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Simon Rolfes (hi.) und Thomas Hitzlsperger haben Stammplätze im Visier © getty

Der Test am Mittwoch gegen Belgien ist für das DFB-Team die erste Standortbestimmung nach der EM. Löw kündigt Konkurrenzkampf an.

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

Herzogenaurach ? Vor dem ersten und einzigen Testspiel der deutschen Nationalmannschaft für die WM-Qualifikation am Mittwoch (ab 20.30 Uhr LIVE ) in Nürnberg gegen Belgien hat Bundestrainer Joachim Löw öffentlich eine neue Zeitrechnung eingeläutet.

"Die vergangene WM, die EM-Qualifikation und die EM haben wir als Einheit gesehen", sagte Löw. "Jetzt beginnt eine neue Periode."

Dass Spieler allein aufgrund vergangener Verdienste ihren Platz im Team sicher haben, soll es fortan nicht geben.

In Zukunft werde die Mannschaft ausschließlich "nach dem Leistungsprinzip" aufgestellt, meinte der 48-Jährige.

"Es drängen junge Spieler nach. Es zählt nur die Leistung jetzt."

Neue Leute "in allen Bereichen"

Priorität habe natürlich die Qualifikation. "Aber es gilt auch, neue Leute in die Mannschaft zu integrieren", sagte Löw.

Das betreffe "nicht nur die Torhüterposition, sondern auch andere Bereiche."

Von der Partie gegen Belgien erwartet sich der Bundestrainer "wichtige Erkenntnisse in Richtung September", wenn die DFB-Auswahl in Liechtenstein (6.) und Finnland (10.) die Pflichtspiele wieder aufnimmt:

"Wir wollen Tempo gehen und den Schwung für die neue Spielzeit aufnehmen."

Tasci wird Debüt feiern

Gegen die "Roten Teufel" wird der Stuttgarter Serdar Tasci zu seinem Länderspieldebüt kommen, auch der 19-Jährige Marko Marin wird mitspielen dürfen.

Den Einsatz von Bastian Schweinsteiger im rechten Mittelfeld kündigte er dagegen genauso ohne Wenn und Aber an wie die Besetzung der Zentrale mit Thomas Hitzlsperger und Simon Rolfes.

Das Duo wird am Mittwoch die fehlenden Platzhirsche Kapitän Michael Ballack (Mittelfußprellung) und Torsten Frings (muskuläre Beschwerden) vertreten.

Der Stuttgarter soll dabei den offensiveren Part übernehmen, Rolfes spielt einen klassischen Sechser.

Chance für Rolfes und Hitzlsperger

"Dass beide in ihren Vereinen inzwischen zum Kapitän aufgestiegen sind, unterstreicht ihre positive Entwicklung", meinte der Bundestrainer und machte den 26-Jährigen, die schon beim 3:2 im EM-Viertelfinale gegen Portugal gut harmoniert hatten, Hoffnung, den Ersatzspielerstatus bald abzustreifen:

"Jeder weiß von Ballack und Frings, was sie können. Aber jeder kann sich einen Vorteil erarbeiten. Bis 2010 ist ein langer Weg."

Rolfes sieht folgerichtig das Benefizspiel zu Gunsten der Egidius-Braun-Stiftung angesichts der prominenten Absagen keineswegs als Muster ohne Wert.

"Es ist eine große Chance, ein gutes Spiel abzuliefern und sich so für höhere Aufgaben zu empfehlen", meinte der Leverkusener.

Hitzlsperger äußerte sich sogar noch offensiver. "Torsten Frings und Michael Ballack sind zwei hervorragende Spieler bei uns, die es zu verdrängen gilt", sagte "The hammer" selbstbewusst vor seinem 39.Länderspiel.

Warten auf den Zeitpunkt der Zepterübergabe

"Ich habe viel von ihnen in der Vergangenheit gelernt. Doch jetzt hoffe ich, dass bald der Zeitpunkt kommt, an dem ich sie ablösen kann." Er sei immer näher an die Mannschaft herangerückt, das Ziel sei nun ein nahtloser Übergang zum Stammspieler.

Rolfes und Hitzlsperger wollen in Nürnberg vorlegen. Macht Löw mit dem Leistungsprinzip Ernst, könnten die beiden ihre "Vorgesetzten" Ballack und Frings mit einer guten Vorstellung zumindest kitzeln.

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:

Enke - Fritz, Tasci (Metzelder), Westermann, Lahm - Schweinsteiger, Rolfes, Hitzlsperger, Podolski - Kuranyi, Gomez (Klose)

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