Dudelsäcke und knappe Kleidchen
Die deutschen Fans im Dubliner Stadion trauten ihren Ohren kaum.
Klar, auf dem Rasen stand eine Kapelle, und diese Kapelle sollte die Nationalhymnen spielen.
Doch die meisten hatten wohl nicht genau hingeschaut, mit welchen Instrumenten dies geschehen sollte.
Die deutsche Hymne auf Dudelsäcken gespielt zu hören, das hatte wohl noch keiner erlebt, und das hätte man wohl auch eher in Schottland erwartet.
Dabei haben Irland und Schottland einige Gemeinsamkeiten: viel Regen, viel Grün, viele Schafe.
Dazu eine hohe Pub-Dichte in den Großstädten, eine Vorliebe für Whiskey, (zu) knappe und (zu) eng anliegende Kleidung bei jungen Mädchen - wer schon einmal an einem Freitagabend in Großbritannien oder Irland durch ein Kneipenviertel gegangen ist, weiß Bescheid.
Und: Iren lieben wie Schotten körperbetonte Sportarten. Die Schotten haben ihre Highland Games und ihr Shinty, die Iren sind fasziniert vom Hurling und Gaelic Football, einer Mischung aus Fußball und Rugby.
Iren und Schotten sind im Rugby deutlich besser als im Fußball, beide unterstützen ihre Nationalteams dennoch mit großer Leidenschaft.
Die Fans sind in beiden Ländern überragend.
Nicht umsonst erhielten die irischen Anhänger eine Auszeichnung für ihr beispielhaftes Auftreten während der EM 2012 - was man Giovanni Trapattonis Mansnchaft nicht gerade behaupten kann.
Wenn Irland auch noch am Dienstag auf den Färöern verlieren sollte, hat der "Mister" wohl bald fertig.
Irlands Fans wollen den Anti-Fußball, den der Italiener seinem Team verordnet hat, nicht mehr sehen. Mit ihrem Team gingen sie jedoch gnädig um.
In vielen Ländern wäre das Stadion nach dem 0:4 nach knapp einer Stunde wahrscheinlich halbleer gewesen.
Zwar gingen in Dublin auch einige vorzeitig, doch die meisten blieben. Und ein Pfeifkonzert war nach dem Schlusspfiff auch nicht zu hören.
Die Dudelsäcke waren da allerdings auch schon längst wieder verschwunden.