vergrößernverkleinern
Matthias Sammer arbeitete von 2006 bis 2012 mit Joachim Löw als DFB-Sportdirektor zusammen © imago

Der Bundestrainer reagiert auf die Sticheleien des Bayern-Sportvorstands nach dem Juve-Triumph. Matthias Sammer rudert zurück.

München - Ist der FC Bayern besser als Deutschland? Nein, sagt Joachim Löw.

Der Bundestrainer hat Aussagen von Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer zurückgewiesen, wonach sich der Fußball-Rekordmeister im Champions-League-Spiel gegen Juventus Turin (NACHBERICHT: Bayern zum Küssen schön) besser angestellt habe als die Nationalmannschaft beim EM-Aus im Halbfinale 2012 gegen Italien (1:2).

"Man kann das EM-Halbfinale und das Champions-League-Spiel nicht vergleichen. Schon wegen der unterschiedlichen Besetzung", sagte Löw der "Bild"-Zeitung.

Juve ohne Balotelli und Cassano

Zwar standen am 28. Juni 2012 in Warschau bei der EURO acht Bayern-Profis und sechs Juve-Spieler auf dem Platz, dennoch betonte Löw:

"Die italienischen Nationalspieler Balotelli und Cassano zum Beispiel sind gar nicht bei Juventus. Und Pirlo (der Regisseur beider Mannschaften, d.Red.) hatte diesmal einen selten schwachen Tag. Aber der FC Bayern hat es auch sehr gut gelöst."

Pirlo aus dem Spiel genommen

Sammer hatte nach dem 2:0 der Münchner im Viertelfinal-Hinspiel gesagt:

"Das Stören in der ersten Linie vorne, das war entscheidend, weil damit alle Spieler mitgezogen werden. Die Abstände waren klein, die Zweikampfstärke war erkennbar. Und das, was uns ein bisschen kaputt gemacht hat beim Spiel gegen Italien im Halbfinale 2012, war in Spielzügen ja die gleiche Strategie von Juve - und wir haben es besser verteidigt, inklusive Pirlo weggenommen." (Deutschland 2.0: Bayern zeigen Löw wie's geht)

Sammer rudert zurück

Am Donnerstag wies er jedoch darauf hin, dass er "überhaupt niemanden miteinander verglichen" habe.

"Es so darzustellen, als hätte ich die Nationalmannschaft kritisiert, ist Krawall", sagte Sammer. Er habe lediglich das Spiel "taktisch analysiert und gesehen, dass die Spielanlage, das Aufbauspiel, wie es Juve gespielt hat, mir in der Form das letzte Mal im EM-Halbfinale bei den Italienern begegnet ist".

Aber, betonte Sammer: "Ein Vergleich ist unzulässig! Ich habe nie gesagt: Wir haben es besser oder schlechter gemacht." In einem kurzen Telefonat habe er dies Löw erklärt. "Mein Eindruck war der eines vollständigen Verständnisses von seiner Seite."

Dutt: Vergleich Bayern - DFB unrealistisch

DFB-Sportdirektor Robin Dutt argumentierte in der "tz" wie Löw.

"Ich würde nur sehr ungern die eine sehr gute Mannschaft, also die Bayern, gegen die andere sehr gute Mannschaft, also die Nationalmannschaft, aufwiegen - weil das doch ein Vergleich ist, der unrealistisch ist", sagte er.

Klubs hätten "immer die Möglichkeit, eine Weltauswahl zu sein" - anders als eine nationale Auswahl.

"Bayern und die deutsche Nationalmannschaft sind absolute Top-Mannschaften, die auf einem Niveau mit Barca, Real und der spanischen Nationalmannschaft sind. Das ist ein Niveau, auf dem am Ende die Tagesform entscheidet", ergänzte Dutt.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel