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Torsten Frings - hier gegen Skjelbred - absolvierte sein 79. Länderspiel © getty

Die DFB-Elf agiert kraftlos und ohne Ideen gegen clevere Norweger. Weder die Routiniers noch die Neulinge können überzeugen.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Düsseldorf - Das erste Länderspiel des Jahres 2009 endete für die die deutsche Nationalmannschaft mit einer herben Enttäuschung.

Gegen Norwegen erlitt das Team von Bundestrainer Joachim Löw eine nicht einmal unverdiente 0:1-Niederlage.

Christian Grindheim erzielte den Siegtreffer für die ersatzgeschwächten Gäste in der 63. Minute. ad

Norweger sehr defensiv

Im Test für die beiden kommenden WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein (28. März) und in Wales (1. April.) schaffte es der Vize-Europameister vor allem in der ersten Halbzeit nicht, einen defensiv eingestellten Gegner mit schnellem Kombinationsfußball aus den Angeln zu hebeln.

In weiteren Testspielen des Abends unterlag Österreich Schweden mit 0:2, mit dem gleichen Ergebnis verlor Frankreich gegen Argentinien. (DATENCENTER: Alle Testspiele im Überblick)

"Niederlage nicht unverdient"

Spielerisch konnte die DFB-Auswahl kaum überzeugen, in der Defensive taten sich immer wieder Lücken auf. Die Gäste waren stets mit Kontern gefährlich, nutzten diese aber nicht konsequent.

"Die Niederlage ist nicht unverdient. Unser Spiel war zu langsam, zu behäbig und zu wenig inspirierend. Es hat an Tempo gefehlt und wir haben uns zu wenig Chancen erarbeitet", kritisierte Bundestrainer Joachim Löw.

Er kündigte zudem an: "Wir werden aber unsere Lehren daraus ziehen. Die nächsten Spiele werden wir anders bestreiten."

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Auch Kapitän Michael Ballack äußerte Selbstkritik. "Wir haben keine gute Leistung gebracht. Wir müssen versuchen, gegen so ein Bollwerk schneller zu spielen und mehr Chancen herauszuarbeiten. Unser Spielaufbau war viel zu behäbig", sagte der Chelsea-Profi.

Heiko Westermann ergänzte: "Wir sind für die nächsten Spiele gewarnt. Wir haben kein Mittel gefunden, die Norweger zu knacken."

Vor 45.000 Zuschauern in der nicht ausverkauften Düsseldorfer Arena dauert es einige Minuten, bis die Gastgeber erstmals vor das Tor der Norweger kamen.

Ballack feuerte einen Fernschuss ab (9.)

Der Kapitän schaffte es aber nicht, der Partie in seinem 90. Länderspiel seinen Stempel aufzudrücken.

Helstad mit der Chance

Die Norweger setzten immer wieder gefährliche Gegenstöße.

Nach einem blitzschnellen Konter lief Thorstein Helstad auf das von Rene Adler gehütete Tor zu, und nur mit höchstem Einsatz blockte Per Mertesacker den Flachschuss des Stürmers von UC Le Mans zur Ecke (14.).

Direkt im Anschluss die nächste Schrecksekunde: Nach einem Flachschuss von Per Ciljan Skjelbred ließ Adler den Ball nach vorn abprallen, doch zum Glück für den Leverkusener war die Fahne oben: Abseits.

Die deutsche Mannschaft wirkte überrascht von den Offensivaktionen der Gäste und hatte Glück, dass es nach 22 Minuten nicht 0:1 stand. Einen Kopfball von Helstad lenkte Adler reaktionsschnell über den Kasten.

Die Rettungstat des Leverkuseners schien für die bis dahin behäbig wirkende deutschen Mannschaft ein Weckruf zu sein.

Lahm und Trochowski haben Möglichkeiten

Torsten Frings leitete aus dem Mittelfeld einen Angriff ein. Über Schweinsteiger kam der Ball zu Piotr Trochowski, der schlug im Strafraum einen Haken, doch sein Schuss aus 13 Metern blieb in der norwegischen Abwehr hängen (29.).

Direkt im Anschluss hatten die Zuschauer den Torschrei auf den Lippen, doch Philipp Lahms Schlenzer von der Strafraumgrenze verfehlte das Tor knapp.

Zu wenig Ideen

Doch das war auch schon die letzte gute Aktion einer enttäuschenden ersten Halbzeit. Die deutsche Auswahl hatte zu wenige Ideen und einige Probleme in der Rückwärtsbewegung. Von Pfiffen begleitet, ging die Mannschaft in die Kabine.

Nach der Pause kam Andreas Beck zu seinem Länderspieldebüt. Der Hoffenheimer ersetzte Andreas Hinkel auf der rechten Abwehrseite. Im Sturm kam Patrick Helmes für Klose, Serdar Tasci rückte für Per Mertesacker in die Innenverteidigung.

Doch auch mit neuen Kräften tat sich die deutsche Mannschaft schwer. Chancen ergaben sich nur durch Weitschüsse.

Zunächst verzog Schweinsteiger, dann lenkte Norwegens Torhüter Rune Almenning Jarstein den Ball nach einem Gomez-Schuss mit einer Glanzparade um den Pfosten (58.).

Während Gomez und Co. sich vergebens mühten, schlugen die Nordländer in der 63. Minute eiskalt zu.

Grindheim erzielt Siegtreffer

Nach einem weiten Einwurf wehrte die deutsche Abwehr den Ball zunächst ab, doch nach Morten Gamst Pedersens scharfer Hereingabe stand Christian Grindheim am zweiten Pfosten völlig frei und drückte ein. Adler war machtlos.

Löw reagierte, brachte in der 69. Minute Stefan Kießling für den glücklosen Gomez und Marko Marin für Frings. Der Mönchengladbacher führte sich gut ein, doch sein Schuss wurde abgefälscht.

Die Norweger blieben mit Kontern gefährlich, aber Adler ließ keinen zweiten Gegentreffer zu.

Dass Mesut Özil, in der 79. Minute für Trochowski eingewechselt, als 24. Spieler unter Löw zu seinem Debüt in der A-Nationalmannschaft kam, war schließlich nicht mehr als eine Randnotiz.

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