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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Robert Enke bestritt bisher vier Spiele für die deutsche Nationalmannschaft © getty

Robert Enke spricht im Sport1.de-Interview über den Kampf im deutschen Tor, die Situation von Hannover 96 und seine Zukunft.

Von Martin Volkmar

München - Ein besseres Comeback hätte Robert Enke kaum geben können. Gegen Schalke 04 sicherte er Hannover 96 beim knappen 1:0-Sieg einen gelungenen Start in die Rückrunde.

Enke hatte wegen eines Kahnbeinbruchs seit Oktober pausieren müssen.

Der 31-Jährige glänzte zwar gegen Schalke, danach folgte aber gleich wieder der erste Rückschlag. Für das Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Norwegen wurde die ehemalige Nummer eins von Joachim Löw nicht berücksichtigt. Der Bundestrainer hatte das Aufgebot am Donnerstag bekannt gegeben.

"Klar hätte ich mich über eine Nominierung gefreut", erklärt Enke gegenüber Sport1.de: "Aber es ist auch nachvollziehbar."

Im Interview mit Sport1.de spricht Robert Enke über den Kampf im deutschen Tor, seinen Titelhunger und über eine Zukunft im Ausland.

Sport1.de: Herr Enke, wie groß ist die Enttäuschung, dass Sie gegen Norwegen nicht dabei sind?

Robert Enke: Einerseits hätte ich mich natürlich über eine Nominierung gefreut. Andererseits hatte ich ein sehr gutes Gespräch mit Andi Köpke. Ich habe vier Monate lang kein Bundesligaspiel gemacht und jetzt erst einmal wieder gespielt. Deshalb ist das auch sicher nachvollziehbar. Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich das nächste Mal wieder dabei bin.

Sport1.de: Ist der Kampf um die Nummer 1 im deutschen Tor weiter offen?

Enke: Wegen meines Kahnbeinbruchs waren Rene Adler und Tim Wiese bei den vergangenen Länderspielen dabei. Aber ich denke, dass bisher gar nichts feststeht. Der Kampf ist weiter offen. Deshalb ist es natürlich schade, dass ich mich in der Phase nach der EM verletzt habe. Da hätte ich sicher einige Spiel am Stück machen können. Aber das ist jetzt Vergangenheit. Ich bin froh, dass der Heilungsprozess optimal verlaufen ist. Das ist bei dieser Art von Verletzung nicht selbstverständlich.

Sport1.de: Wie sehen Sie Ihren derzeitigen Fitnessstand?

Enke: Wenn ich nicht fit wäre, würde ich nicht spielen. Die Hand macht keine Probleme mehr. Aber nach einer so langen Pause fehlen sicher noch ein paar Prozent. Die bekommt man nur durch die Spielpraxis.

Sport1.de: Sie sind nach dem Comeback gegen Schalke sehr gelobt worden. Waren Sie selber überrascht, dass es so gut funktioniert hat?

Enke: Ich habe mich natürlich gefreut, dass es so gut gelaufen ist, dass wir gewonnen haben und sogar zu Null gespielt haben. Und auch darüber, dass ich meinen Beitrag leisten konnte. Die Anspannung vor dem Spiel war schon recht groß, da ist nach dem Abpfiff einiges abgefallen. Die wichtigste Erkenntnis aus dem Spiel war für mich aber, dass ich nicht ein einziges Mal an die Hand gedacht habe und alles sehr selbstverständlich ablief.

Sport1.de: Wie beurteilen Sie die Situation von Hannover 96 - geht der Blick in der Rückrunde eher nach oben oder nach unten?

Enke: Weder noch. Ich glaube, ich habe in den letzten Jahren noch nie so selten auf die Tabelle geguckt. Klar war der Sieg gegen Schalke wichtig, um sich nach unten etwas abzusetzen. Wir haben jetzt sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und können uns gegen Cottbus (Sa., ab 15 Uhr LIVE) noch weiter absetzen.

Sport1.de: Und die Perspektive?

Enke: Mit den Plätzen 5, 6, 7 oder 8 wird es wohl kaum noch was. Das ist uns klar. Für uns geht es jetzt darum, in der Rückrunde einiges gerade zu rücken. In der Vorrunde ist es nicht gut gelaufen. Wir haben selten gute Spiele gemacht und auch nicht die Punkte geholt. Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass wir mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben werden. Aber nach oben wird auch nicht mehr viel gehen, wenn man ehrlich ist.

Zum zweiten Teil des Sport1.de-Interviews

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