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Jogi Löw setzt 2009 auf einen harten Konkurrenzkampf im DFB-Team © getty

Jogi Löw fordert für das neue Jahr einen harten Konkurrenzkampf. Hildebrand erhält die erste Abfuhr. Auch Frings erntet Kritik.

München - Joachim Löw setzt auch 2009 unvermindert auf den Konkurrenzkampf in der DFB-Auswahl.

"Ich wehre mich zu sagen, wir haben elf Stammspieler, die anderen sind Ergänzungsspieler", erklärte der Bundestrainer in einem Interview mit dem "kicker".

"Im Nationalteam braucht man minimum 20 Stammspieler, und sie alle haben unser Vertrauen."

Damit spielte Löw auch noch einmal auf die zwischenzeitliche Rücktrittsdrohung von Torsten Frings an:

"In Deutschland ist immer noch verankert, dass ein Spieler meint, nur weil er einmal nicht eingesetzt wurde, besitze er nicht mehr das Vertrauen des Trainers."

"Ich brauche Wahlmöglichkeiten"

Und weiter: "Aber ob ich Trainer von Manchester, Barcelona oder der Nationalmannschaft bin: Ich brauche Wahlmöglichkeiten, die muss ich schaffen."

Ein Grund dafür, wieso beim Länderspiel gegen Norwegen (11. Februar) in Düsseldorf auch Lukas Podolski den Kürzeren ziehen könnte.

Er muss derzeit noch einen Trainingsrückstand aufholen. Konkurrent Patrick Helmes stellte seine Torjäger-Qualitäten zum Rückrunden-Auftakt einmal mehr unter Beweis.

Der Leverkusener kann sich berechtigte Hoffnungen auf einen Einsatz machen.

Fings hinterlässt "Kratzer"

Auch Frings wird aller Voraussicht wieder zum Aufgebot der DFB-Auswahl zählen, das Löw am Donnerstagmittag bekannt gibt. Zu den Streitigkeiten mit dem Bremer erklärte Löw abschließend, dass dies "einige Kratzer hinterlassen" habe.

Aber in Zukunft will er ähnliche Fehler im Team vermeiden. "Wir haben einiges erreicht, aber auch einiges falsch gemacht", so Löw.

"Hoffe auf Özil"

Teamkollege Mesut Özil lässt seine Nationalmannschafts-Karriere derweil offen. Dennoch setzt der Bundestrainer Hoffnungen in den jungen Bremer: "Er ist ein sehr talentierter Spieler und wir hoffen, ihn für uns gewinnen zu können."

Würde Özil gegen Norwegen spielen, wäre das beschlossene Sache. "Einen Spieler einladen und auflaufen zu lassen, nur damit er nicht mehr für ein anderes Land spielen kann, wäre das falsche Zeichen", lehnt Löw einen "politischen Einsatz" für den Deutsch-Türken ab.

Und dennoch stellt er klar: "Ich bin fest davon überzeugt, dass er seine Chance in der deutschen Nationalmannschaft suchen wird. Er kann uns entscheidend weiterhelfen."

Enke oder Wiese?

Zudem setzt der DFB-Coach auf Serdar Tasci, Sami Khedira und Marko Marin, die auf eine Nominierung gegen Norwegen hoffen dürfen.

Insgesamt wird der Bundestrainer vermutlich 20 Akteure berufen. Wie angekündigt werden dazu nur zwei Torhüter gehören. Rene Adler von Bayer Leverkusen ist wohl klar gesetzt.

Deshalb wird sich Löw zwischen Robert Enke von Hannover 96, der der DFB-Auswahl wegen eines Kahnbeinbruchs zuletzt nicht zur Verfügung stand, und Tim Wiese von Werder Bremen entscheiden müssen.

Abfuhr für Hildebrand

Für Timo Hildebrand sieht Löw derweil vorerst keine Chance: "Timo Hildebrands Kritik muss ich zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht bewerten, denn im Moment ist er für uns kein Thema", sagte Löw. Hoffenheims neuer Torwart muss sich "erst einmal sportlich beweisen".

Zudem sprach er sich klar gegen eine Aufstockung der Bundesliga aus.

"18 ist die absolute Obergrenze. Vielmehr sollte eine Entzerrung des Terminkalenders angestrebt werden", sagte er. Gerade für die Entwicklung jüngerer Spieler sei es wichtig, auch zwischen den Spielen intensiv trainieren zu können.

"Das ist gegeben, wenn es keine Winterpause und keine Aufstockung gibt."

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