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Mesut Özil erzielte in elf Spielen für die U 21 vier Tore © imago

Vor dem ersten Länderspiel 2009 gegen Norwegen stehen das mögliche Debüt Mesut Özils und die Rückkehr zweier Routiniers im Blickpunkt.

Düsseldorf - Das mögliche Debüt des Bremers Mesut Özil und die Rückkehr der Platzhirsche Michael Ballack und Torsten Frings stehen vor dem ersten Länderspiels des Jahres 2009 am Mittwoch (ab 20 Uhr LIVE) gegen Norwegen im Blickpunkt.

Um den in Gelsenkirchen geborenen Özil hatte auch der türkische Nationaltrainer Fatih Terim heftig geworben (Özil bekennt Farbe) .

"Ich bekenne mich zu meinen türkischen Wurzeln", meinte Özil im "kicker".

"Ich hoffe aber, dass sich durch diese Entscheidung viele Deutsche mit Migrationshintergrund mehr mit der deutschen Nationalmannschaft identifizieren."

Er habe sich in den vergangenen Wochen ständig mit dem Thema beschäftigt, "mit dem Ergebnis, dass es richtig ist, für Deutschland zu spielen. Hier wurde ich geboren und zum Fußballer ausgebildet", erklärte der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler.

Der kontinuierliche Kontakt zu Bundestrainer Joachim Löw habe zudem maßgeblichen Einfluss gehabt, dass er sich für eine Zukunft in der DFB-Auswahl und gegen die Türkei entschieden habe.

Überzeugender Bundestrainer

"Herr Löw gab mir Zeit und hat mich sehr überzeugt", sagte der Bremer. "Wir hatten in den letzten Monaten immer wieder mal ein Gespräch", meinte der Bundestrainer dazu.

"Ich habe ihm vor Weihnachten gesagt, dass es wichtig ist, dass er sich entscheidet, nicht wir." (Mit Özil und Beck - ohne Podolski)

Das hat Özil nun getan. Probleme mit der Identifikation sieht er deshalb nicht: "Ich spielte in der U 19 und U 21 mit voller Identifikation. Wieso sollte ich das nicht im A-Team tun?"

Aus der Türkei habe es bisher "keine schlimmen Reaktionen" auf seine Entscheidung gegeben.

"Aber es ist klar, dass mich einige lieber dort gesehen hätten. Ich erhielt aber sehr viele Briefe, in denen sich türkische Mitbürger in Deutschland über meinen Entschluss freuen", sagte Özil und fügte an: "Ich danke der Türkei für ihr Interesse und bitte um Verständnis für meine Entscheidung."

Ballack und Frings gefordert

Unterdessen hat Löw für die Partie in Düsseldorf vor allem die Routiniers Ballack und Frings in die Pflicht genommen.

"Beide genießen in der Nationalmannschaft einen hohen Respekt. Aber gerade diese Führungsspieler brauchen gute Leistungen, um diesen Status aufrechtzuhalten", sagte Löw der "Welt".

"Und sie müssen zeigen, dass sie in der Lage sind, vor allem in schwierigen Situationen die jungen Spieler mitzureißen, sie zu führen und ein starker Rückhalt zu sein."

"Sie sind sehr wichtig"

Löw begrüßte ausdrücklich die Rückkehr der beiden 32 Jahre alten Mittelfeldspieler, die zum Jahresabschluss beim 1:2 gegen England gefehlt hatten.

"Sie sind sehr wichtig für uns. Eine Mannschaft braucht ein paar ältere Spieler, weil sie den Jüngeren mit ihrer Erfahrung Sicherheit geben können. Ich freue mich, dass sie wieder dabei sind."

Kapitän Ballack und Frings waren im vergangenen Jahr zwischenzeitlich bei Löw in Ungnade gefallen, weil sie öffentlich Kritik am Bundestrainer geübt und damit eine Palastrevolution ausgelöst hatten: "Das sehe ich völlig unproblematisch, weil die Probleme längst ausgeräumt sind."

Positives Echo aus der Liga

Auch in der Bundesliga wird die Rückkehr des Duos positiv bewertet. "Ballack und Frings sind zwei absolute Leistungsträger", meinte Eintracht Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel Sport1.de gegenüber.

"Es ist gut für die deutsche Nationalmannschaft, dass sie weider dabei sind."

Sein Kollege Felix Magath sieht es ähnlich. "Ohne Führungsspieler kann man vielleicht eine Qualifikation überstehen, nicht aber ein EM- oder WM-Turnier", meinte der Trainer des VfL Wolfsburg in einem Gastkommentar im "Hamburger Abendblatt".

"Wenn ich höre, Ballack würde im Team manchmal einen zu rauen Ton abschlagen, kann ich mich nur wundern. Als Kapitän hat er das Recht und auch die Pflicht, Klartext zu reden."

Im Zweifelsfall U 21 statt A-Mannschaft

Eben jenen Klartext redete Löw im Hinblick auf die U-21-EM in Schweden (15. bis 29. Juni).

Horst Hrubesch, der Interimstrainer der deutschen Nachwuchsauswahl, darf auf die besten deutschen Spieler der betreffenden Jahrgänge setzen, auch wenn die Nationalmannschaft zur ähnlichen Zeit in Asienn unterwegs ist.

"Wenn Hrubesch einen Spieler haben möchte, der auch für die Asienreise der Nationalmannschaft infrage kommt, dann wird er ihn für die EM bekommen", erklärte der Bundestrainer und betonte:

"Die EM der U21 genießt bei uns eine höhere Priorität als die Asienreise im Sommer."

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