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Joachim Löw ist seit dem 1. August 2006 Trainer der deutschen Nationalelf © getty

Wenig Zeit, kaum Training: Die Voraussetzungen für das Testspiel der deutschen Nationalelf gegen Norwegen könnten besser sein.

Düsseldorf - Joachim Löw drückt auf die Tube.

"Wir haben keine Zeit zu verlieren, deshalb müssen wir die wenigen Tage optimal nutzen, um die Voraussetzungen für einen guten Start in das neue Länderspieljahr zu schaffen", sagte der Bundestrainer kurz nach seiner Ankunft in Düsseldorf.

Am Mittwoch (ab 20 Uhr LIVE) steigt dort das erste Länderspiel des Vize-Europameisters 2009 gegen Norwegen.

"Wir haben nur am Dienstag eine einzige gemeinsame Trainingseinheit. Das ist natürlich nicht ideal", weiß der 49-Jährige.

Neuling Beck schon Samstagabend da

Löw war ebenso wie seine Assistenten und die Profis von Werder Bremen, des VfB Stuttgart sowie Neuling Andreas Beck von 1899 Hoffenheim bereits am Samstagabend im DFB-Quartier eingetroffen.

Der Rest des 20-köpfigen Kaders trudelte im Laufe des Sonntags am Rhein ein.

"Unbedingt gewinnen"

Vom Jahresauftakt auf dem neu verlegten Rasen in der noch nicht ausverkauften Düsseldorfer Arena verspricht sich Löw trotz der problematischen Vorbereitung dennoch einige wichtige Aufschlüsse.

"Ich hätte natürlich gern den einen oder anderen Tag mehr gehabt, aber auch so wollen wir das Spiel unbedingt gewinnen und uns Selbstvertrauen für die anstehenden WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein und Wales holen. Zudem will ich das ein oder andere ausprobieren", kündigte der Bundestrainer an.

Bevor sich Löw mit den sportlichen Dingen auseinandersetzt, standen allerdings noch kurze Einzelgespräche mit seinem Kapitän Michael Ballack und Torsten Frings auf dem Programm.

Die beiden Routiniers hatten mit ihrer Rebellion gegen den Bundestrainer im vergangenen Herbst die heile Welt bei der DFB-Auswahl zerstört.

Konflikt mit Ballack und Frings offiziell ausgeräumt

"Die Sache ist ausgeräumt, wir blicken nach vorne", versicherte Löw, der betonte: "Wir wollen keine angepassten Typen, aber selbstverständlich müssen gewisse Regeln eingehalten werden."

Ballack erklärte nach seiner Ankunft in Düsseldorf: "Ich freue mich darauf, dass ich nach langer Zeit dabei bin. Alle Probleme sind ausgeräumt. Wenn es Kritik gibt, sorgt das für Aufregung, die wollen wir in Zukunft vermeiden."

An die gesamte Mannschaft wird Löw in der NRW-Landeshauptstadt derweil nicht viele Worte richten.

"Es wird wegen der Kürze der Zeit nur eine kurze Ansprache geben, weil wir uns in erster Linie auf das Spiel konzentrieren. Ende März werde ich die Mannschaft dann in Leipzig ausführlich auf die kommenden Aufgaben hinweisen und eine detaillierten Analyse vornehmen", sagte Löw.

Zuspruch für Özil

Zeit nahm er sich aber für die Neulinge Beck und Mesut Özil, die am Mittwoch gute Chancen auf ihr Debüt in der A-Mannschaft haben.

Vor allem dem Deutsch-Türken Özil, der nach seiner Entscheidung pro DFB und gegen die Türken auf seiner Homepage wegen beleidigende Einträge sein Gästebuch schließen musste, sprach Löw Mut zu.

"Bei Özil wird die Vorfreude auf sein erstes Länderspiel überwiegen, zumal er die Entscheidung mit seiner Familie abgesprochen hat", glaubt Löw.

Chance für Gomez

Im Angriff dürfte in Abwesenheit von Lukas Podolski der Stuttgarter Mario Gomez, der bereits am Samstag im Düsseldorfer Stadion beim 4:2 des VfB gegen Bayer Leverkusen zweimal getroffen hatte, eine neue Chance erhalten.

"Gomez war das letzte halbe Jahr in der Nationalmannschaft nicht mehr so treffsicher. Ich hoffe, dass bei ihm der Knoten auch in der Nationalmannschaft wieder platzt", sagte der Bundestrainer und kündigte bereits einen Einsatz des VfB-Torjägers an, der im direkten Vergleich seine Leverkusener Nationalmannschafts-Konkurrenten Patrick Helmes und Stefan Kießling ausgestochen hatte.

Ein gutes Omen ist zudem, dass Gomez vor ziemlich genau zwei Jahren bei seinem Debüt im DFB-Team an gleicher Stelle beim 3:1 gegen die Schweiz sein erstes Länderspieltor erzielt hatte.

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