Gegen die Kasachstan kann sich Löw auf seine Mittelfeldspieler verlassen. Ob es ganz ohne "Killer", geht bleibt abzuwarten.

Die deutsche Nationalmannschaft hat ihre Pflichtaufgabe in Kasachstan mit einem völlig ungefährdeten 3:0-Sieg gelöst und dank Schwedens Patzer gegen Irland ihren Vorsprung auf den ersten Verfolger in der WM-Qualifikationsgruppe C vergrößert.

Die dritte gute Nachricht aus Sicht von Bundestrainer Joachim Löw: Sein Team schießt auch ohne echten Stürmer Tore.

Wie zuletzt beim 2:1-Sieg in Frankreich sorgten die Mittelfeldspieler in Astana für die Treffer.

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Ob die Schützen nun Bastian Schweinsteiger, Mario Götze und Thomas Müller heißen oder Müller, der beim 1:0 Schweinsteigers Schuss noch maßgeblich abfälschte, sich über ein Doppelpack freuen darf, ist dabei nur eine nette Nebengeschichte.

Löw hat seine Taktik ohne gelernten Angreifer ausprobiert, Götze hat als falsche Neun - oder wie er es selbst formuliert - als spielende Neun getroffen. So weit, so gut.

Doch muss auch angemerkt werden, dass dem Spiel der deutschen Elf in einigen Szenen die Durchschlagskraft fehlte. Anstatt den Abschluss zu suchen wirkte es häufig so, als hätten Löws Spieler den Ball ins Tor tragen wollen.

Klar, es wurde hübsch kombiniert, allerdings steht Kasachstan in der FIFA-Weltrangliste auch nur auf Platz 139 und war in allen Belangen hoffnungslos unterlegen.

Das wird auch am Dienstag im zweiten Aufeinandertreffen in Nürnberg nicht anders sein.

Die Frage ist, ob es sich Löw auch gegen stärkere Gegner leisten kann, völlig auf einen Stoßstürmer zu verzichten.

Gegen Kasachstan fehlte Miro Klose - nicht zum ersten Mal - verletzungsbedingt. Mario Gomez saß in Astana zwar auf der Bank, war jedoch wegen einer Zerrung nicht einsatzfähig. Stefan Kießling fehlt nach Löws Einschätzung die Klasse für höhere internationale Aufgaben. Ansonsten drängt sich niemand auf.

Löws Vorbild ist Spanien, das mit David Villa und Fernando Torres zwar über zwei Klassestürmer verfügt, zuletzt aber häufig mit falscher Neun agierte.

Das DFB-Team werde nie ohne eine Nummer neun spielen, betonte Löw nach dem Sieg in Astana.

Einen "Keilstürmer" bräuchte man beim von der deutschen Auswahl praktizierten Kurzpassspiel nicht zwingend, fand Teammanager Oliver Bierhoff.

Mario Gomez sieht das natürlich anders. Jede Mannschaft brauche "so einen Killer", hatte der Bayern-Angreifer im Vorfeld des Spiels erklärt. Es gehe "darum, dass es in Topspielen nur wenige Chancen gibt".

Sicher, die falsche Neun ist eine Alternative. Ob es jedoch ganz ohne "Killer" geht, wird sich zeigen, wenn es um Titel geht.

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