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Flick, Bierhoff und Ballack stoßen mit O-Saft an - keine verbotene Substanz © getty

Ballack sieht das Anti-Doping-Meldesysten für die deutschen Nationalspieler kritisch, der DFB präsentiert eine neue Datenbank.

Düsseldorf - DFB-Kapitän Michael Ballack hat das Anti-Doping-Meldesysten für die deutschen Nationalspieler kritisiert.

"Es gibt hier und da etwas Unverständnis. Der Zweck, der damit verfolgt wird, nämlich Doping zu bekämpfen, ist positiv. Aber es wird massiv ins Privatleben eingegriffen", sagte Ballack vor dem Länderspiel der DFB-Auswahl am Mittwoch (ab 20 Uhr LIVE) in Düsseldorf gegen Norwegen.

Doppelte Kontrolle

Man müsse sehen, "ob dies auch in Zukunft Bestand hat. Es ist kritisch zu sehen, wenn man sagen muss, wo man sich aufhält, auch an freien Tagen."

Ballack selbst unterliegt als Profi des FC Chelsea auch noch dem englischen Anti-Doping-System und wird somit doppelt kontrolliert.

Schwierige Umsetzung

Seit dem 1. Januar müssen sich die Nationalspieler den neuen Regularien der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) unterwerfen.

Diese sehen vor, dass die Fußballer für die jeweils kommenden 90 Tage fortlaufend ihren Aufenthaltsort bei der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) melden müssen.

Um "konkrete Praxisprobleme zu klären", wie DFB-Internist Tim Meyer erklärte, erhielt die DFB-Auswahl am Montag in ihrem Quartier in Düsseldorf deshalb auch Besuch von Anti-Doping-Experten der NADA.

Die Umsetzung sei nicht so einfach, sagte Meyer: "Gerade am Anfang ist es wichtig, das System zu erläutern und den Spielern zu erklären, wie sie damit umgehen müssen."

Sportler in drei Kategorien eingeteilt

Die WADA teilt die Sportler je nach Gefährdungsgrad in drei Kategorien ein. Die Fußball-Nationalspieler gehören der zweiten Kategorie an.

In der ersten Kategorie befinden sich Sportarten wie Leichtathletik oder Radsport. Diese Sportler müssen für jeden Tag für mindestens eine Stunde präzise mitteilen, wo sie sich für einen eventuellen Doping-Test aufhalten.

Bundesliga-Spieler befinden sich in der Kategorie drei, in der nur die Mitteilung des Aufenthaltsortes der Mannschaft vorgeschrieben ist.

1388 Wettkampfkontrollen in 2008

Der DFB und die NADA haben nach eigenen Angaben im Jahr 2008 alle vertraglich vereinbarten Ziele der gemeinsamen Anti-Doping-Strategie bei unangemeldeten Doping-Kontrollen erreicht.

Im Auftrag des DFB hat die NADA im vergangenen Jahr 498 unangemeldete Trainingskontrollen durchgeführt. Zudem gab es 1388 Wettkampfkontrollen. Dabei wurden keine Verstöße gegen die Anti-Doping-Bestimmungen festgestellt.

Neue Spieler-Datenbank vorgestellt

Eine andere Neuerung stößt derweil auf einhellige Zustimmung: Die Nationalmannschaft soll sich künftig mit Hilfe einer professionellen Datenbank weiter verbessern.

Am Montag stellte der DFB die neue webbasierte Datenbank, die gemeinsam mit der InterComponentWare AG (ICW), bei der Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp Hauptinvestor ist, betrieben wird.

Löw und Bierhoff begeistert

"Die neue DFB-Datenbank gibt uns die Möglichkeit, die aktuellen Nationalspieler in allen Facetten auf die WM 2010 vorzubereiten", begrüßte Bundestrainer Joachim Löw die neue technische Möglichkeit.

Auch Oliver Bierhoff war voll des Lobes. Die Datenbank, sei "eine hervorragende Unterstützung für die Trainer und unser gesamtes Team", so der Nationalmannschafts-Manager.

Mit dieser Datenbank werden zukünftig Informationen über die Nationalspieler gesammelt und analysiert. In Zusammenarbeit mit ICW wurde das DFBnet um die neue Applikation "DFB-Performer" erweitert.

Das neue Angebot basiert auf der "LifeSensor"-Technologie. Erstmals haben damit alle zugriffsberechtigten DFB-Trainer und -Betreuer die Möglichkeit, über die Nationalmannschaftsdatenbank zu jeder Zeit und an jedem Ort für sie wichtige Informationen abzurufen.

Keine "gläsernen" Spieler

In dem integrierten System für das A- und U-21-Team, das auch auf die Junioren-Nationalmannschaften ausgeweitet werden kann, werden Spielbeobachtungen, spezielle Videoanalysen, Ergebnisse der Leistungsdiagnostik und Spielerstammdaten gesammelt. Betreut wird dieses Projekt von Hansi Flick.

"Die neue DFB-Datenbank liefert uns wichtige Daten für die individuelle Förderung unserer Spieler", erklärte der Assistenztrainer von Joachim Löw.

Flick betonte, es bestehe "keine Gefahr, dass die Spieler jetzt durchleuchtet werden. Es werden nur Daten aus allen Bereichen, die wir ohnehin haben, in diesem neuen System gebündelt."

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