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Erstes A-Länderspiel für Deutschland: Werder Bremens Mesut Özil © getty

Die Statuten-Panne spielt offenbar keine Rolle - weil Özil seinen türkische Pass abgegeben hat und nur für den DFB spielen will.

München - Alle vorherige Aufregung scheint offenbar unbegründet: Trotz der Statuten-Panne hat sich Mesut Özil klar zum DFB bekannt.

"Das spielt für mich keine Rolle, denn ich habe mich hundertprozentig für die deutsche Nationalmannschaft entschieden", sagte der Deutsch-Türke von Werder Bremen. (zur Vereinsseite)

Und auch juristisch hat die Türkei derzeit keine Chancen, den Mittelfeldspieler (Porträt) zu nominieren.

"Fakt ist, dass er selbst im Falle einer Einladung derzeit nicht für die türkische Nationalmannschaft spielen dürfte", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach.

"Mesut hat Ende 2007 seine türkische Staatsangehörigkeit abgelegt und müsste diese zunächst wieder neu beantragen, bevor er den Verband wechseln könnte."

"Eindeutig für Deutschland"

Zudem glaubt Niersbach ohnehin nicht an einen Meinungsumschwung von Özil, der bei der 0:1-Niederlage gegen Norwegen am vergangenen Mittwoch (zum Artikel) sein Debüt in der DFB-Auswahl gefeiert hatte.

"Das ist eine Diskussion, der wir uns gar nicht stellen wollen. Denn wir wissen von Mesut nach den Gesprächen mit Bundestrainer Joachim Löw, dass er sich eindeutig für Deutschland entschieden hat", sagte Niersbach.

Darüber hinaus verwies er darauf, dass Özil noch als türkischer Staatsbürger bereits am 15. Oktober 2006 für die deutsche U-19-Nationalmannschaft gegen Estland ein Pflichtspiel bestritten hatte.

"Da hatte er noch beide Staatsangehörigkeiten. Und mit seinem Einsatz für die deutsche U19 hat er sich damals schon sportlich zum DFB bekannt", sagte Niersbach.

Noch nicht an den DFB gebunden

Zuvor hatte der "kicker" berichtet, dass Özil trotz seines ersten A-Nationalmannschafts-Einsatzes theoretisch noch nicht an den DFB gebunden ist. (Özil darf noch für Türkei ran)

Denn in den Statuten des Weltverbandes FIFA ist auf Seite 64 unter Artikel 18, Absatz 1 a festgehalten, dass ein Spieler erst dann nicht mehr den Verband wechseln darf, wenn er in einem offiziellen Wettbewerbsspiel eingesetzt wurde.

"Normale" Länderspiele wie der Test gegen Norwegen zählen nicht dazu.

Löw motzt über FIFA

Der Weltverband hatte diesen Passus in seinen Statuten im Mai 2008 modifiziert, um alle Unklarheiten auszuräumen.

"Das wusste ich nicht. Da lässt man wieder eine Tür auf, dafür fehlt mir das Verständnis", sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Erst wenn Özil also in den WM-Qualifikationsspielen gegen Liechtenstein (28. März/Leipzig) oder Wales (1. April/Cardiff) aufläuft, ist er endgültig an den DFB gebunden.

Allerdings soll der gebürtige Gelsenkirchener dann eigentlich für die deutsche U-21 gegen die Niederlande und Weißrussland spielen, da er auch für die U-21-EM im Juni in Schweden als Spielmacher fest eingeplant ist.

Özils Entscheidung steht schon länger

Özil, der in Deutschland aufgewachsen ist, hatte bereits in der jüngeren Vergangenheit keinen Zweifel daran gelassen, nur für die DFB-Auswahl auflaufen zu wollen. Er habe sich ständig mit dem Thema beschäftigt, "mit dem Ergebnis, dass es richtig ist, für Deutschland zu spielen".

Und weiter: "Hier wurde ich geboren und zum Fußballer ausgebildet. Für mich war deshalb von Anfang an klar, dass ich nur für Deutschland spielen will", hatte der gebürtige Gelsenkirchener vor seinem ersten Einsatz gegen Norwegen gesagt.

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