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Feierte im Test gegen Weißrussland sein Debüt im DFB-Trikot: Marko Marin (r.) © getty

Kurz vor der EM ausgebootet wurde Marko Marin für den Test gegen Belgien von Bundestrainer Löw wieder in den Kader berufen.

Von der DFB-Elf berichtet Martin van de Flierdt

Herzogenaurach - Bei der Nominierung des vorläufigen EM-Kaders am 16. Mai auf der Zugspitze war Marko Marin das Kaninchen, das Bundestrainer Joachim Löw überraschend aus dem Hut zog.

Für die EM-Teilnahme reichte es nach dem Trainingslager auf Mallorca dann zwar nicht.

Doch für das erste Länderspiel nach der kurzen Sommerpause am Mittwoch (ab 20.30 Uhr LIVE ) in Nürnberg gegen Belgien ist der Mönchengladbacher Wirbelwind gleich wieder nominiert worden.

Im Sport1.de-Interview spricht der 19-Jährige über die Begleiterscheinungen seines gestiegenen Bekanntheitsgrads, sein ehemaliges Vorbild und einen Ratschlag von Bundestrainer Joachim Löw.

Sport1: Herr Marin, Sie sind im Vorfeld der EM ziemlich schnell ins Rampenlicht geraten. Wie lebt es sich damit?

Marko Marin: Ganz gut. Ich fühle mich wohl und habe keinen großen Stress, obwohl die Zahl der Pressetermine und Interviewanfragen größer geworden ist. Und ich muss mehr Autogramme geben.

Sport1: Sie wurden mit Spielern wie Thomas Häßler oder Pierre Littbarski verglichen. Wer waren Sie denn früher auf dem Bolzplatz?

Marin: Ich war Mehmet Scholl, weil dessen Spielweise mir immer gut gefallen hat. Er war für mich ein super Fußballer.

Sport1: Wie kommen Sie mit diesen Vergleichen zurecht?

Marin: Wenn es übertrieben wird, ist es schon ab und zu etwas nervig. Aber es ist kein Problem für mich. Es ehrt mich eher, dass ich mit so großen Spielern verglichen werde.

Sport1: Hatten Sie damit gerechnet, dass Sie direkt für das erste Länderspiel nach der EM wieder nominiert werden?

Marin: Damit konnte ich gar nicht rechnen, weil die Liga ja noch gar nicht angefangen hatte und ich mich noch nicht auszeichnen konnte. Aber die Vorbereitung lief gut. Die Nominierung zeigt, dass der Trainer Vertrauen zu mir hat und mich weiter sehen will.

Sport1: Wie war der Kontakt zum Bundestrainer seit der EM?

Marin: Wir haben einen Tag vor der Nominierung zum ersten Mal seit der Europameisterschaft miteinander gesprochen.

Sport1: Wie hat er es begründet, dass er Sie bei der EM noch nicht gebrauchen konnte, dafür aber jetzt direkt nach dem Turnier?

Marin: Er hat mir gesagt, dass die EM und der Sprung von der Zweiten Liga vielleicht noch zu früh gekommen wären. Er hätte aber nicht gesagt, dass ich zu schmächtig sei. Das sei in den Medien falsch rübergekommen. Ich soll meine Spielweise nicht ändern und muss auch nicht kräftiger werden.

Sport1: Mit welchen Erwartungen sind Sie zum Länderspiel nach Nürnberg gereist?

Marin: Ich stelle nicht den Anspruch, dass ich von Anfang an spielen will. Ich bin glücklich, dass ich wieder dabei bin und hoffe natürlich auf einen Einsatz - wie jeder, der eingeladen wird. Wenn ich zum Einsatz komme, will ich natürlich Gas geben und zeigen was ich kann.

Sport1: Wie würden Sie Ihr Standing in der Nationalmannschaft beschreiben?

Marin: Ich war ja erst einmal dabei und habe die Mitspieler da erst kennengelernt. Deshalb ist das für mich schwer zu sagen.

Sport1: Ihr Mönchengladbacher Kapitän Oliver Neuville wurde dieses Mal nicht nominiert. Brauchen Sie diese Vertrauensperson nicht mehr, um im Nationalteam zurechtzukommen?

Marin: Nein, ich war mit den Jungs ja auf Mallorca schon fast zehn Tage zusammen. Deshalb habe ich genug Spieler, die ich besser kenne. Natürlich ist es schade, dass Oliver nicht dabei ist. Aber ich glaube, dass ich auch ohne ihn gut zurechtkomme.

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