vergrößernverkleinern
Mesut Özil schoss in elf Einsätzen für die deutsche U 21 vier Tore © getty

Die Türkei hatte sich intensiv um den Bremer beworben - doch entschieden hatte sich der Spielmacher trotzdem schon längst.

Bremen - Das Tauziehen hat ein Ende - und der DFB hat es gewonnen.

Mit der Nominierung für das Länderspiel gegen Norwegen am 11. Februar ist der Kampf um Mesut Özil endgültig zu Gunsten der deutschen Nationalmannschaft entschieden.

In dem Moment, in dem Özil auf den Platz treten wird, werden Fakten geschaffen sein - zu Ungunsten der Türkei, die ihn so gern für ihr Team gewonnen hätte.

Intensiv hatte Nationaltrainer Fatih Terim um den jungen Spielmacher - und dabei doch einen Kampf ausgefochten, der längst verloren war.

"Von Anfang an klar"

"Für mich war von Anfang an klar, dass ich nur für Deutschland spielen will. Aber ich konnte mich ja nicht selbst einladen", sagte der in Gelsenkirchen geborene Özil.

"Die Türkei wollte mich auch haben, aber es gab nie ein persönliches Gespräch mit Nationaltrainer Fatih Terim. Wenn ich gegen Norwegen zum Einsatz kommen sollte, würde ich mich freuen und richtig Gas geben."

Bereits am vergangenen Freitag hatte Özil von seiner Nominierung erfahren: "Joachim Löw hat mich angerufen und mir erklärt, wie er langfristig mit mir plant."

Gespräch in der DFB-Zentrale

Am darauffolgenden Montag gab es ein weiteres Gespräch mit Löws Assistenztrainer Hansi Flick, DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach, Werder-Manager Klaus Allofs und Özil in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main.

Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte sich dafür stark gemacht, dass der hochtalentierte Profi dem Verband erhalten bleibt.

Verständnis für Özils Schweigen

"Theo Zwanziger hat hervorgehoben, welch tolles Signal es wäre, wenn sich Mesut für die deutsche Nationalmannschaft entscheiden würde. Es war toll zu sehen, wie sich der Präsident dafür eingesetzt hat", sagte Allofs.

Er lobte Neu-Nationalspieler Özil zugleich in höchsten Tönen: "Mesut hat sich zu einem sehr guten Bundesligaspieler entwickelt. Da war die Einladung die logische Konsequenz."

Zudem äußerte Allofs Verständnis dafür, dass sich Özil zuletzt nicht mehr öffentlich zum DFB bekannt hatte: "Er hat sich genau richtig verhalten. Was wäre denn passiert, wenn nie eine Einladung vom DFB gekommen wäre? Intern hat er immer wieder klargemacht, dass er nur auf die deutsche Nationalmannschaft fokussiert ist."

Einladung ausgeschlagen

Özil hätte trotz seiner bisherigen Einsätze für die U-Auswahlen des DFB weiterhin für die Türkei auflaufen können, da er das 21. Lebensjahr noch nicht beendet hat.

Vor rund vier Monaten war er von Terim bereits für die "Milliler" berufen worden, sagte jedoch ab und gab einem Einsatz mit der deutschen U-21-Nationalmannschaft in den EM-Playoff-Spielen gegen Frankreich den Vorzug.

"Keine Entscheidung gegen meine Wurzeln"

"Das ist keine Entscheidung gegen meine türkischen Wurzeln. Doch meine Familie lebt jetzt in der dritten Generation in Deutschland", sagte Özil.

Er sei in Deutschland aufgewachsen und habe sich immer wohl gefühlt: "Ich glaube auch nicht, dass die Enttäuschung in der Türkei jetzt sehr groß ist. Sie haben eine gute Mannschaft."

Er lächelte dabei und machte damit seinem Vornamen alle Ehre - "Mesut" heißt auf Türkisch glücklich.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel