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Stefan Kießling absolvierte für die deutsche Nationalmannschaft sechs Länderspiele © imago

Der Bundestrainer stellt klar: Er braucht Leverkusens Torjäger nicht. International werde "die Luft dünner".

Frankfurt - Wieder mit Bastian Schweinsteiger, Mario Götze und Marco Reus, dafür erneut ohne Stefan Kießling:

Bundestrainer Joachim Löw verzichtet für die beiden anstehenden WM-Qualifikationsspiele gegen Kasachsten trotz des Ausfalls von Miroslav Klose wie schon erwartet auf den Angreifer von Bayer Leverkusen und erteilte dem 29-Jährigen auch für die Zukunft eine ziemlich deutliche Absage.

"Dieser Kader in dieser Besetzung reicht mir vollkommen aus", sagte Löw in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main bei der Nominierung seines Kaders für die beiden Partien am 22. März in Astana und am 26. März in Nürnberg. 687883(DIASHOW: DFB-Kader gegen Kasachstan)

"Auch wenn Miro nicht zur Verfügung steht, habe ich vorne genügend Möglichkeiten und Qualität, um unsere Philosophie umzusetzen, um diesen Kombinationsfußball zu spielen, den ich mir vorstelle", führte der Bundestrainer aus.

Gomez einziger Stürmer

In Mario Gomez steht wegen der noch nicht ausgeheilten Knieverletzung des 34 Jahre alten Klose (126 Länderspiele) nur ein echter Angreifer im Aufgebot.

Doch schon in Frankreich (2:1) behalf sich Löw in der zweiten Hälfte mit dem spanischen System, als er die Mittelfeldspieler Reus, der in Kasachstan gesperrt ist, Mesut Özil, Toni Kroos und Andre Schürrle abwechselnd stürmen ließ.

Im Moment sehe er deshalb "keinen Anlass", Kießling zurückzuholen, führte Löw weiter aus. Der sei zwar bei Bayer ein wichtiger Spieler, "aber international wird die Luft dünner".

Schweinsteiger und BVB-Trio zurück

Der 53-Jährige berief 23 Spieler. Während die angeschlagenen Klose und Mats Hummels sowie der Dauerverletzte Holger Badstuber fehlen, kehren der Münchner Schweinsteiger, von dem Löw "grundsätzlich viel" erwartet, sowie die Dortmunder Götze, Reus und auch Marcel Schmelzer in den Kader zurück.

Sie hatten zum Jahresauftakt in Paris kurzfristig absagen müssen.

Adler und Zieler wieder dabei

Überraschungen bietet die Auswahl von Löw gegen den 142. der Weltrangliste nicht.

Hinter Stammtorwart Manuel Neuer nominierte Löw erneut den Hamburger Routinier Rene Adler, der sich inzwischen große Hoffnungen auf die Teilnahme an der WM 2014 in Brasilien machen darf.

Neuer sei weiter "unsere Nummer eins", sagte Löw, "aber Rene hat große Klasse und große Ausstrahlung".

Neuer und Adler hätten "feste Positionen, dahinter kämpfen dann die Jungen um den Platz". Gegen Kasachstan erhielt Ron-Robert Zieler (Hannover) das Vertrauen des Bundestrainers.

Hoffen auf Podolski

Angeschlagen ist derzeit noch Offensivspieler Lukas Podolski. Der 27-Jährige vom FC Arsensal hatte am Mittwochabend im Achtelfinale der Champions League bei Bayern München wegen einer Bleesur am Sprunggelenk passen müssen.

Löw geht aber davon aus, dass der 107-malige Nationalspieler, erfahrenster Profi im Aufgebot, "ab dem Wochenende wieder einsatzfähig ist. Er sagt, es sieht soweit gut aus."

"Sechs Punkte fest eingeplant"

Das Ziel für die beiden Spiele ist klar. "Die sechs Punkte sind natürlich fest eingeplant", betonte der DFB-Coach.

"Es liegt an uns, wie wir die Spiele gestalten", erklärte Löw: "Wenn wir unser Potenzial abrufen, dann werden wir gewinnen, davon gehe ich aus."

Strapazen und Rasen keine Ausreden

Auch die ungewöhnlichen Umstände beim Spiel in Kasachstan sollen die DFB-Auswahl nicht von ihrem Weg nach Rio abbringen.

Natürlich sei die Anreise "beschwerlich, dazu kommt noch die große Zeitverschiebung und der Kunstrasen. Aber wir haben es schon 2010 beim 3:0 geschafft, uns darauf einzustellen", meinte Löw gelassen.

Anpfiff um Mitternacht

Die Nationalelf trifft sich am Montagabend in Frankfurt/Main und fliegt von dort am Donnerstag nach Astana.

Da das Spiel wegen der Übertragungszeit im deutschen Fernsehen erst um 0 Uhr Ortszeit angepfiffen wird, bleibt der DFB-Tross in Kasachstan trotz der fünfstündigen Zeitverschiebung im "europäischen Modus" und fliegt direkt nach Ende des Spiels nach Nürnberg, wo die Mannschaft gegen 5 Uhr landen wird.

Das DFB-Aufgebot gegen Kasachstan:

Tor: 1 Manuel Neuer (Bayern München), 12 Rene Adler (Hamburger SV), 22 Ron-Robert Zieler (Hannover 96)

Abwehr: 20 Jerome Boateng, 16 Philipp Lahm (beide Bayern München), 4 Benedikt Höwedes (Schalke 04), 17 Per Mertesacker (FC Arsenal), 3 Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund), 5 Heiko Westermann (Hamburger SV)

Mittelfeld: 15 Lars Bender (Bayer Leverkusen), 11 Julian Draxler (Schalke 04), 2 Sven Bender, 19 Mario Götze, 14 Ilkay Gündogan, 21 Marco Reus (alle Borussia Dortmund), 6 Sami Khedira, 8 Mesut Özil (beide Real Madrid), 18 Toni Kroos, 13 Thomas Müller, 7 Bastian Schweinsteiger (alle Bayern München), 10 Lukas Podolski (FC Arsenal), 9 Andre Schürrle (Bayer Leverkusen)

Angriff: 23 Mario Gomez (Bayern München)

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