vergrößernverkleinern
Schweinsteiger hat in bislang 97 Länderspielen 23 Tore erzielt. © getty

Schweinsteiger sehnt sich nach Titeln. Den ersten will er in der Allianz-Arena feiern. Auch im DFB-Team will er "maximalen Erfolg".

München - Nach den vielen Enttäuschungen im vergangenen Jahr will Bastian Schweinsteiger wieder Erfolge feiern und Titel gewinnen.

Seinen Hunger zumindest vorübergehend stillen könnte die Meisterschaft mit dem FC Bayern. Bei derzeit 20 Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger, ist die Meisterschaft quasi in trockenen Tüchern.

"Meister am liebsten in München"

Die Frage, die die Bayern-Anhänger derzeit noch beschäftigt, ist, wann der Rekordmeister seine Meisterschaft offiziell feiern kann. Schweinsteiger selbst geht es weniger um den Zeitpunkt als um den Ort der Feierlichkeiten: "Am liebsten wäre es mir, wenn es in München passiert."

Das könnte bereits am kommenden Spieltag der Fall sein, wenn Borussia Dortmund gegen den VfB Stuttgart Punkte lässt und der FCB am Samstagabend gegen den Hamburger SV gewinnt.

Seltener Gast beim DFB

Aber auch im DFB-Team, mit dem er im vergangenen Jahr im EM-Halbfinale an Italien scheiterte, verfolgt der Stratege hohe Ziele.

Dabei ist Schweinsteiger ein seltener Gast bei der DFB-Auswahl. Zuletzt trug er beim historischen 4:4 gegen Schweden am 16. Oktober 2012 das Nationaltrikot (DFB-Präsident Wolfgang Niersbach am Sonntag ab 11 Uhr zu Gast im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1).

Seitdem gab es zwei Testspiele - und die meidet er schon seit eineinhalb Jahren. Nun geht es gegen Kasachstan in der Qualfikation um wichtige Punkte für die WM 2014 in Brasilien - und "Chef" Schweinsteiger ist wieder dabei.

[kaltura id="0_0xmf2rr3" class="full_size" title="Chef Schweinsteiger gibt die Richtung vor"]

"Man kann es nicht jedem recht machen

Dem elitären "Klub der Hunderter" kann der 97-malige Nationalspieler bei den Spielen am Freitag in Astana und am Dienstag in Nürnberg noch nicht beitreten - auch weil er Bundestrainer Joachim Löw bei allen neun Testspielen seit August 2011 (3:2 gegen Brasilien) immer wieder wegen diverser Verletzungen abgesagt hatte.

Dies brachte Schweinsteiger bereits einigen Spott ein. In den vergangenen Wochen kamen Diskussionen um seine Rolle als Mittelfeldchef des FC Bayern und der Nationalmannschaft dazu.

Doch darüber mag der Münchner nicht reden. Man könne es "eben nicht jedem recht machen", meinte er am Mittwoch einigermaßen patzig.

Schweinsteiger will "maximalen Erfolg"

Ihn interessiere nur, "dass wir maximalen Erfolg haben. Dazu will ich meinen Teil beitragen."

Unlängst hatte Schweinsteiger in einem "AZ"-Interview schon erklärt, "dass mir Image, Anerkennung und Respekt nicht so wichtig im Leben sind. Mir ist lieber Erfolg zu haben, als groß geliebt zu werden."

Und auch wenn er keinen großen Titel in seiner Karriere hole, "dann würde ich auch nicht früher sterben". In der Öffentlichkeit meidet Schweinsteiger die Rolle als Anführer, die er auf dem Platz allerdings seit Wochen ausfüllt.

Bei Löw und Bayern unumstritten

Für Löw bleibt der erfahrene Bayern-Profi deshalb unantastbar - auch wenn etwa der Dortmunder Ilkay Gündogan mit Vehemenz nachdrängt.

"Bastian hat in München gezeigt, dass er wieder eine sehr gute Form hat. Er ist wieder in der Verfassung, eine Mannschaft anzutreiben, ihr Leader zu sein", betonte der Bundestrainer.

"Erwarte grundsätzlich viel von ihm"

Schweinsteiger sei ein Führungsspieler, sei "kritisch, sagt seine Meinung und nimmt Einfluss auf andere. Bastian hat schon viele Schlachten geschlagen, so etwas ist kaum zu ersetzen." Deshalb erwarte er "grundsätzlich viel von ihm".

Wie wichtig Schweinsteiger auch beim FC Bayern ist, hatte der Rekordmeister zuletzt schmerzvoll erleben müssen, als er einmal nicht dabei war. Beim 0:2 gegen den FC Arsenal fehlte er gelbgesperrt - und gleich auch die Balance im Münchner Spiel.

In London (3:1) und zuvor beim Pokal-Schlager gegen Dortmund (1:0) war er dagegen die treibende Kraft gewesen.

Vorfreude auf den "Klub der Hunderter"

Auf das nahende 100. Spiel im DFB-Dress freut sich der 28-Jährige: "Natürlich nimmt man so etwas wahr, es ist etwas ganz besonderes für die Nationalmannschaft zu spielen. Irgendwann kommen auch die 100", sagt Schweinsteiger:

"Ich bin stolz darauf und hoffe, dass noch viele schöne Momente dazukommen." Für Löw ist erst einmal schön, dass sein Mittelfeldchef überhaupt wieder dabei ist.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel