Es geht doch noch!
Endlich wieder Spaßfußball!
Natürlich ist eine stark ersatzgeschwächte und schlecht eingestellte irische Mannschaft kein echter Gradmesser.
Aber die Art und Weise, wie das DFB-Team in Dublin aufgetreten ist, mit welcher Überzeugung und Dynamik sie den Sieg an sich riss, erinnerte an Auftritte bei der WM 2010 und macht Hoffnung, dass der EM-Blues nun endgültig vorbei ist.
In den ersten 30 Minuten passte in Dublin zwar noch nicht alles zusammen, aber nach Reus' Doppelpack war die Partie schon entschieden.
Dass die deutsche Mannschaft in der zweiten Hälfte so entschlossen nachgelegt hat, zeigt, dass die Flamme noch (oder wieder?) lodert.
Vor allem die Leistung von Marco Reus macht große Lust auf mehr, der Dortmunder ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Stammformation.
Lukas Podolski und Andre Schürrle werden sich strecken müssen, um im deutschen Luxus-Mittelfeld wieder zu mehr Einsatzzeiten zu kommen.
Konkurrenz belebt das Geschäft. Das zeigt sich auch bei Toni Kroos. Der Bayern-Star kam in Dublin für Khedira ins Spiel, fand sich schnell ein und erzielte zwei schöne Treffer.
Und Bastian Schweinsteiger meldete sich mit einer überzeugenden Leistung als Chef zurück und ließ seinen, wie er sagt etwas missverstandenen kritischen Worten, Taten folgen.
Derweil ließ sich Marcel Schmelzer durch den von Bundestrainer Joachim Löw entfachten Wirbel um seine bisherigen Leistungen nicht aus dem Konzept bringen.
Er muss sich allerdings noch gegen stärkere Mannschaften als die irische beweisen. Am besten schon am Dienstag gegen Schweden.
Gegen die Skandinavier absolvierte der Dortmunder im November 2010 sein erstes Länderspiel. Genauso wie Schürrle und Mario Götze, der in Irland wegen muskulärer Probleme fehlte.
Die deutsche Mannschaft hat viel Qualität, das hat sie am Freitag gezeigt. Jetzt muss sie diese auch wieder gegen stärkere Gegner unter Beweis stellen.
Ein Sieg gegen Schweden wäre schon die halbe Miete auf dem Weg zur WM.
Was dann in Brasilien möglich ist, kann man jetzt noch nicht seriös prgonostizieren.
Das Zeug zum Titel hat die junge, talentierte Mannschaft aber allen Unkenrufen seit der EM zum Trotz nach wie vor.