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Marcel Schmelzer (l., mit Philipp Lahm) gewann mit Dortmund das Double © getty

Nachdem sich Löw vor dem Spiel gegen die Farörer auf Marcel Schmelzer und Philipp Lahm festgelegt hat, sind beide zufrieden.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Barsinghausen - Für den Einen ist es die wohl endgültige Rückkehr auf die ihm vertraute Position, für den Anderen ist es die große Chance in der Nationalmannschaft.

Am Freitagabend im WM-Qualifikationsspiel gegen die Färöer (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) wird Philipp Lahm auf der rechten Seite verteidigen, Marcel Schmelzer darf links ran.

Für beide eigentlich nichts Neues, so liefen sie auch zuletzt beim 1:3 gegen Argentinien auf und so spielen sie auch beim FC Bayern, beziehungsweise bei Borussia Dortmund.(DATENCENTER: WM-Qualifikation)

Dennoch bedeutet die Entscheidung von Bundestrainer Joachim Löw, sich bei seinen Außenverteidigern festzulegen, für beide mehr Sicherheit.

Lahm: "Fühle mich rechts wohler"

"Ich fühle mich auf rechts wohler als auf links. Deshalb bin ich froh, dass ich jetzt dort wieder spielen darf", sagte Lahm am Donnerstag in Barsinghausen.

Dass der Kapitän der DFB-Auswahl, der die EM in Polen und der Ukraine als Linksverteidiger absolviert hatte, die Seite wechselt, eröffnet Schmelzer eine neue Perspektive im DFB-Team.

Zweite Chance für Schmelzer

Denn der BVB-Profi darf nicht nur gegen die Färöer ran, sondern auch am Dienstag in Wien gegen Österreich und in den kommenden Spielen der DFB-Auswahl im Oktober in Dublin gegen Irland (12.10.) und vier Tage später in Berlin gegen Schweden.

Für Schmelzer so etwas wie "eine zweite Chance", wie er selbst sagt.

Bei seinen bisherigen Einsätzen konnte er nicht überzeugen, beim 3:5 in der Schweiz kurz vor der EM patzte er und verbaute sich vielleicht die Chancen, schon bei der EM zu spielen.

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Nun spüre er "einen Schub und mehr Sicherheit". Der Dortmunder darf und will sich dort beweisen, wo er beim Meister und Pokalsieger schon lange als Stammkraft nicht mehr wegzudenken ist.

"Das hat sich Marcel auch verdient. Bei uns brachte er permanent seine Leistung", freut sich BVB-Sportdirektor Michael Zorc für den gebürtigen Magdeburger, der nun auch den Bundestrainer überzeugt zu haben scheint.

Löw glaubt an den Durchbruch

"Ich habe bei Schmelzer das Gefühl, dass er bei uns angekommen ist und gute Leistungen bringen wird", traut Löw dem 24-Jähgen den Durchbruch zu.

"Marcel ist ein laufstarker Spieler, der auf dieser Position über gute Offensiv-Qualitäten verfügt. Er hat jetzt die Möglichkeit, sich unter Wettkampf-Bedingungen zu beweisen."

Sieben Länderspiele hat Schmelzer seit seinem Debüt im November beim 0:0 in Schweden absolviert, zuletzt kam er gegen Argentinien über 90 Minuten zum Einsatz.

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Viel gelernt bei der EM

Die EM erlebte er hingegen als Beobachter von der Ersatzbank aus.

Frust habe er aber "gar nicht" geschoben. "Wenn man täglich mit Top-Spielern zusammen trainiert, von ihrer Erfahrung profitiert, hilft einem das auch", erklärte Schmelzer im "kicker".

Er habe sich voll auf seine Rolle konzentriert, "der ersten Elf zu helfen".

Boateng als Leidtragender

Aus der Anfangsformation gestrichen ist - zumindest vorübergehend - Jerome Boateng.

Der Bayern-Abwehrspieler, bei der EM noch als Rechtsverteidiger im Einsatz ist der Hauptleidtragende der Löw'schen Festlegung auf Lahm und Schmelzer.

Auch auf seiner Wunschposition in der Abwehrzentrale hat Boateng in Holger Badstuber einen Vereinskollegen vor sich, der bei Löw ebenso gesetzt ist wie Schmelzers Klubkamerad Mats Hummels.

Auch Höwedes muss zuschauen

Benedikt Höwedes, ebenfalls gelernter Innenverteidiger und bei der EM als Alternative für die rechte Außenbahn ohne Einsatz, bleibt wohl weiter nur die Zuschauerrolle.

Lars Bender, der bei der EM gegen Dänemark als Boateng-Ersatz als Rechtsverteidiger sogar den Siegtreffer erzielte, scheint von Löw und seinem Co-Trainer Hansi Flick wohl eher als Option für das Mittelfeld eingeplant zu sein.

Flick wünscht sich mehr Optionen

"Wir hätten gerne auf der Außenverteidiger-Position noch ein oder zwei Optionen mehr", erklärte Flick, der sich auch im Sturm eine größere Auswahl wünscht.

Gegen die Färöer ist Miroslav Klose der einzige echte Stürmer im DFB-Kader, weil Mario Gomez weiter verletzt pausiert.

Kießling hakt DFB-Team ab

Dabei gibt es Alternativen im Angriff, zum Beispiel Stefan Kießling. Der Leverkusener wurde nach seiner WM-Teilnahme 2010 aber nicht mehr berufen.

Er habe "das Vertrauen nie gespürt, das man braucht" und sich mit seiner Situation abgefunden, erklärte Kießling.

Schmelzer hingegen will seine zweite Chance beim Schopf packen. Und Lahm gibt die Richtung vor.

"Wir müssen gut organisiert sein. Erst dann können wir vorne Druck machen", sagte der Münchner am Tag vor dem Färöer-Spiel: "Ob es morgen zu 100 Prozent klappt, ist wieder eine andere Frage."

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