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Bastian Schweinsteiger (r.) spielte 2004 erstmals für die deutsche Mannschaft © imago

Gegen Norwegen probiert die DFB-Auswahl viel aus, doch der Erfolg bleibt aus. Schweinsteiger verspricht im Interview Besserung.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Düsseldorf - Die Generalprobe für die beiden WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein (28. März) und in Wales (1. April) hat die deutsche Nationalmannschaft gründlich in den Sand gesetzt.

Gegen defensiv agierende Norwegen fand die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw kein Mittel, wirkte behäbig und nicht auf der Höhe.

Trotz der blamablen 0:1-Pleite gegen eine norwegische B-Elf sieht Bastian Schweinsteiger die Lage nicht dramatisch.

"Es war nur ein Testspiel", sagt der Mittelfeldspieler. Man spiele schon ein bisschen anders, wenn es um etwas geht. Dann sei die DFB-Auswahl "meistens zur Stelle".

Für die Pfiffe der Zuschauer äußert der Bayern-Profi im Interview Verständnis. "Die Leute kommen und wollen Tore oder ein gutes Spiel von uns sehen. Aber natürlich sind wir auch keine Maschinen."ad

Frage: Herr Schweinsteiger, wie kam die Niederlage zustande und sind Sie verärgert über die Leistung der deutschen Mannschaft?

Bastian Schweinsteiger: Erstmal war es ein Testspiel. Natürlich hätten wir uns einen Erfolg gewünscht, aber wir haben uns sehr schwer getan gegen eine tief gestaffelte Mannschaft.

Frage: Können Sie dem Spiel etwas Positives abgewinnen?

Schweinsteiger: Unter einem Aspekt war der Test nicht ganz so schlecht. Denn Liechtenstein, Wales und Finnland spielen ähnlich. Von daher haben wir schon einmal ein bisschen mitbekommen, wie es schlecht laufen kann.

Frage: Kann Deutschland sich nicht für in Testspiele motivieren? Es sieht so aus, als müsse es immer erst um etwas gehen, damit die Mannschaft ihre wahre Leistungsstärke abrufen kann.

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Schweinsteiger: Man spielt schon ein bisschen anders, wenn es um etwas geht. Dann, sind wir meistens zur Stelle. In solchen Spiele wie gegen Norwegen probiert man viele Dinge aus, und dann geht etwas schief. Natürlich haben wir kein gutes Spiel gezeigt und müssen aus unseren Fehlern lernen. Man wirft alles in die Waagschale, um die Punkte zu holen. Wenn man die Spiele gegen Russland und gegen Norwegen vergleicht, dann ist da schon ein Unterschied.

Frage: Was sagen Sie zu den Pfiffen der Zuschauer?

Schweinsteiger: Ich verstehe, dass die Leute pfeifen und für ihr Geld ein gutes Spiel sehen wollen. Die Leute kommen und wollen Tore oder ein gutes Spiel von uns sehen. Aber natürlich sind wir auch keine Maschinen. Wir haben es leider nicht geschafft, das abzurufen, was wir können. (DATENCENTER: Alle Testspiele im Überblick)

Frage: Was muss alles besser werden?

Schweinsteiger: Es ist schwer, kurz nach dem Spiel zu sagen, was wir anders machen müssen. Der Trainer wird mit Sicherheit ein paar Dinge ansprechen und uns zeigen, wie wir es anders machen sollen. Wir wissen alle, dass wir besser spielen müssen. Ich sehe es nicht dramatisch. Es ist heute kein Weltuntergang passiert. Wir haben ein Freundschaftsspiel verloren. Klar hätten wir gerne gewonnen, aber warten wir ab, bis die Punktspiele wieder losgehen.

Frage: Nach dem 1:2 gegen England war es die zweite Niederlage in Folge. Wie geht es jetzt weiter?

Schweinsteiger: Die Qualifikationsspiele sind entscheidend. Wir konzentrieren uns voll auf die Punktspiele und dann werden wir ein anderes Gesicht zeigen. Man darf nicht gleich alles zu dramatisch sehen. Man sollte ein bisschen gelassener damit umgehen. Wir sind alle Menschen und keine Maschinen. Wenn es darauf ankommt, sind wir auch wieder da.

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