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Michael Ballack (l.) wird gegen Belgien nicht auflaufen. © getty

Michael Ballack muss das Länderspiel gegen Belgien absagen. Von der Rolle des "ewigen Zweiten" will der Deutsche nichts wissen.

London/Herzogenaurach - Die neue Saison war keine 38 Minuten alt, da kam für Michael Ballack schon der erste Rückschlag.

Dabei hat sich der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft sehr viel vorgenommen: Ballack will endlich das Image des "ewigen Zweiten" ablegen.

Doch beim Premier-League-Auftakt des FC Chelsea gegen den FC Portsmouth (4:0) musste er gleich mit einer Verletzung am Mittelfuß ausgewechselt werden.

Bei einer Kernspintomographie in London am Montag bestätigte sich die erste Diagnose einer Prellung. Für das erste Länderspiel der Saison am Mittwoch (21.00 Uhr) in Nürnberg gegen Belgien musste der Mittelfeldspieler absagen.

Voraussichtlich wird er auch noch am Wochenende im zweiten Saisonspiel Chelseas in der Premier League bei Wigan Athletic pausieren müssen.

Ballack "hochmotiviert"

Eine Kernspintomografie sollte genaueren Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben und aufzeigen, wie lange Ballack wirklich pausieren muss.

Dabei hatte sich der 87-malige Nationalspieler "sehr" auf die kommenden Monate gefreut:

"Wir haben ein gutes Team und eine weitere Chance, vier Titel zu gewinnen", sagte Ballack und fügte an: "Ich bin hoch motiviert und habe die Möglichkeit, ganz oben anzugreifen."

"Habe neun Titel gewonnen"

Dass durch das verlorene EM-Finale gegen Spanien (0:1) und die Niederlage im Endspiel der Champions League der Druck auf ihn nicht kleiner geworden ist, stellt für den Ex-Münchner kein Problem dar. Auch das Gerede vom "ewigen Zweiten" stört ihn nach eigener Aussage nicht:

"Das trifft auf mich nicht zu, da ich bereits neun Titel gewonnen habe."

Konkurrenz für den Mittelfeldspieler

In der Rückrunde der vergangenen Saison hatte sich Ballack nach siebenmonatiger Verletzungspause wegen zweier Knöchel-Operationen beim FC Chelsea zum Führungsspieler aufgeschwungen.

In Deco vom FC Barcelona holte der englische Spitzenklub nun jedoch weitere starke Konkurrenz für das Mittelfeld und für Ballack.

Ballack bleibt locker

Der gebürtige Görlitzer, der nach der EM seine langjährige Lebensgefährtin Simone geheiratet hat, sieht die Situation gelassen.

Er gehe davon aus, "dass ich ebenfalls ein ganz wichtiger Spieler bin", sagte Ballack im "kicker": "Und ich will versuchen, wie in der Rückrunde wieder eine gute Rolle zu spielen. Wir haben schon in der letzten Saison gesehen, dass wir einen großen Kader an guten Top-Spielern brauchen. Wir sind in vielen Wettbewerben und wollen alles gewinnen."

Steigerung bis 2010

Die Nationalmannschaft sieht er trotz der Endspiel-Pleite auf einem guten Weg. "Ich denke, dass der deutsche Fußball in die richtige Richtung geht und wir mit unseren Möglichkeiten sehr viel erreicht haben in den vergangenen Jahren", sagte Ballack.

Mit Blick auf die anstehende Qualifikation und die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika erwartet er aber eine weitere Steigerung.

"Wir brauchen mehrere Spieler, die ein Finale aufgrund ihrer Klasse auch mal alleine entscheiden können. Das ist eine Frage der individuellen Stärke und nicht immer eine Frage der Spielphilosophie oder des Trainings", erklärte der 31-Jährige.

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