechend logisch ist die Erklärung für seine aktuelle Stimmungslage bei der Rückkehr in seine Heimatstadt Hannover zum ersten WM-Qualifikationsspiel am Freitag gegen die Färöer (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) : "Ich komme mit positiven Gefühlen im Gepäck. Denn endlich kann ich wieder ran."

Noch ohne Gegentreffer

Trotz starker Konkurrenz ist der 27-Jährige bei Arsenals Teammanager Arsene Wenger gesetzt - und bestätigt das bislang mit guten Leistungen: In den ersten drei Saisonspielen haben die Londoner noch kein Gegentor kassiert.

Leider stand allerdings in den ersten beiden Partien gegen die schwächer eingestuften Teams von Sunderland und Stoke ohne den zu Manchester United verkauften Torjäger Robin van Persie auch vorne die null. Entsprechend groß war die Kritik an der Offensive und auch an Neuzugang Podolski.

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"Ich bin das von allen Klubs gewohnt, für die ich gespielt habe", zeigte sich der ehemalige Profi von Köln und Bayern aber gelassen. "Wenn man nicht gewinnt, muss man mit einer negativen Atmosphäre rechnen."

Bei "Poldi" ist der Knoten geplatzt

Doch am vergangenen Sonntag an der legendären Anfield Road gegen den FC Liverpool platzte der Knoten: Der 27-Jährige erzielte mit seinem ersten Treffer die wichtige Führung und revanchierte sich dann bei Vorlagengeber Santiago Cazorla mit der Vorarbeit zum 2:0-Endstand.

"Mit Santi habe ich ihm Training immer daran gearbeitet, mit ein oder zwei Ballberührungen zum Ziel zu kommen", berichtete Podolski über das Zusammenspiel mit dem spanischen Neuzugang. "Das hat man bei beiden Toren gegen Liverpool gesehen."

Arsenals schneller One-touch-Football "ist mein Stil", meinte der Stürmer zufrieden und lobte Coach Wenger als "einen der besten der Welt".

Wenige Gedanken macht er sich dann auch über den wachsenden Unmut der Anhänger gegenüber dem Franzosen wegen der vielen Abgänge von Stars und den seit Jahren fehlenden Titeln.

"Dann spielen wir um den Titel"

"In der Premier League gibt es fünf oder sechs Mannschaften, die um die Meisterschaft spielen. Wir gehören dazu und müssen dafür kämpfen", meinte Podolski.

"Wenn wir so wie in Liverpool spielen, dann spielen wir um den Titel."

Und auch in der Nationalmannschaft soll bei der WM 2014 endlich die titellose Zeit beendet werden. Dazu wollen die beiden Arsenal-Legionäre als Stammkräfte beitragen.

"Die Mannschaft hat jedes Halbfinale gesehen, viele dritte Plätze erreicht. Da fehlt noch der entscheidende Schritt", meinte Mertesacker. "Ich hoffe, dass wir auch mal dabei sind, was hochzuhalten."

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