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Joachim Löw (M. ) löste nach der WM 2006 Jürgen Klinsmann als Bundestrainer ab © getty

Bundestrainer Joachim Löw hat bei der Nominierung des Aufgebots für das Testspiel gegen Norwegen für einige Überraschungen gesorgt.

München/Frankfurt - Mit den Neulingen Mesut Özil und Andreas Beck, aber ohne Lukas Podolski und Robert Enke startet die deutsche Nationalmannschaft ins Jahr 2009.

Bundestrainer Joachim Löw berief den 20 Jahre alten Özil von Werder Bremen für das Länderspiel gegen Norwegen am nächsten Mittwoch in Düsseldorf ebenso in den 21-köpfigen Kader wie den 21-Jährigen Beck von Bundesliga-Spitzenreiter Hoffenheim.

"Um Mesut hat sich der türkische Verband in jüngster Vergangenheit intensiv bemüht und wir hatten Verständnis für seine schwierige Situation", erklärte Löw seine Entscheidung.

"Deshalb war es selbstverständlich für uns, zunächst einmal abzuwarten, bis er sich entscheidet, ob er für die deutsche Nationalmannschaft spielen will."

Zusage am Freitag

Am Freitag habe Özil dem DFB-Chefcoach dann telefonisch seine Zusage gegeben.

"Damit war für uns klar, dass wir ihn erstmals gegen Norwegen für unser Aufgebot nominieren", so Löw. "In ihm haben wir im Mittelfeld einen weiteren Kandidaten mit Perspektiven."

Letzte Modalitäten wurdenam Montag bei einem Besuch von Özil in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main geklärt.

Daran nahmen neben dem Bremer Spieler und Assistenztrainer Hansi Flick auch DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach sowie die Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs und Manfred Müller teil.

"Freue mich über die Einladung"

"Ich freue mich über die Einladung und werde meine Chance in der deutschen Nationalmannschaft suchen. Ich weiß, dass es die richtige Wahl ist. Die Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht, weil meine Familie und viele Freunde aus der Türkei stammen", sagte Özil.

"Das ist auch keine Entscheidung gegen meine türkischen Wurzeln. Meine Familie lebt nun in der dritten Generation in Deutschland, ich habe mich hier immer wohlgefühlt und meine Chancen in den Junioren-Auswahlteams des DFB bekommen."

Auch Beck vor Debüt

Darüber hinaus steht auch Beck vor dem Debüt in der A-Mannschaft. "Wir haben ihn im vergangenen Jahr intensiv beobachtet und wollen ihm nun die Chance geben, dass er seine Leistungsfähigkeit auch bei uns unter Beweis stellen kann", meinte Löw.

"Er hat eine gute Entwicklung in Hoffenheim gemacht. Er gehört zu den jungen und dynamischen Spielern mit Perspektiven, die wir ganz gezielt fördern wollen."

Der Youngster war erwartungsgemäß erfreut. "Für mich ist es erst einmal wichtig, dass ich dabei bin", sagte Beck. "Wenn ich einige Minuten oder sogar eine Halbzeit spielen würde, wäre das toll."

Erneut mit Adler und Wiese

Wie erwartet berief der DFB-Coach nur zwei Torhüter und setzte dabei wie in den letzten Länderspielen auf René Adler und Tim Wiese. Dagegen muss Robert Enke weiter auf seine Rückkehr warten, obwohl er nach überstandener Handverletzung wieder fit ist.

"Wir wissen, was er kann. Für ihn ist es jedoch wichtig, dass er in den kommenden Wochen wieder Spielpraxis im Verein sammelt", meinte Löw über den Hannoveraner, dem die Entscheidung in einem Telefonat von Torwart-Trainer Andreas Köpke mitgeteilt worden war.

Auch bei Podolski begründete Löw den Verzicht mit dessen Verletzungspause in der Vorbereitung. "Die Qualitäten von Lukas sind unbestritten. Gerade im vergangenen Jahr hat er in der Nationalmannschaft sehr starke Leistungen gezeigt", sagte der 49-Jährige.

"Seit drei Monaten ist er aber durch Verletzungen und Krankheit nicht voll belastbar, so dass ein regelmäßiges Training für ihn nicht möglich war. Wir wollen ihm die notwendige Zeit einräumen, damit er sich seine gewohnte Form erarbeiten kann. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre daher eine Nominierung definitiv zu früh gewesen."

Podolski-Comeback gegen Liechtenstein

Bei den nächsten beiden WM-Qualifikationsspielen gegen Liechtenstein (28. März) in Leipzig und gegen Wales in Cardiff (1. April) soll "Poldi" aber wieder dabei sein.

Darüber hinaus fehlen die gegen England berufenen Jermaine Jones, Marcel Schäfer, Tobias Weis und Marvin Compper sowie die schon länger fehlenden EM-Teilnehmer Christoph Metzelder, Marcell Jansen und Clemens Fritz.

Dagegen kehren Kapitän Michael Ballack, Philipp Lahm und Torsten Frings ins Team zurück, die beim 1:2 im November gegen England alle gefehlt hatten. Zudem gehört der Leverkusener Stefan Kießling zum Aufgebot, der sein bislang einziges Länderspiel am 28. März 2007 gegen Dänemark (0:1) bestritt.

"Stefan hat bisher eine gute Bundesliga-Saison gespielt und ebenfalls wieder eine Chance verdient, in unserem Kreis dabei zu sein", so Löw.

Das Aufgebot im Überblick:

Tor: René Adler (Bayer Leverkusen), Tim Wiese (Werder Bremen)

Abwehr: Andreas Beck (1899 Hoffenheim), Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin), Andreas Hinkel (Celtic Glasgow), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (Werder Bremen), Serdar Tasci (VfB Stuttgart), Heiko Westermann (Schalke 04)

Mittelfeld: Michael Ballack (FC Chelsea), Torsten Frings (Werder Bremen), Thomas Hitzlsperger VfB Stuttgart, Marko Marin Borussia Mönchengladbach, Mesut Özil Werder Bremen, Simon Rolfes Bayer 04 Leverkusen, Bastian Schweinsteiger FC Bayern München, Piotr Trochowski Hamburger SV

Angriff: Mario Gómez VfB Stuttgart, Patrick Helmes Bayer 04 Leverkusen, Stefan Kießling Bayer 04 Leverkusen, Miroslav Klose FC Bayern München

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