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Derzeit die ersten drei DFB-Keeper: Rene Adler (l.), Robert Enke (M.) und Tim Wiese © imago

Während die ausländischen Keeper Drobny und Bailly am 20. Spieltag glänzten, patzten die sonst hoch gelobten deutschen Torhüter.

München - Verkehrte Welt in der Bundesliga:

Während die beiden ausländischen Keeper Jaroslaw Drobny und Logan Bailly am 20. Spieltag glänzten, patzten die sonst hoch gelobten deutschen Torhüter.

Die großen Zeiten von Sepp Maier, Toni Schumacher und Oliver Kahn gehören nach Ansicht von Uli Stein der Vergangenheit an.

"Damals galt die Faustregel: Der deutsche Nationaltorwart ist der beste Torwart der Welt. Und der zweitbeste Torwart der Welt ist sein Ersatzmann", sagte der ehemalige Nationaltorwart der "Süddeutschen Zeitung".

Stein und Köpke nicht pessimistisch

Trotzdem sieht der 54-Jährige keineswegs pessimistisch in die Zukunft: "Ich glaube schon, dass von Adler oder Neuer zumindest einer aufs höchste Niveau durchstößt."

So sieht es auch Bundestorwarttrainer Andreas Köpke. "In Rene Adler, Tim Wiese und Robert Enke stehen uns drei gute Schlussleute zur Verfügung", sagt der 59-malige DFB-Keeper.

Fakt ist allerdings, dass das DFB-Trio und ihre Konkurrenten kein besonders gutes Wochenende hinter sich haben.

Adler verschuldete beim 4:1 von Bayer Leverkusen bei 1899 Hoffenheim einen Foulelfmeter, weil er gegen Demba Ba zu spät kam.

Rückendeckung für Adler von Labbadia und Völler

Es war nicht die einzige Unsicherheit des 24-Jährigen seit Beginn der Rückrunde, doch in Leverkusen nimmt man Adler in Schutz:

"Das Gegentor nehme ich auf meine Kappe, weil ich möchte, dass Rene mitspielt", erklärte Trainer Bruno Labbadia. Und Sportchef Rudi Völler befand: "Rene ist auf keinen Fall mental angeschlagen."

Im gleichen Spiel musste Ex-Nationaltorhüter Timo Hildebrand gleich viermal hinter sich greifen, sprach sich aber von jeder Schuld an den Gegentoren frei.

Schwächen zeigte auch Enke, der nach seinem starken Comeback für Hannover 96 gegen Schalke (1:0) in zwei Spielen je dreimal hinter sich greifen musste.

96-Coach Dieter Hecking ist trotzdem von Enkes Klasse überzeugt: "Er ist ganz der Alte und gehört für mich natürlich weiter ins A-Team."

Einen Rückschlag musste zudem Manuel Neuer verkraften. Den Ausgleich durch Bochums Mimoun Azaouagh bei der Schalker 1:2-Niederlage hatte er mit einer Bewegung in Richtung Tormitte erst möglich gemacht.

Wiese am beständigsten

Am beständigsten wirkt derzeit noch Wiese. Der frühere Lautsprecher ist ruhiger geworden und hat fast 15 Kilo an Muskelmasse abgenommen, um beweglicher zu sein. Aber er hat an der Krise von Werder Bremen schwer zu knabbern.

Beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach stand Wiese im Schatten von Gladbachs Keeper Bailly.

Gleiches galt für Bayern-Keeper Michael Rensing, dem beim 1:2 bei Hertha BSC Berlin von Drobny die Schau gestohlen wurde.

Maier: Rensing wusste, was auf ihn zukommt

Derweil äußerte sich Sepp Maier im DSF zur Leistung von Bayern-Keeper Michael Rensing: "Der Michael hat verdient, dass er mal dran ist. Er hat natürlich das große Pech, dass er nach Oliver Kahn im Bayern-Tor steht."

Weiter sagte der ehemalige Nationalkeeper: "Aber wenn ich mich zurückerinnere, dann war der Oliver mit 24 Jahren auch noch nicht so weit. Der Michael braucht auch seine Zeit und wird seinen Weg machen. Ich kenne ihn jetzt schon fast zehn Jahre, seit er 15 ist. Der hat genau gewusst, was auf ihn zukommt."

Zudem ging Maier auf die Gegentore ein, die Rensing zuletzt hinnehmen musste. "In Berlin konnte man eigentlich nichts sagen. In Hamburg, mit dem abgewehrten Ball ? na gut, da ist er vielleicht ein bisschen steif hingegangen. Ansonsten kann man ihm keine großen Vorwürfe machen."

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