vergrößern verkleinern
Sebastian Jung absolvierte in der laufenden Saison 25 Spiele für Eintracht Frankfurt © getty

Vor dem Spiel in Israel am Abend spricht Frankfurts Sebastian Jung über die Nationalmannschaft und den großen Traum vom EM-Titel.

Von Matthias Becker

München - Sebastian Jung hat sich in den Blickpunkt gespielt.

Der 22-Jährige besitzt in dieser Saison entscheidenden Anteil am starken Abschneiden der Frankfurter Eintracht. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mit seinen Leistungen hat er das Interesse anderer Vereine geweckt, auch mehrere Topklubs sollen schon ein Auge auf den Rechtsverteidiger geworfen haben.

Bundestrainer Joachim Löw nominierte Jung schon für den A-Kader der Nationalmannschaft. Im letzten November stand das Frankfurter Eigengewächs im Kader für das Spiel gegen die Niederlande, kam jedoch nicht zum Einsatz.

In der U 21 gehört er dagegen zu den Stammspielern, trug im Team von Trainer Rainer Adrian bereits 17 Mal das Trikot mit dem Bundesadler.

Vor dem letzten Test vor der EM in Israel (ab 18.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) will Jung im SPORT1-Interview dann auch gar nicht über seinen Verein sprechen, sondern konzentriert sich voll und ganz auf die U-21-Auswahl.

SPORT1: Herr Jung, seit Dienstag sind Sie mit der U 21 in Israel, um sich an die Gegebenheiten bei der EM im Sommer zu gewöhnen. Wie ist der erste Eindruck?

Sebastian Jung: Das Wetter ist gut, das ist das Wichtigste (lacht). Wir haben eine super Anlage und einen Trainingsplatz direkt am Hotel. Der erste Eindruck ist sehr gut.

SPORT1: Nach Lewis Holtby und Peniel Mlapa sind sie der Spieler mit den meisten U-21-Einsätzen im Kader. Welche Bedeutung hat die EM für Sie?

Jung: Dass ich mit die meisten Spiele gemacht habe, wusste ich noch gar nicht. Eine Europameisterschaft ist aber immer etwas Besonderes. Es ist mein Anspruch, bei so einem Turnier dabei zu sein und ich freue mich sehr, Teil der Mannschaft zu sein. Ich hoffe, dass wir bei der EM dann auch eine gute Rolle einnehmen können.

SPORT1: Die Bedeutung der U 21 hat in Deutschland spätestens seit dem EM-Titel 2009 enorm zugenommen. Woran liegt das?

Jung: Das hat viel mit der Bundesliga zu tun, weil viele Vereine verstärkt auf die Jugendarbeit setzen. Der Titel von 2009 trägt natürlich auch dazu bei, denn für Deutschland war es gut, mal wieder einen Titel geholt zu haben.

SPORT1: Hat die heutige U 21 alles, um einen Triumph wie 2009 zu wiederholen? Wo gibt es noch Luft nach oben, drei Monate vor dem Turnier?

Jung: Damals gab es eine hohe Qualität in der Mannschaft, die haben wir jetzt aber auch. Wir müssen als Mannschaft zusammenwachsen, aber dafür ist auch die Reise nach Israel da, die wir jetzt machen. Die hat uns Zeit gegeben, um uns als Mannschaft zu finden und einige Dinge einstudieren zu können. Wir haben gute Chancen, eine ähnlich gute Rolle zu spielen wie die Mannschaft von 2009.

SPORT1: Von den 2009er-Europameistern haben einige den direkten Sprung in den WM-Kader 2010 geschafft. Ist die WM 2014 für Sie ein Ziel?

Jung: Ich weiß, wie das damals gelaufen ist. Die U 21 ist ein Sprungbrett für Höheres, dass hat man bei den Jungs gesehen. Jetzt werde ich natürlich versuchen, ihnen das nachzumachen.

SPORT1: Sie waren im November schon einmal für die A-Nationalmannschaft nominiert. Wie ist denn der Kontakt mit Bundestrainer Joachim Löw?

Jung: Es war eine sehr schöne Erfahrung, zumindest schon mal dabei zu sein. Ich hatte auch ein längeres Gespräch mit dem Bundestrainer, in dem er mir gesagt hat, dass die U 21 im Hinblick auf die EM erst einmal zusammen bleiben soll. Danach werden die Karten neu gemischt, aber im Moment zählt nur die U 21.

SPORT1: Auf Ihrer Position spielt in der Nationalmannschaft Kapitän Philipp Lahm. Ist das etwas demotivierend, oder gucken Sie sich von ihm einfach etwas ab?

Jung: Philipp ist ein sehr guter Spieler, der seine Arbeit defensiv wie offensiv überragend macht. Von dem kann ich mir auf jeden Fall etwas abschauen. Es ist nicht so, dass ich ihn jedes Wochenende beobachte, aber ich achte darauf: "Wie verhält er sich in welcher Situation, wann geht er mit nach vorne?". In der Bundesliga vergleicht man sich schon mit den Spielern auf derselben Position. Das mache ich bei Philipp, aber auch bei Lukasz Piszczek von Borussia Dortmund.

SPORT1: Wo sehen Sie bei sich denn noch Luft nach oben?

Jung: Ich sehe auf jeden Fall noch Potenzial. Defensiv ist das schon sehr ordentlich, nach vorne ist es auch ordentlich, aber oft fehlt mir noch der entscheidende Pass, die richtige Entscheidung. Da kann ich noch dazulernen, damit ich auch mehr selbst zum Abschluss komme.

SPORT1: Die Eintracht wartet seit 1999 auf einen A-Nationalspieler. Wer wird denn der nächste sein, Sie oder Sebastian Rode?

Jung: (lacht) Das weiß ich nicht. Natürlich hoffe ich, dass ich wieder mal eingeladen werde, aber im Grunde mache ich mir keine Gedanken. Wir können uns nur durch Leistung anbieten, alles andere muss der Bundestrainer entscheiden. Im Sommer können wir uns bei der EM empfehlen, da wird der Bundestrainer bestimmt genau hinschauen. Grundsätzlich ist es egal, wer der nächste Nationalspieler der Eintracht wird ? Hauptsache es schafft mal wieder einer.

x
Bitte bewerten Sie diesen Artikel