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Kapitän Sami Khedira vom VfB Stuttgart ist in der U 21gesetzt © getty

Nach dem 1:1 in Irland spricht Sammer von einem holprigen Start ins EM-Jahr. 40 Kandidaten empfehlen sich für 23 Plätze im EM-Kader.

Cork - Offene Fragen, zahlreiche Baustellen und ein großes Puzzlespiel bei der Zusammensetzung des EM-Kaders:

Der holprige Start in die Mission Titelgewinn sorgte im Umfeld der deutschen U-21-Fußballer für größtenteils ratlose Gesichter.

Trainer Horst Hrubesch und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer wollten aus dem 1:1 (1:1) beim Jahresauftakt in Irland zwar "wichtige Erkenntnisse" gezogen haben.

Diese begrenzten sich letztlich aber darauf, dass bis zur EM im Juni in Schweden noch eine Menge Arbeit bevorsteht.

Sammer stellt Drei-Punkte-Plan auf

Ansonsten gilt: Klar ist, dass nichts klar ist. Da viele der 17 Spieler aus dem Irland-Kader nicht zum Aufgebot der Europameisterschafts-Endrunde zählen werden, war die Partie in Cork letztlich ein Muster ohne Wert.

Sammer sprach von "Abstimmungsproblemen in der Abwehr und im Sturm, die zu diesem Zeitpunkt zu erwarten waren" und stellte einen Drei-Punkte-Plan für die Vorbereitung auf das Turnier auf.

"Wir müssen das sportliche Problem im Sturm lösen, bei den letzten beiden Tests Ende März wichtige Grundlagen in der Leistungsdiagnostik und dem Zusammenspiel schaffen und eine klare Hierarchie herausbilden", erklärt der Europameister von 1996.

Neuer ist unzufrieden

Hrubesch war nach dem zweiten Spiel unter seiner Leitung sichtlich ernüchtert. Das Positivste sei noch das Ergebnis, sagte der Interimscoach, die Leistung sei "viel zu wenig gewesen", vor allem weil man "nicht richtig dagegengehalten habe".

Auch Torhüter Manuel Neuer war "unzufrieden mit unserem Spiel und unserer Spielweise. In unserer Mannschaft steckt Potenzial, aber wir müssen uns besser präsentieren".

Klangvolle Namen fehlen

Dies ist aber auch zu erwarten, denn spätestens durch die Ankündigung von Bundestrainer Joachim Löw, die U-21-EM genieße Priorität gegenüber Test-Länderspielen des A-Teams, ist die Zusammensetzung des EM-Kaders völlig offen.

Rund 40 Kandidaten gibt es für den 23-köpfigen Kader.

Dazu gehören namhafte und in Irland fehlende Profis wie Toni Kroos, Marko Marin, Gonzalo Castro, Mesut Özil, Serdar Tasci oder Alexander Baumjohann.

"Wir müssen eine Mischung finden aus Individualisten und Teamplayern", meint Sammer: "Wenn das gelingt, werden wir eine sehr gute Mannschaft haben."

Duisburger betreiben Eigenwerbung

"Wenn ich wirklich auf alle zurückgreifen kann, habe ich die Qual der Wahl", sagt auch Hrubesch. In Irland konnten nur Debütant Änis Ben-Hatira und Sandro Wagner (beide MSV Duisburg) Eigenwerbung betreiben.

Trotz Wagners Tor liegen die Probleme aber vor allem im Sturm, wo kein einziger gestandener Bundesliga-Profi in Frage kommt.

Dadurch ist letztlich sogar das Spielsystem offen. "Grundsätzlich gibt es die Vorgabe, im 4-4-2-System zu spielen", sagt Sammer: "Es gibt aber auch die Möglichkeiten, bei Wettbewerben zu variieren und nur mit einem Stürmer zu spielen."

Dejagah wohl nicht dabei

Dennoch: Die vermeintliche Traum-Offensivreihe hinter einem Angreifer mit Marin, Kroos und Özil wird es wahrscheinlich nicht geben, weil die drei Ausnahmetalente alle zu wenig in die Defensive investieren.

Klar scheint auch: Der Wolfsburger Ashkan Dejagah wird nach seiner Hepatitis-Erkrankung zumindest nicht rechtzeitig in Form kommen.

Kein Platz für Quartett

Aus dem A-Team werden Özil, Marin und Andreas Beck mit ziemlicher Sicherheit in Schweden dabei sein. Allenfalls auf Tasci könnte aufgrund guter Alternativen (Mats Hummels, Benedikt Höwedes) verzichtet werden, falls der Stuttgarter zum Stammspieler im A-Team avanciert.

Zuletzt nicht nominierte Profis wie Eugen Polanski, Marc-Andre Kruska, Jan Rosenthal oder Sebastian Boenisch werden es schwer haben. Und Verstärkung aus dem Kader der U19-Europameister seien "derzeit nicht geplant", betont Hrubesch.

Vor ihm liegt dennoch ein Puzzlespiel mit vielen Unbekannten.

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