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Theo Zwanziger (r,) verlangt von Bundestrainer Joachim Löw eine strengere Hand © imago

Der DFB-Präsident erwartet vom Bundestrainer eine Korrektur der jüngsten Länderspieleindrücke. Der nimmt Lukas Podolski in die Pflicht.

Frankfurt/Main - Präsident Theo Zwanziger beklagt nach zuletzt zwei Heimpleiten der deutschen Nationalmannschaft in Folge einen Imageschaden für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und nimmt erstmals auch Bundestrainer Joachim Löw in die Pflicht.

"Ich bin mit den sportlichen Leistungen der A-Nationalmannschaft derzeit nicht zufrieden", sagte Zwanziger der "Sport Bild".

"Es ist nun die Aufgabe von Joachim Löw und dessen Trainer-Stab, jetzt sehr genau zu analysieren, wie es sein kann, dass die Mannschaft zweimal hintereinander in Berlin gegen England und in Düsseldorf gegen Norwegen verloren hat."

Die beiden vermeidbaren Niederlagen gegen Englands B-Team im vergangenen November (1:2) und gegen Außenseiter Norwegen vor einer Woche (0:1) haben Zwanziger offenbar schwer zugesetzt.

Zwei Heimpleiten in Serie hatte eine DFB-Auswahl zuletzt im Jahr 1956 kassiert. Mit Blick auf die anstehenden WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein in Leipzig (28. März) und gegen Wales in Cardiff (1. April) fordert der DFB-Boss deshalb, dass Löw seinen Spielern den zuletzt eingekehrten "Schlendrian" wieder austreibt.

"Es ist ein Einstellungsproblem. Entscheidend wird vor den nächsten beiden Spielen sein, dass die Leistungen der Spieler für die Nationalmanschaft wieder rausgekitzelt werden", sagte Zwanziger.

Löw "sehr enttäuscht"

Er hatte bereits direkt im Anschluss an die Blamage gegen Norwegen das Gespräch mit Löw gesucht und daraufhin festgestellt, dass der Bundestrainer "sehr enttäuscht war".

Zwanziger befürchtet nach den ersten beiden Niederlagen in Serie seit sechs Jahren, dass der Vize-Europameister auf dem Weg zur WM 2010 in Südafrika wegen der unmotivierten Auftritte bei den Fans weiter Kredit verspielt.

"Die Mannschaft war nicht bereit, an ihre Grenzen zu gehen", sagte Zwanziger. "Die Sympathiewerte für die Nationalmannschaft werden nach solchen Spielen nicht weiter nach oben geschraubt, das ist klar."

Leipzig womöglich nicht ausverkauft

So muss der DFB bereits beim Heimspiel gegen Fußball-Zwerg Liechtenstein Ende März damit rechnen, dass das Stadion in Leipzig nicht ausverkauft sein wird. Zwanziger hat dafür mit Blick auf die hohen Ticketpreise von bis zu 80 Euro sogar Verständnis.

"Da ich keine Eintrittskarte kaufen musste, leide ich ein wenig mit den Fans, die sich ihre Karte gekauft haben, um eine überzeugende deutsche Mannschaft zu sehen", sagte Zwanziger und fügte hinzu:

"Mir tut das für die vielen Jugendlichen leid, die ins Stadion kommen und ihre Stars sehen wollen, wenn solche Leistungen wie gegen Norwegen geboten werden." Damit die Nationalmannschaft gegen Liechtenstein und in Wales zurück in die Erfolgsspur kehrt, wird Löw die Zügel noch einmal anziehen.

Löw zieht Zügel an

So bittet der Bundestrainer seine Spieler vor dem Spiel gegen Liechtenstein in Leipzig bereits einen Tag früher als geplant am 23. März zum Treffpunkt, um einen Tag später die Fitnesstests durchzuführen.

"Ich bin froh, dass wir im März ein paar Tage länger Zeit haben. Da werden wir die Dinge intensiv aufarbeiten. In den beiden Qualifikationsspielen werden wir ein anderes Gesicht zeigen", sagte Löw.

Druck für Podolski

Dass Löw zudem nicht länger auf Schmusekurs mit seinen Spielern gehen will, bekam am Mittwoch vor allem Lukas Podolski deutlich zu spüren. Löw setzte den Bayern-Stürmer vor dessen Comeback gegen den 1. FC Köln gehörig unter Druck.

"Wir erwarten, dass er um seine Chance bei Bayern kämpft, Zusatzschichten einlegt und mehr trainiert als alle anderen Bayern-Spieler. Er will doch in einem guten Zustand nach Köln kommen. Und vor allem auch wieder für Deutschland spielen", sagte Löw der "Bild"-Zeitung. (Klinsmann schreibt Donovan nicht ab)

WM-Kartenvorverkauf beginnt

Im WM-Gastgeberland Südafrika werden derweil die letzten Vorbereitungen für den Start des Ticketverkaufs getroffen. Am 20. Februar sind über das Internet so genannte Optionsscheine für die 64 Partien zu bestellen.

Diese erste Verkaufsphase läuft bis zum 31. März. Auf der Website der FIFA sind Eintrittskarten in vier Kategorien zu erwerben. Die Preise dafür reichen von umgerechnet elf bis 700 Euro. Auch Teamserien werden angeboten, mit denen man drei bis - bei Finaleinzug - sieben Spiele einer bestimmten Mannschaft verfolgen kann.

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