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Robert Enke ist seit 2004 Torwart bei Hannover 96 © getty

Sport1.de sprach mit Hannovers Torwart Robert Enke. Im zweiten Teil stellt er Überlegungen über seine sportliche Zukunft an.

Von Martin Volkmar

München - Im zweiten Teil des Sport1.de-Interviews spricht Robert Enke über seinen Titelhunger, das internationale Geschäft und einen möglichen Wechsel zu Benfica Lissabon.

Sport1.de: Was ist ihrer Meinung nach falsch gelaufen? Die Ziele vor Saisonbeginn sahen ja durchaus anders aus.

Robert Enke: Die Frage ist, ob diese Ziele realistisch waren. Von den Mannschaften, die vor uns stehen, sehe ich höchstens den 1. FC Köln als Gegner, den wir hinter uns lassen sollten. Alles andere wird äußerst schwierig. Letztes Jahr sind wir Achter geworden. Das war sehr stark.

Sport1.de: Warum konnte das Team nicht daran anknüpfen?

Enke: Es kam einiges zusammen. Vor allem eine ungeheure Verletzungsmisere, die ich hier noch nie erlebt habe. Dadurch hatte die Mannschaft keine Möglichkeit, sich wirklich einzuspielen. Im defensiven Bereich hat sich das stark ausgewirkt. Wir haben viel zu viele Chancen zugelassen und deshalb auch zu viele Tore kassiert.

Insgesamt hat jeder von uns einfach nicht das abgerufen, was er kann. Das wollen wir in der Rückrunde ändern. Schalke war ein kleiner Schritt, auch wenn viel Glück dabei war. In meinen Augen hätte Schalke das Spiel gewinnen müssen. Aber die Punkte nehmen wir natürlich gerne mit.

Sport1.de: Sie haben gesagt, Ihr Ziel sei es, international zu spielen. Ist das mit Hannover drin?

Enke: Es wird in den nächsten Jahren schwierig, das mit Hannover zu verwirklichen. Das ist keine Frage. Da muss einfach alles passen, um einmal Fünfter oder Sechster zu werden. Trotzdem kann man mit Hannover auch einen Titel gewinnen und beispielsweise den Pokalsieg anstreben.

Sport1.de: Was bedeutet das für Ihre Zukunft?

Enke: Das wird sich zeigen. Ich habe niemals irgendwo eine Bedingung gestellt, oder gesagt, dass ich einen Titel gewinnen muss. Ich habe nur gesagt, dass so etwas vor meinem Karriereende noch mal schön wäre.

Sport1.de: Also im Moment können Sie noch nicht sagen, ob Sie in Hannover bleiben?

Enke: Ich habe noch Vertrag bis 2010 ohne Ausstiegsklausel. Es wird ja schon so dargestellt, als wenn ich im nächsten Jahr schon hier weg wäre. Man muss einfach gucken, wie sich das Ganze bis zum Sommer entwickelt. Ich kann nicht ausschließen, dass ich nochmal den Wunsch nach Veränderung verspüren werde. Momentan konzentriere ich mich aber nur aufs Sportliche. Entweder ich lasse den Vertrag laufen oder ich will dann weg. Da sind alle Möglichkeiten offen. Momentan konzentriere ich mich aber nur aufs Sportliche.

Sport1.de: Sie wurden zuletzt mit dem VfB Stuttgart in Verbindung gebracht, davor mit dem FC Bayern. Was sagen Sie dazu?

Enke: Sie können davon ausgehen, dass das bis zum Sommer auch so weiter gehen wird. Von meiner Seite wird es aber zu irgendwelchen Spekulationen keine Kommentare geben. Das bringt ja auch nichts. Wenn ich irgendetwas kommentiere, dann nur Fakten. Und die gibt es noch nicht.

Sport1.de: Sie haben den Wunsch geäußert, noch einmal zu Benfica Lissabon zurückzukehren. Was hat es damit auf sich?

Enke: Neben Hannover 96 ist Benfica Lissabon der einzige Verein, der mir wirklich ans Herz gewachsen ist. In den drei Jahren, die ich da war, hatte ich eine sehr tolle Zeit. Ich habe dort ein Haus und fühle mich auch sehr wohl in der Stadt. Aber wir haben leider keinen Titel gewonnen. Ich habe deshalb gesagt, dass ich vielleicht zum Ende der Karriere noch einmal für Benfica spielen möchte. Das schließt die nächsten drei oder vier Jahren also eher nicht ein.

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