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Oliver Bierhoff ist seit Juli 2004 Manager des DFB-Teams © getty

Die Bedeutung des Fußballs wird für den Teammanager immer wieder unnötig in Frage gestellt. Ein Streik wäre ein Mittel dagegen.

Herzogenaurach - Oliver Bierhoff hat pünktlich zum Saisonstart der deutschen Nationalmannschaft einen Frontalangriff auf die Gegner des Fußballs in Deutschland gestartet und selbst einen Bundesliga-Streik nicht ausgeschlossen.

"Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung des Fußballs wird in Deutschland trotz aller Sonntagsreden der Politiker immer wieder unnötig in Frage gestellt und somit nicht angemessen gewürdigt. Mich würde mal interessieren, was passiert, wenn wie in den USA oder Italien die ganze Liga streikt und damit den Spielbetrieb an mehreren Wochenenden einstellt", sagte der Manager der DFB-Auswahl am Montag in Herzogenaurach.

"Günstig für die Fans"

Zwei Tage vor dem Freundschaftsspiel in Nürnberg gegen Belgien (Mi., ab 20.30 Uhr LIVE) erzürnte sich der 40-Jährige wegen der anhaltenden Nackenschläge für den DFB, die DFL und "den gesamten Fußball in unserem Land".

"Man muss sich dagegen wehren, dass dem Fußball in Deutschland unterstellt wird, auf Kosten der öffentlichen Hand seine spiele durchzuführen", sagte Bierhoff: "Denn es muss doch allen klar sein, dass es in keinem anderen Land der Welt Spitzenfußball so günstig für die Fans und Konsumenten zu haben gibt wie bei uns."

Dem ehemaligen DFB-Kapitän waren zuletzt vor allem die starre und "fußball-feindliche" Haltung des Bundeskartellamts in Bezug auf die TV-Vermarktungsrechte sowie die Forderung der deutschen Polizei-Gewerkschaft (DpolG) nach Rückerstattung von 50 Millionen Euro für Sicherheitsdienste der Polizei in den Stadien sauer aufgestoßen.

Sport1.de hat die weiteren Nachrichten rund um das Länderspiel zusammengefasst.

Team startet Vorbereitung ohne Metzelder

Ohne Christoph Metzelder hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Montag die Vorbereitung auf das Länderspiel aufgenommen. Der Abwehrspieler von Real Madrid reiste wegen des spanischen Super-Cup-Hinspiels gegen den FC Valencia (2:3) erst am frühen Nachmittag in Herzogenaurach an.

Ansonsten konnte Bundestrainer Joachim Löw 17 Spieler beim Training begrüßen. In einer kurzen Ansprache an sein Team verdeutlichte Löw, dass die EM abgehakt und der Fokus klar auf die Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika gerichtet ist.

Ursprünglich waren 21 Spieler für den Saisonauftakt nominiert gewesen. Kapitän Michael Ballack vom FC Chelsea, der Bremer Torsten Frings und Jermaine Jones von Schalke 04 mussten verletzungsbedingt kurzfristig absagen. Zuvor hatte bereits Torwart Rene Adler passen müssen, für ihn wurde Tim Wiese nominiert.

Bartlett tritt Nachfolge von Schmidtlein an

Oliver Bartlett hat die Nachfolge von Oliver Schmidtlein als Fitnesstrainer angetreten. Der 39 Jahre alte Diplom-Sportlehrer war seit 2007 schon bei der deutschen U 21 tätig. Seit Saisonbeginn arbeitet Bartlett zudem als Athletiktrainer von Borussia Dortmund. Zuvor hatte er den Zweitligisten VfL Osnabrück betreut.

Bartlett, der einen britischen und einen australischen Pass besitzt, will zusammen mit Shad Forsythe inhaltlich den bewährten Kurs von Schmidtlein fortsetzen. Der steht seit Saisonbeginn beim deutschen Meister Bayern München unter Vertrag.

Noch reichlich Karten für Deutschland-Belgien

Das erste Saison-Länderspiel der deutschen Mannschaft wird aller Voraussicht nach nicht vor ausverkauftem Haus stattfinden. Bis Montag waren erst rund 30.000 von 42.000 Karten verkauft.

Der DFB rechnet bei dem Benefizspiel zugunsten der Egidius-Braun-Stiftung im Frankenstadion mit 35.000 Besuchern. Damit wäre ein Länderspiel der deutschen Mannschaft im eigenen Land erstmals seit dem Duell mit Rumänien im September des vergangenen Jahres in Köln nicht ausverkauft. Gegen die Rumänen waren allerdings nur rund 2000 Plätze im Kölner WM-Stadion freigeblieben.

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