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Schürrle (r., mit Özil) feierte im November 2010 gegen Schweden sein Nationalelf-Debüt © getty

Leverkusens Andre Schürrle spricht bei SPORT1 über die Frankreich-Partie, Titelträume, Mitspieler Kießling und die Bundesliga.

Von Thorsten Langenbahn

Leverkusen - Fünf Torschüsse hatte Bayer Leverkusens Angreifer Andre Schürrle gegen Borussia Dortmund abgegeben.

Doch keiner seiner Versuche traf bei der 2:3-Niederlage (Bericht) im Bundesliga-Spitzenspiel ins Ziel.

Für Schürrle kein Grund, sich lange damit aufzuhalten. Der 22-Jährige ist überzeugt, mit einer ähnlichen Leistung gegen andere Gegner zu gewinnen - und damit das Rennen um die direkte Champions-Leauge-Qualifikation weiter offen zu gestalten. (DATENCENTER: Bundesliga)

Zunächst startet der 20-malige Nationalstürmer am Mittwoch mit dem DFB-Team gegen Frankreich (ab 20.30 Uhr im LIVE-TICKER) ins Länderspieljahr. Es soll für den schnellen Angreifer der Auftakt sein auf dem Weg zum WM-Titel 2014.

Bei SPORT1 spricht Schürrle über die Nachwehen des Gipfeltreffens, Sprüche von Mario Götze und Marco Reus, den Länderspielklassiker in Paris und die Nicht-Nominierung von Stefan Kießling. 636514(DIASHOW: Der DFB-Kader für das Frankreich-Spiel)

SPORT1: Herr Schürrle, erst das 0:3 gegen Borussia Dortmund im Hinspiel, jetzt die 2:3-Heimniederlage. Müssen Sie sich nun noch mehr Sprüche von Ihren Kumpels Mario Götze und Marco Reus anhören?

Andre Schürrle: Bestimmt. Natürlich kommt da noch der eine oder andere Spruch. Das würde ich auch so machen. Aber ich denke, wir haben gut gespielt und Dortmund auch über weite Strecken dominiert. Es hätte auch anders ausgehen können. Von daher ist die Niederlage umso bitterer.

SPORT1: War es ein Spiel auf Augenhöhe?

Schürrle: Wir waren eigentlich über 60 Minuten die bessere Mannschaft. Klar hat Dortmund überragende Einzelspieler vorne. Sie sind immer für ein Tor gut, und das haben sie leider auch gezeigt. Aber wir hatten unglaublich viele Möglichkeiten, da müssen wir einfach abgeklärter sein und mehr Tore machen.

SPORT1: Der BVB ist jetzt Zweiter, Leverkusen Dritter. Welche Bedeutung hat der Platztausch in der Tabelle?

Schürrle: Keine große. Das ist jetzt kein Beinbruch. Es sind noch viele Spiele. Ich denke, es wird bis zum Ende eng bleiben. Ich bin mir sicher, dass wir weiter um den zweiten Platz mitspielen können. Der entscheidende Faktor dafür ist die Leistung, und die war gegen Dortmund trotz der Niederlage sehr gut.

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SPORT1: Würde Leverkusen mit dieser Leistung gegen andere Gegner ziemlich sicher gewinnen?

Schürrle: Davon gehe ich aus. Wobei wir auch gegen andere Gegner die Tore machen müssen. Von daher müssen wir aus diesem Spiel einfach die richtigen Schlüsse ziehen, um in den nächsten Wochen erfolgreich zu sein.

SPORT1: Erst einmal steht mit der Nationalmannschaft am Mittwoch im Stade de France der Länderspiel-Klassiker gegen Frankreich an. Welchen Stellenwert hat dieser Test?

Schürrle: In Paris, das ist auf jeden Fall ein cooles Spiel. Gegen Frankreich sind es immer tolle Duelle. Ich freue mich sehr darauf.

SPORT1: Ist der Länderspielauftakt 2013 auch eine wichtige Standortbestimmung vor den beiden WM-Qualifikationsspielen im März gegen Kasachstan?

Schürrle: Auf jeden Fall ist es eine wichtige Partie. Es ist das erste Spiel und das erste Zusammentreffen im neuen Jahr. Wir müssen gegen einen sehr guten Gegner wieder die richtigen Abläufe und Automatismen finden, bevor es dann in die WM-Quali geht. Da müssen wir wieder zeigen, dass wir die Nummer eins in der Gruppe sind.

SPORT1: Ist es für die A-Nationalmannschaft ein schwieriges Jahr, gerade weil kein großes Turnier stattfindet?

Schürrle: Nein. Wir sind alle motiviert genug, um zu wissen, worum es geht. Die WM in Brasilien ist das große Ziel. Wir wollen auch irgendwann den Titel holen. Und die Voraussetzung dafür ist natürlich, die WM-Quali erfolgreich zu bestreiten.

SPORT1: Bundestrainer Joachim Löw war gegen Dortmund im Stadion. Glauben Sie, dass Sie sich für die Startelf am Mittwoch empfohlen haben?

Schürrle: Das muss der Bundestrainer entscheiden. Er hat bisher jedes Spiel von uns in der Rückrunde gesehen, also auch in Freiburg und davor gegen Frankfurt. Ich glaube, ich habe in allen drei Spielen meine Leistung gebracht, selbst ein Tor gemacht und eins vorbereitet. Aber wie gesagt, das ist Sache des Bundestrainers. Es gibt noch viele Spieler, die auf einen Einsatz von Anfang an hoffen. Schauen wir mal, was passiert.

SPORT1: Sie sind nicht der einzige Leverkusener bei der Nationalmannschaft, Lars Bender steht ebenfalls im Kader. Wie sehr wünschen Sie Ihrem Sturmkollegen Stefan Kießling, mal wieder nominiert zu werden?

Schürrle: Wenn ein Mitspieler dabei ist, ist das immer etwas Schönes. Das wünscht man jedem. Aber da nutzt es nichts, den Kies nach vorne zu reden. Der Bundestrainer hat die Spiele gesehen und weiß genau, wie Kies spielt. Den Rest muss der Bundestrainer entscheiden, ob und wann er ihn dazuholt.