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René Vandereycken ist seit 2006 belgischer Nationaltrainer © imago

Beim Test gegen das DFB-Team (Mi., ab 20.45 Uhr LIVE), ist die belgische A-Nationalmannschaft zuhause nicht die Nummer Eins.

Brüssel - Der Gegner ist Vize-Europameister und ein alter Rivale, dennoch interessiert die Belgier das erste Fußball-Länderspiel der Saison nicht.

Erstmals seit sechs Jahren wird ein Auftritt der "Roten Teufel" nicht live im Fernsehen übertragen, obwohl sie am Mittwoch (ab 20.45 Uhr LIVE) in Nürnberg auf den großen Nachbarn Deutschland treffen.

Die Belgier schauen lieber nach China - in ihre Fußball-Zukunft. Denn die neue Generation, die bei den Olympischen Spielen mit dem Einzug ins Halbfinale für Furore und in der Heimat für Begeisterung sorgte, macht nach Jahren der Enttäuschung neue Hoffnung.

Zukunft in Peking

Die "Teufelchen", die am Dienstag zwar in Schanghai 1:4 gegen Nigeria verloren, aber immer noch die Chance auf Bronze haben, stahlen dem A-Team von Trainer Rene Vandereycken die Schau und die Spieler.

"Das erfolgreiche Abschneiden in China hat meinen Kader natürlich verändert", sagte der 55-Jährige, der auf gleich sechs Spieler verzichten muss, die im Mai gegen Italien noch im A-Aufgebot standen und jetzt um olympische Medaillen spielen.

Dass Belgiens Zukunft nicht in Nürnberg, sondern in China spielt, beweist auch die Tatsache, dass lediglich zwei Olympia-Teilnehmer noch nicht in Vandereyckens Team zum Einsatz kamen.

Einsatz der Alten

"Das macht sich nun bezahlt", sagte der Nationaltrainer, der sich mit Kommentaren zur Leistung der Olympia-Auswahl zurückhält.

"Dabei sind auch Spieler, die zuerst in der A-Mannschaft berufen wurden und erst dann zur U23 kamen", erläuterte er weiter.

Auf sie alle muss er jetzt verzichten, deshalb dürfen die Alten ran.

Wenig Länderspielerfahrung

Gladbach-Profi Filip Daems wurde zum ersten Mal seit 2004 eingeladen. Damals bestritt er sein bislang einziges Länderspiel in Köln gegen Deutschland (0:3).

Selbst der 35-jährige Bart Goor (früher Hertha BSC Berlin) gehört zum Team.

"Nun erhalten andere die Chance, ihren Wert für die Mannschaft unter Beweis zu stellen, die schon länger nicht mehr dabei waren", sagte Vandereyken.

Auf eine Nominierung von Vincent Kompany verzichtete der Coach aus freien Stücken.

Kompany wird geschont

"Er soll zur Ruhe kommen und einen Stammplatz bei seinem Klub erkämpfen. Außerdem hätte diese Personalie im Vorfeld zu diesem Spiel alles überschattet", erklärte Vandereycken die Nicht-Nominierung des Hamburgers, dessen verspätete Rückkehr von den Olympischen Spielen für Wirbel gesorgt hatte.

Bei den ersten WM-Qualifikationsspielen gegen Estland (6. September) und in der Türkei (10. September) soll Kompany wieder dabei sein.

Fehlen werden auch der erkrankte Marouane Fellaini und Mbo Mpenza (Rückenprobleme), die nicht mit nach Nürnberg reisten.

Fragezeichen hinter Sonck

Vandereycken verzichtete auf Nachnominierungen. Fraglich ist der Einsatz des Ex-Bremers Jelle Van Damme, der seit dem Meisterschaftsauftakt am Wochenende an einer Zerrung laboriert.

Ein Fragezeichen steht auch hinter dem Einsatz des früheren Gladbachers Wesley Sonck, der sich auf Abruf befindet.

Seine Frau steht unmittelbar vor der Entbindung des dritten Kindes.

Die voraussichtliche Mannschaftsaufstellung:

Belgien: Stijnen/FC Brügge (27/19) - Swerts/Vitesse Arnheim (25/6), van Buyten/Bayern München (30/43), Simons/PSV Eindhoven (31/60), Daems/Borussia Mönchengladbach (29/1) - Witsel/Standard Lüttich (19/2), Mudingayi/FC Bologna (26/11), Defour/Standard Lüttich (20/13), Goor/RSC Anderlecht (35/77) - Sonck/FC Brügge (30/41), De Sutter/Cercle Brügge (23/0)

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