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Dennis Aogo wechselte in dieser Saison vom SC Freiburg zum HSV © getty

Durch ein kurioses Eigentor muß die U-21-Nationalmannschaft eine herbe Niederlage im Kampf um die EM-Qualifikation hinnehmen.

Tiraspol - Durch ein kurioses Eigentor von Dennis Aogo haben die deutschen U21-Fußballer auf dem Weg zur EM 2009 einen herben Rückschlag hinnehmen müssen.

Nach einer schwachen Leistung verlor die Auswahl von DFB-Trainer Dieter Eilts mit 0:1 (0:1) in Moldawien und kassierte die erste Niederlage nach elf Spielen und fast 15 Monaten.

Zuletzt war die deutsche U21 am 4. Juni 2007 nach dem 1:4 in Frankreich als Verlierer vom Platz gegangen.

Letzte EM-Quali verpasst

In der Qualifikation bleiben die deutschen Junioren zwar Tabellenführer in der Gruppe 9, brauchen nun aber möglicherweise zwei Siege in den Heimspielen gegen Nordirland und den Gruppenzweiten Israel Anfang September, um die Teilnahme an den Playoffs sicher zu haben.

Dort spielen die zehn Gruppensieger und die vier besten Zweiten die sieben Endrunden-Tickets aus, Gastgeber Schweden ist automatisch qualifiziert.

In der Qualifikation zur letzten EM waren die deutschen Junioren an England gescheitert und hatten damit auch das Ticket für die Olympischen Spiele in Peking verpasst.

Eilts unzufrieden

"Insgesamt war es eine enttäuschende Leistung", meinte Eilts: "Wir haben gut angefangen und sind dann durch ein kurioses Tor in Rückstand geraten. Danach haben wir zu wenig Passsicherheit, Passschnelligkeit und Bewegung gezeigt."

Die Situation in der Gruppe hat sich nach Ansicht des Coachs nicht entscheidend geändert: "Die Situation in unserer Gruppe hat sich nicht geändert, weil schon vorher klar war, dass wir in den beiden kommenden Spielen gegen Nordirland und Israel Punkte holen müssen."

Unglücklicher Gegentreffer

Das Gegentor des deutschen Nachwuchses resultierte ausgerechnet aus einem Missgeschick.

Nach einer Flanke von Artur Patras wollte Außenverteidiger Aogo vom Hamburger SV den Ball völlig unbedrängt mit der Brust zu Torhüter Florian Fromlowitz (Hannover 96) zurückspielen.

Der Ball sprang jedoch zu hoch ab und landete unhaltbar für den deutschen Keeper im langen Eck (16.).

Eilts ohne neuen Stammkräfte

Vor etwa 3000 Zuschauern im Sheriff Sport Complex von Tiraspol musste DFB-Trainer Dieter Eilts wegen Abstellungen ans A-Team sowie Verletzungen insgesamt neun Spieler ersetzen.

So fehlte unter anderem Deutschlands wohl größtes Talent, Toni Kroos von Bayern München. Der Mittelfeldspieler muss wegen einer Oberschenkelverletzung weiter auf sein Debüt warten.

Dafür konnte der Wolfsburger Ashkan Dejagah aber trotz seiner beim Bundesliga-Auftakt erlitten Schädelprellung auflaufen.

DFB-Team wirkt geschockt

Nach dem ungefährdeten 3:0 im Hinspiel wirkten die deutschen Junioren zu Beginn aber nachlässig und fanden lange nicht richtig ins Spiel. Moldawien hatte zunächst keinerlei Chancen, ging aber durch Aogos Missgeschick in Führung.

Der Schock saß den deutschen Junioren danach deutlich in den Gliedern. Die Offensivbemühungen blieben ergebnislos, im Gegenzug hätte sogar das 2:0 fallen können.

Ein Schuss des Moldawiers Oleg Andronic flog allerdings knapp links am Tor vorbei (22.). Eilts reagierte und nahm den schwachen Bremer Mesut Özil bereits fünf Minuten vor der Pause vom Feld.

Hummels und Khedira überzeugen

Erst nach dem Wechsel kam Deutschland zu Chancen: Rouwen Hennings (FC St. Pauli) stand bei seinem Treffer aber im Abseits (47.) und köpfte fünf Minuten später daneben, der Dortmunder Mats Hummels scheiterte ebenfalls per Kopfball am moldawischen Keeper Ilie Cebanu (64.).

Hummels verdiente sich neben dem Stuttgarter Sami Khedira noch die beste Note.

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