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Joachim Löw (r.) war bis 2006 Assistent von Jürgen Klinsmann beim DFB-Team © imago

Sport1.de sprach mit Joachim Löw über den Ligastart, seinen Freund Jürgen Klinsmann und das erste Spiel des DFB-Teams gegen Belgien.

von Conny Konzack

München - Es war ein ereignisreiches Wochenende für Joachim Löw.

Freitag schaute sich der Bundestrainer den Bundesliga-Auftakt zwischen dem FC Bayern und dem Hamburger SV (2:2) an, am Tag danach weilte er beim 3:0 von Schalke 04 gegen Hannover 96.

Unmittelbar nach der Partie fuhr Löw dann zurück in den Süden, um seinen Freund Knut Becker in dessen Hotel Marc Aurel im niederbayrischen Bad Gögging zu besuchen.

Dort sprach Sport1.de mit dem 48-Jährigen über den Ligastart, seinen Freund Jürgen Klinsmann und das erste Länderspiel des DFB-Teams gegen Belgien, für das man sich am Sonntag in Herzogenaurach traf.

Sport1: Der Bundesliga-Start stand im Zeichen der Rückkehr von Jürgen Klinsmann auf die Trainerbank. Wie beurteilen Sie das 2:2 des FC Bayern?

Joachim Löw: Ein Remis ist für den FC Bayern daheim nie ausreichend. Aber ich kenne Jürgen Klinsmann ja ganz gut und weiß, dass er die Dinge in München emotional und mit aller Energie vorantreiben wird. Er wird dem gesamten deutschen Fußball gut tun.

Sport1: Was erwarten Sie von ihm?

Löw: Ich finde es zunächst einmal gut, wenn beim FC Bayern neue Reize gesetzt werden. Der Jürgen ist ja stur und hartnäckig, der will seine verschiedenen, eigenen Ideen dort durchsetzen - und zwar möglichst schnell. Da hat er ja wenig Geduld. Alles muss sich bei ihm sehr rasch ändern.

Sport1: Zum Beispiel?

Löw: Einiges hat er ja schon eingeführt, wie zum Beispiel den Ganztages-Ablauf. Der ist ja bei internationalen Spitzenteam längst üblich und war beim FC Bayern überfällig. Diesbezüglich wurde in ganz Deutschland in der Vergangenheit viel zu wenig getan.

Sport1: Gab es für Sie ansonsten am ersten Spieltag Überraschungen?

Löw: Nein, ehrlich gesagt nicht. Ich habe mir Schalke live angeschaut. Das Team überzeugte ebenso wie zum Beispiel Aufsteiger Hoffenheim, deren mannschaftliche Stärke in der Bundesliga noch viele Überraschungen bereiten könnte.

Sport1: Sie hatten ja deren 3: 0 in Cottbus vorher sogar getippt...

Löw: Die sind ja auch gut aufgestellt und waren für mich in Cottbus die erwarteten Sieger.

Sport1: Was erwarten Sie jetzt von Ihren Nationalspielern am Mittwoch gegen Belgien?

Löw: Ein Spiel zu diesem Zeitpunkt ist immer etwas schwierig, aber wir müssen das Beste daraus machen und wollen natürlich mit einem Sieg starten. Schade sind natürlich die Absagen von Michael Ballack, Torsten Frings und Jermaine Jones. Aber dafür kommen auch einige Neue hinzu, etwa Serdar Tasci oder Mönchengladbachs Marko Marin, die bei der EM ja noch zuschauen mussten.

Sport1: Die beiden Youngster drücken den Altersdurchschnitt Ihres Teams, der ja ohnehin nicht hoch war. Bekommt die DFB-Elf nochmals eine Verjüngungskur?

Löw: Ja, ich werde in Zukunft sicherlich noch weitere jüngere Spieler bringen. Lassen Sie sich überraschen.

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